Gute Aussichten für schwedische Metallverarbeiter Lohnfertiger und Produkthersteller in Schweden haben gut lachen: Sie setzen auf moderne Maschinen und einen hohen Automatisierungsgrad - mit Erfolg.

Ingemar Ronger hat einiges vor: Er möchte Rotage zum führenden skandinavischen Zulieferer machen. Mit einer automatisierten Fertigung soll es gelingen.

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Blechbearbeitung in Schweden

„Es sieht sehr gut aus“ —  Metall verarbeitende Betriebe in Schweden stehen bereit: mit hochautomatisierten Maschinenparks und neuen Technologien.

30 Kilometer südlich des Vänern, des größten Sees in Schweden, liegt Kvänum. Gerade einmal 1.300 Einwohner leben dort. Klingt wenig spektakulär, doch die kleine Stadt hat sich zu einem starken Zentrum der Blechbearbeitung gemausert.

Biegen und Stanzen

Niklas Tjäder ist Produktionsleiter bei Swegon AB. Das Unternehmen fertigt Klima- und Lüftungsanlagen und beschäftigt am Hauptsitz in Kvänum 375 Mitarbeiter. 9.000 Systeme verlassen das Werk derzeit jährlich – in den unterschiedlichsten Abmessungen: „Die kleinsten Geräte werden in Kühlschränke eingebaut, die größten haben die Ausmaße eines Wohnwagens“, sagt Tjäder.

Eines haben alle gemeinsam: Sie bestehen zu 95 Prozent aus Metall. Außen- und Innenbleche sowie alle Teile im Kern sind aus Stahl oder Aluminium. Aus Letzterem fertigt Swegon seit einigen Jahren die Ventilatorräder. „Zuvor benutzten wir dafür Stahl. Aluminium ist aber leichter, das spart bei gleicher Leistung Gewicht und Energiekosten“, erläutert Tjäder. Mit dem neuen Werkstoff hielt auch eine neue Technologie Einzug: das Laserschweißen.

Swegon AB fertigt Klima- und Lüftungsanlagen. „Ich möchte eine voll industrialisierte Fabrik und einen modernen Produktionsablauf schaffen“, sagt Fertigungsleiter Niklas Tjäder.

Eine TruLaser Cell 7020 mit CO₂-Laser sorgt nun für feste Schweißnähte. Moderne Maschinen sind für den Produktionsleiter wichtig: „Ich möchte eine voll industrialisierte Fabrik und einen modernen Produktionsablauf schaffen“, betont er. Automatisierung ist für ihn darum ein Muss. In seiner Fertigung versorgt ein Stopa-Lager drei TruPunch 5000 Maschinen mit jährlich bis zu 450.000 Standardplatinen. Roboter lagern die fertigen Teile wieder ein.

Das Biegen will Tjäder künftig ebenfalls weiter automatisieren. „Ein hohes Maß an Automatisierung ist wichtig, um flexibel und effizient produzieren zu können“, ist er überzeugt. „Außerdem sorgt sie für eine gleichbleibende Qualität und stabile Prozesse.“

Mehr Teile, weniger Personal

Das sieht auch Ingemar Ronger so. Der Geschäftsführer steht eine Straßenecke weiter in der Produktionshalle der Rotage AB. Das Herzstück seiner Fertigung ist nicht zu übersehen: 75 Meter lang und sechs Meter hoch ist das Stopa-Lager, fast 700 Paletten bietet es Platz. 6.500 Tonnen Baustahl, Edelstahl und verzinktes Blech verarbeitet der Lohnfertiger im Jahr.

Drei TRUMPF Laserschneidanlagen und zwei Stanzmaschinen sind in das Automatisierungskonzept eingebunden, ebenso zwei vollautomatische Biegezellen. „Mit unseren automatisierten Maschinen produzieren wir mehr, mit weniger Personal. Das ist ein großer Wettbewerbsvorteil“, sagt Ronger. „Unser Ziel ist es, rund um die Uhr zu fertigen.“, erklärt der Geschäftsführer. Bis zu 80 Kunden beliefert Rotage im Monat, vor allem in Schweden und Norwegen.

Der Lohnfertiger Rotage AB setzt auf eine automatisierte Produktion: „Unser Ziel ist es, rund um die Uhr zu fertigen“, erklärt Geschäftsführerer Ingemar Ronger.

