50 Plus Mit gezielter Automatisierung stellt Wolfgang Knottek die Weichen für die Zukunft seiner Firma und seiner Söhne.

Durch gezielte Automatisierung mit LiftMaster und Stopa-Blechlager haben Wolfgang Knottek (Mitte) und seine Söhne Andreas (links) und Michael die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens gestellt.

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50 Plus

Wolfgang Knottek hat im Alter von über 50 Jahren seinen Job-Shop komplett umgebaut und voll auf Automatisierung gesetzt. Die Produktionskapazität konnte er so um gut 50 Prozent steigern. 50 Plus eben.

„Die alles entscheidende Frage war für mich, ob meine Söhne weitermachen wollen“, meint Wolfgang Knottek. Allein für sich hätte der heute 56-jährige Schlossermeister 2012 nicht mehr in eine neue Laserschneidanlage mit LiftMaster und angeschlossenem Stopa-Lager investiert. Aber nachdem sich die Söhne Andreas und Michael entschlos­sen hatten, den Betrieb zu übernehmen, wollte Vater Wolfgang den Job-Shop fit für die Zukunft machen. So hat er zum zweiten Mal in seinem Leben eine unterneh­merische Entscheidung getroffen, die viel Weitsicht und eine ordentliche Portion Mut erforderte.

Ausweg Laserschneiden

Das erste Mal war, als er die Schlosserei seines Vaters 1997 nach dessen Tod über­nommen hatte. „Die ersten Jahre lief alles normal, doch dann kam der Umbruch, als viele unserer langjährigen Auftraggeber aus den umliegenden Industrieunter­nehmen in Rente gingen. Da standen wir auf einmal fast ohne Arbeit da“, erinnert sich Wolfgang Knottek. Auf der Suche nach Auswegen aus der Krise kam die Idee, in eine Laser­schneidanlage zu investieren.

Knottek-Laserschneiden

2005 kaufte Wolfgang Knottek eine gebrauchte Laserschneidanlage. Als Sohn Andreas 2008 in die LTT mit einstieg, war die Laserschneidanlage schon lange im Zweischichtbetrieb ausgelastet. Heute setzt LTT auf eine TruLaser 3030 mit 5-kW TruFlow Laser und schneidet damit bis zu 25 Millimeter starkes Blech in einem Format bis 3000 x 1500 Millimeter.

Wie Knottek berichtet, gab es im Umkreis von 50 Kilometern nur einen Konkur­renten, der schon eine Laseranlage hatte. Und der war immer auf Wochen im Voraus ausge­lastet. 2005 kaufte er dann eine gebrauchte Laserschneidanlage. Um das finanzielle Risiko zu begrenzen, gründete Wolfgang Knottek die LTT-Lasertechnik GmbH & Co. KG. „Ich hatte ja nicht einen Kunden. Falls es schief geht, sollte die Schlosserei vom Vater überleben“, meint der Oberbayer lakonisch. Doch schief gegangen ist die Unternehmung nicht. Im Gegenteil: In Windeseile hatte sich rumgesprochen, dass LTT gute Arbeit liefert. „Und wir hatten noch die Schlosserei. So konnten wir komplette Baugruppen fertigen. Das war mein großer Vorteil. Das konnten die anderen nicht“, berichtet Wolfgang Knottek stolz.

Andreas-und-Michael-Knottek

Andreas Knottek (links) zog es nach Jahren in der Industrie zurück ins Handwerk. Er stieg 2008 bei LTT ein. Sein jüngerer Bruder Michael kümmert sich neben seinem Maschinenbaustudium vor allem um die Programmierung der neuen Anlage.

Als Sohn Andreas 2008 in die LTT mit einstieg, war die Laserschneidanlage schon lange im Zweischichtbetrieb ausgelastet. Den Feinmechanikermeister drängte es nach Jahren in der Industrie zurück ins Handwerk. Mitgebracht hat er nicht nur viel Erfahrung in der Maschinenprogrammierung, sondern auch industrielles Fertigungs- und Prozess-Know-how.

