Alles in Ordnung Automatisierung nur in der Großserie? Bei Schink bringt Ordnung auch im Kleinen viele Vorteile.

Stephan Schink hat die Zukunft im Blick, und die liegt für ihn in der Automatisierung.

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Alles in Ordnung!

Wer sagt, Automatisierung rechne sich nur bei Großserienfertigung, greift zu kurz. Denn auch im Kleinen sorgt ein automatisiertes Stopa-Lager mit angebundenen Maschinen für Übersicht und optimierte Prozesse. Das beweist überzeugend die Schink Blechbearbeitung in Bad Rodach.

Günter Schink kommt aus einer Familie von Schmieden. Der Umgang mit Metall liegt ihm im Blut und der Wunsch nach Selbstständigkeit schon immer am Herzen. Im Jahr
1995 ist es endlich so weit: Er gibt seinen Job als Betriebsleiter eines Büromöbelher­stellers auf und gründet gemeinsam mit Frau Edda und Sohn Stephan seine eigene Firma: die Schink Blechbearbeitung & Metallbau in Coburg.„Es war kein leichter Einstieg damals“, erzählt Stephan Schink. Der hohe Investitionsbedarf für die erste 2,6-Kilowatt-Laserschneidanlage und ein niedriger Eigenkapitalanteil machten dem jungen Start-up zu schaffen. „Erst mit einem guten Unternehmensberater, einem schlüssigen Businessplan und durch gute Kontakte, die wir mit der Unterstützung von TRUMPF knüpfen konnten, gelang es uns, eine Bank für die Finanzierung zu gewinnen“, erklärt der 43-Jährige.

Den Kunden im Blick

In den folgenden Jahren schafft es der engagierte Job-Shop, sich einen Stammkunden­kreis aufzubauen. Schink beliefert Kunden aus dem Maschinenbau, der Fahrzeugindus­trie, der Medizintechnik, dem Möbel-, Geräte- und Gehäusebau — aber auch den Handwerker von gegenüber. Neben Verlässlichkeit und Qualität ist es vor allem die Bereitschaft zur Veränderung, die Schink auszeichnet.

Günter-Schink

Für Firmengründer Günter Schink steht die Kundenzufriedenheit im Vordergrund.

„Der Qualitätsanspruch unserer Kunden ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Es ist selbstverständlich, dass alle Teile sorgfältig beschriftet und verpackt sind, jeder Kratzer wird reklamiert“, sagt Günter Schink. Und auch das Portfolio musste dem Markt angepasst werden, um im Wettbewerb zu bestehen. „Mit einem einfachen gelaserten Blechteil — vielleicht noch gebogen — holt man heute keinen mehr hinterm Ofen vor“, erklärt Stephan Schink. Deshalb bietet der Job-Shop heute komplette Baugruppen an.

Aus umständlich wird einfach

Dass Automatisierung vor allem im Bereich der Großserienfertigung Sinn macht, halten Stephan und Günter Schink für ein Vorurteil. „Wir arbeiten mit Losgrößen von eins bis zur Kleinserie. Trotzdem haben wir uns im vergangenen Jahr für den Umstieg auf eine automatisierte Fertigung und Lagerhaltung entschieden“, erzählt der 63-jährige Fir­mengründer. Im Fokus der Überlegungen standen der Wunsch nach verbesserter Qualität und optimierten Prozessen. Das Stopa-Lager bei Schink verfügt über 180 Plä­tze für Standard- und 36 Fächer für Überformatbleche von 4.000 mal 2.000 Millime­tern. Die beiden Laserschneidanlagen, eine TruLaser 3030 der neuen Generation und eine ältere TruLaser 3040, sind mit einem LoadMaster an das Lager angebunden. Der LoadMaster transportiert die Bleche mittels Vakuumsauger schonend und automatisch von der Beladestation zum Palettenwechsler und legt sie dort ab. „Das bringt uns eine Menge Vorteile“, erklärt Stephan Schink. „Früher holte der Maschinenbediener die Bleche mit einem Stapler selbst an die Maschine. Dazu musste er zu­nächst das richtige Material im Lager finden. Bei unserer Auftragsstruktur konnte es schon mal passieren, dass die Anlage in dieser Zeit stillstand.“

Die Automatisierung lässt dem Maschinenbediener jetzt die Zeit, sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren.

Auch fehlerhaftes Material sowie Fehler beim Rücklagern blockierten die Prozesse und führten zu Unsicherheiten bei den Lagerbeständen.„Die Automatisierung lässt dem Maschinenbediener jetzt die Zeit, sich auf seine Kernkompetenzen — die Optimierung der Schneidergebnisse — zu konzentrieren. Und das führt zu einem geringeren Nachbearbeitungsaufwand und zu mehr Kundenzufriedenheit“, so Schink. Gesteuert werden Lagerbestände und Materialfluss mit dem TruTops Fab Modul Storage, der Stopa-Software sowie einem bereits seit Jahren installierten PPS-System. „Als wir uns für das Stopa-Lager entschieden, war die Grundvoraussetzung, dass die Schnittstellen der unterschiedlichen Systeme reibungslos kommunizieren. Und das tun sie“, erklärt Stephan Schink zufrieden.