Das setzt ein hohes Maß an Flexibilität voraus, die Seriengrößen variieren stark. „Wir fertigen alles, ausgehend von der Losgröße eins. Großserien machen bei uns jedoch den Hauptteil aus“. Als Lohnfertiger hat Rotage die Krise 2009 hart getroffen: „Innerhalb von zwei Monaten ist unser Umsatz um zwei Drittel eingebrochen“, erinnert er sich. Die Hälfte der Mitarbeiter musste er damals entlassen.

Aus der Krise zieht er aber auch Positives. „Wir agieren nun viel offensiver am Markt und produzieren noch effizienter.“ Das Resultat zeigte sich bereits 2010 in einem Umsatzplus von 52 Prozent. Neue Technologien hat Ronger bereits im Blick: Das Laserschweißen hat sein Interesse geweckt. „Wir wollen die Nummer eins unter den skandinavischen Zulieferern sein. Und das können wir nur schaffen, wenn wir mit schlanken Prozessen arbeiten.“

Pionier beim BendMaster

Lösungen finden und Dinge vereinfachen, das ist für Per Olof Björnsson im 370 Kilometer entfernten Stockholmer Stadtteil Skarpnäck die tägliche Herausforderung: „ProPart steht für Produktionspartner“, erklärt der Geschäftsführer der Devex ProPart AB. „Wir wollen unseren Kunden bei allen Fertigungsschritten zur Seite stehen.“ Von der Konstruktion und Optimierung der Bauteile über die Fertigung bis zur kompletten Montage übernimmt das 57 Mitarbeiter starke Familienunternehmen auf Wunsch alles.

„Wir entwickeln Bauteile und Produkte mit den Kunden, so können wir ausschließen, dass es in der Fertigung aufgrund der Konstruktion zu Problemen kommt“, erläutert Björnsson. Einige Auftraggeber lagern einzelne Teile oder die gesamte Produktion an Devex aus. „Manche Kunden haben keine eigene Produktion oder ihnen fehlt das nötige Wissen. Dann helfen wir ihnen auch bei der Optimierung ihrer Fertigung“, so Björnsson.

„ProPart steht für Produktionspartner“, erklärt Per-Olof Björnsson Geschäftsführer der Devex ProPart AB. „Wir wollen unseren Kunden bei allen Fertigungsschritten zur Seite stehen.“

Die eigene Werkzeugabteilung versorgt die Kunden mit passenden Sonderwerkzeugen für ihre Maschinen. Als Komplettanbieter präsent zu sein, ist für Björnsson ein Wettbewerbsvorteil. Devex ist für alles zu haben: vom Laserschneiden über das Biegen, Stanzen, Fräsen bis zum MIG-Schweißen. Genauso vielfältig gestaltet sich das Kundenspektrum: „Es ist einfacher zu sagen, für welche Branchen wir nicht arbeiten“, sagt Björnsson und lacht. „Das sind die Automobil- und die Telekommunikationsindustrie. Sie benötigen sehr große Stückzahlen und wir sind in den kleinen und mittleren Größen zu Hause.“

Für die Lebensmittelindustrie fertigt Devex zum Beispiel eine Maschine zum Messen des Fettgehalts von Milch. Gebogen werden die Teile vollautomatisch. Beide TRUMPF Abkantpressen arbeiten mit BendMaster: „Wir hatten den ersten in Schweden“, erklärt Björnsson. „Mit Automatisierung bleiben wir gegenüber der Konkurrenz aus Asien wettbewerbsfähig. Darum haben wir in eine TruBend Cell 7000 investiert.“

Lasernetzwerk zum Schweißen

Auf Nachhaltigkeit ist auch Benny Gustafsson bedacht. Entsprechend stolz ist der Geschäftsführer, dass er auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten keinen Mitarbeiter der Brantheim AB entlassen musste. „Man muss seinen Angestellten und Kunden immer das Gefühl von Sicherheit bieten. Dann hat man die nötigen Kapazitäten, wenn das Geschäft wieder in Fahrt kommt“, betont er.

Die auftragsschwachen Zeiten hat er genutzt, um die 19 Mitarbeiter des Familienunternehmens 20 Kilometer südlich von Stockholm im Laserschweißen auszubilden: „Wir wollen die Flexibilität der Kleinfirma mit den Möglichkeiten der Großfirma kombinieren“, sagt Gustafsson.