Die Rüstkosten im Griff

So hat Knottek junior erkannt, dass nicht zwingend zwei parallel laufende Laser­schneidanlagen nötig sind, um die Kapazitäten auszubauen. „Der Markt verändert sich. Die Aufträge und Losgrößen werden immer kleinteiliger, die Kunden wechsel­williger und für die Fertigung bleibt immer weniger Zeit. Wir müssen also Rüstkosten und Nebenzeiten im Griff behalten und minimieren. Den Weg, uns fit für die Zukunft zu machen, haben wir deshalb allein in der Automatisierung gesehen“, erklärt Andreas Knottek. Ein Weg, der geradewegs zu TRUMPF führte. „Wir hatten schon über viele Jahre Kontakt und haben uns auch im Vorführzentrum von den Vorteilen der Laser­anlagen von TRUMPF überzeugen können. Die Automatisierungslösung mit LiftMaster und Stopa-Blechlager, war genau das, was wir wollten“, meint Vater Wolfgang.

Knottek-Stopa-Lager

Die Installation des modernen Blechlagers erfolgte im Herbst 2013.

Wolfgang Knottek traf die wohl weitreichendste unter­nehmerische Entscheidung seines Lebens: Das Betriebs­grundstück sollte erweitert, eine eigene Halle für Laser­schneiden und Lagerhaltung gebaut und Prozesse und Abläufe komplett neu organisiert werden. So sollte im Zuge des Umbaus auch die Schlosserei in eine separate Halle ausgelagert werden. Schweiß- oder Schleifstaub sollten künftig weder die Laserschneidanlage noch die Edelstahl­fertigung beeinträchtigen.

Dafür wurde ein Grundstück dazu gekauft und schnell die Baumaßnahmen eingeleitet. Die Installation der Laseranlage sowie des modernen Blechlagers erfolgte im Herbst 2013, so dass im Januar 2014 die Produktion aufgenommen werden konnte. Die alte Laserschneidanlage wurde zum gleichen Zeitpunkt verkauft.

Start mit Hürden

LTT setzt seitdem auf eine TruLaser 3030 mit 5-kW TruFlow Laser und schneidet damit bis zu 25 Millimeter starkes Blech in einem Format bis 3000 x 1500   Millimeter. Das Stopa-Lager bietet auf 205 Palettenplätzen Platz für bis zu 2,5 Tonnen Material. „Das war wieder mal ein Sprung ins kalte Wasser und die ersten Monate lief noch nicht alles rund.“, meint Wolfgang Knottek. „Unsere Leute haben jahrelang auf einem anderen System gearbeitet, das sich grundlegend in Programmierung, Handling und Aufbe­reitung unterscheidet. An die neuen Möglichkeiten mussten wir uns erst gewöhnen“, berichtet der Firmenchef. Der jüngere Sohn Michael konnte einige der Herausforde­rungen am Anfang auffangen. Neben seinem Maschinenbaustudium kümmert er sich vor allem um die Programmierung der neuen Anlage.

Knottek-Hochregallager

Trotz einiger schlafloser Nächte in der Anfangszeit blicken die drei Knotteks heute entspannt auf diese Zeit zurück. „Die Entscheidung war absolut richtig“, meint Wolfgang Knottek.

Ein großes Lob spricht Wolfgang Knottek dem TRUMPF Service aus: „Wenn es mal klemmt, dann sind die Servicetechniker innerhalb von einem Tag vor Ort und gehen der Sache wirklich auf den Grund. Das hat mich sehr positiv überrascht. Die Stillstand­zeiten belaufen sich so auf ein Minimum.“

Knottek-Fertigung

LTT hat das erste Etappenziel erreicht und die Kapazitäten um über 50 Prozent ausgebaut. Nun geht es darum, diese mit Aufträgen zu füllen.

Trotz einiger schlafloser Nächte in der Anfangszeit blicken die drei Knotteks heute entspannt auf diese Zeit zurück. „Die Entscheidung war absolut richtig. Wir haben unser erstes Etappenziel erreicht und unsere Kapazitäten um über 50 Prozent ausgebaut. Nun geht es darum, diese mit Aufträgen zu füllen“, meint Firmenchef Wolfgang Knottek und ergänzt: „Und wenn wir dann ausgelastet sind, können wir mit unserer Lagerlogistik auch eine zweite Anlage bedienen. Pläne für die Erweiterung der Halle haben wir bereits in der Schublade.“

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im April 2015.

 

 



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Fit für die Zukunft

Wer:

LTT-Lasertechnik, Traunreut, Deutschland. Gegründet 2005, 20 Mitarbeiter. www.ltt-lasertechnik.de

Was:

Allround Blechbearbeitung. Kundenstamm reicht von Industrieunternehmen über umliegende Schlossereien bis zum Künstler

Womit:

TruLaser 3030 mit Liftmaster und Stopa-Lager

 

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