Fertigung

Die neue TruLaser 3030 und die vorhandene Flachbettlasermaschine sind nun an das Stopa-Lager angebunden.

Durchdachter Umzug 

Bereits im Jahr 2000 verlegten die Schinks ihren Unternehmenssitz von Coburg nach Bad Rodach. Im Jahr 2014 erfolgte dann der Spatenstich für eine neue Produktions­halle. Sie diente während der Umbaumaßnahmen der bestehenden Halle zunächst als Ausweichlager. Denn um das Stopa-Lager zu installieren, war es notwendig, die Fundamente des Bestandsgebäudes entsprechend anzupassen.„Dann haben wir das Stopa-Lager sowie die neue TruLaser 3030 eingebaut und zum Schluss die vorhandene Flachbettlasermaschine innerhalb der Halle umgesetzt und ebenfalls an das neue Lager angebunden“, erzählt Stephan Schink. Inklusive des Umzugs des Blechlagers dauerte der gesamte Prozess von der Auftragsvergabe bis zur Inbetriebnahme rund fünf Monate. „Das haben wir nur geschafft, weil alle Beteiligten Hand in Hand gearbeitet haben. Eine wirklich tolle Leistung“, freut sich Schink. Für das Familienunternehmen war 2014 ein intensives Jahr. „Aber es hat sich gelohnt“, resümiert Günter Schink. Der Wunsch nach einer nachhaltigen Materialflussoptimierung und besserer Teilequalität hat sich erfüllt. „Wir haben eine Quote von 98 Prozent Gutteilen und sparen darüber hinaus eine Menge Zeit und Kosten“, erklärt er. Das Wichtigste ist aber, dass die Kunden zufrieden sind. Damit sie das auch bleiben, tüfteln Günter und Stephan Schink weiter am Portfolio. „Laserschweißen steht definitiv als Nächstes auf der Agenda“, sind sie sich einig.

Verantwortung übernehmen

Schink-Azubi

Dem Sohn des Firmengründers Stephan Schink und dessen Frau Manuela ist die Verantwortung für den Nachwuchs wichtig: Lukas Amberg (rechts), Auszubildender bei Schink, gewann mit dem von ihm konstruierten Tischfußballspiel den ersten Preis im Wettbewerb „Zusammenspielen“ der bayerischen Ausbildungsoffensive.

Seit 2005 können sich junge Menschen bei der Schink Blechbearbeitung zum  Konstruktionsmechaniker ausbilden lassen. „Wir sehen es als Teil unserer Ver­antwortung als Arbeitgeber, auch für den Nachwuchs zu sorgen“, erklärt Stephan Schink. „Wir laden Kindergartengruppen zu uns ein, damit bereits die ganz Kleinen mal Metall schnuppern. Speziell die Laserbearbeitung macht immer großen Eindruck“, ergänzt Günter Schink. Das Unternehmen ist regel­mäßig auf Ausbildungsmessen präsent und lässt sich auch sonst einiges einfallen, um den Auszubilden­den, die im Großraum Coburg rar sind, etwas Besonderes zu bieten. Im vergangenen Jahr beteiligte sich beispiels­weise Lukas Amberg, seit dem 1. September 2011 Azubi bei Schink, im Rahmen der bayerischen Aus­bildungsoffensive an dem Wettbewerb „Zusammen­spielen“. Aufgabe war es, in Zusammenarbeit mit einer Partnerschule ein Tischfußballspiel aus Pappe zu ge­stalten.„Unser Metier ist das Blech, und auch auf die Gefahr hin, das Thema zu verfehlen, hat unser Azubi gemeinsam mit den Schülern die Aufgabenstellung mit einer Metallkonstruktion gemeistert“, erzählt Stephan Schink stolz. Mit Erfolg: Das Tischfußballspiel aus Bad Rodach erhielt bayernweit den ersten Preis.

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im April 2015.



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Verantwortungsvolle Unternehmer

Wer:

Schink Blechbearbeitung & Metallbau GmbH & Co. KG, Bad Rodach. Gegründet 1995, 35 Mitarbeiter.
www.schink-blechbearbeitung.de

Was:

Der Lohnfertiger bedient mit seinem umfangreichen Dienstleistungsspektrum den Maschinenbau, die Fahrzeugindustrie und Medizintechnik sowie den Möbel-, Geräte- und Gehäusebau

Womit:

TruLaser 3030 und TruLaser 3040 mit LoadMaster, TruBend 5230 und TRUMABEND V 130, Stopa-Lager

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