Beim Lohnfertiger Brantheim AB möchte Geschäftsführer Benny Gustafsson die Flexibilität der Kleinfirma mit den Möglichkeiten der Großfirma kombinieren.

Eine Strategie, die Erfolg hat: Trotz der vergleichsweise kleinen Firmengröße hat sich Brantheim als Komplettanbieter etabliert. Vom Laserschneiden über das Stanzen, Biegen, Lackieren und Pulverbeschichten übernimmt der Betrieb alle Fertigungsschritte – auch das 3-D-Laserschweißen. „Die Technologie fasziniert mich schon seit Jahren.“

Als er die TruLaser Cell 5020 auf einer Messe entdeckte, war die Entscheidung gefallen. Heute versorgt ein Festkörperlaser zwei Bearbeitungszellen und schweißt Hauben und Kapselungen aus Edelstahl für die Medizintechnik. Weitere Kunden kommen aus der Telekommunikations- und Elektroindustrie, der Lebensmittel und Offshore-Branche.

Von einer bis 8.000 Einheiten fertigt Brantheim alles – und etwa 800 Baugruppen jährlich. Große Aufgaben für ein kleines Unternehmen. „Automatisierung ist wichtig, um effizient zu arbeiten“, ist Gustafsson überzeugt. Zwei Mitarbeiter bedienen bei ihm drei Maschinen – inklusive Programmierung. Nun auch beim Biegen: Wie Devex, hat auch Benny Gustafsson in eine TruBend Cell 7000 investiert – eine der ersten in Schweden. Die hat bereits viel Arbeit, der Auftragseingang wächst: „Det ser ganska ljust ut“, sagt Gustafsson – es sieht sehr gut aus.

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Sommer 2011.

 



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Gutes Klima aus Kvänum

Wer:

Swegon AB, Kvänum, Schweden. Gegründet 1952, 1250 Mitarbeiter weltweit. www.swegon.com

Was:

Klima- und Lüftungsanlagen in unterschiedlichen Ausführungen für internationale Kunden in der Bauindustrie

Womit:

3 x TruPunch 5000 mit Anbindung an Stopa-Lager, TruLaser Cell 7020 mit CO2-Laser

Schlanke Prozesse für große Serien

Wer:

Rotage AB, Kvänum, Schweden. Gegründet 1979, 80 Mitarbeiter. www.rotage.se

Was:

Klassischer Zulieferer mit Kunden in Schweden und Norwegen

Womit:

2 x TruBend 5130 mit BendMaster, 2 x TruLaser 3030 mit LiftMaster Store und SortMaster, TruLaser 3050, 4 x TruPunch 5000 mit SheetMaster, Stopa-Lager

Partner mit System

Wer:

Devex ProPart AB, Skarpnäck, Schweden. Gegründet 1969, 57 Mitarbeiter. www.devex.se

Was:

Entwickelt als Systempartner Teile und Produkte mit den Kunden, übernimmt die gesamte Fertigung, vom Prototypen bis zur Endmontage

Womit:

TRUMATIC 600 L, TruLaser 2525, TruMatic 6000, TrumaBend V 130 mit BendMaster, TruBend 5130 mit BendMaster, TruBend Cell 7000

Klein, aber stark

Wer:

Brantheim AB, Tyresö, Schweden. Gegründet 1940, 19 Mitarbeiter. www.brantheim.se

Was:

Flexibler Komplettanbieter für die gesamte Prozesskette. Stanzen, Biegen, Laserschneiden und -schweißen, Montage und Pulverbeschichten gehören zum Portfolio

Womit:

TruPunch 3000, TruMatic 3000, TruLaser 4030, TrumaBend V 130 mit BendMaster, TruBend 5130 mit BendMaster, TruBend Cell 7000, TruLaser Cell 5020 mit Festkörperlaser

Beim Klima- und Lüftungsanlagenhersteller Swegon entstehen Ventilatorenlaufräder aus Aluminium. Sie sind besonders leicht.

Beim Lohnfertiger Rotage sind zwei vollautomatische Biegezellen in das Automatisierungskonzept eingebunden.

Als Komplettanbieter überzeugt Devex ProPart AB seine Kunden durch den passenden Service und mit automatisierten Maschinen.

„Das Laserschweißen fasziniert mich schon seit Jahren“, sagt Benny Gustafsson. Heute versorgt bei Brantheim AB ein Festkörperlaser zwei TruLaser Cell 5020.

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