Großer Auftritt für Brasilien Brasilien bereitet sich auf die Fußball-WM und auf die Olympischen Spiele vor. Die Wirtschaft wächst und mit ihr Hersteller und Lohnfertiger.

"Wir differenzieren uns über unseren Entwicklungs- und Fertigungsprozess von anderen Herstellern", sagt Marcopolo-Geschäftsführer José Rubens de la Rosa und investiert kräftig.

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Brasilien auf Wachstumskurs

Hersteller und Lohnfertiger haben in Brasilien eines gemeinsam: Sie blicken positiv in die Zukunft.

Brasilien bereitet sich vor. Zwei sportliche Großevents stehen vor der Tür: 2014 die Fußballweltmeisterschaft und zwei Jahre später die Olympischen Spiele. Die Welt wird zuschauen — und zu Gast sein. Mehr als eine halbe Million Besucher gilt es allein bei der WM zu beherbergen und zu transportieren.

Siebenmal Festkörperlaser

Gute Zeiten für Marcopolo. Das Unternehmen baut, was dann dringend benötigt wird: Karosserien für Busse. „Wir bewegen uns derzeit in einem wachsenden Markt“, sagt Marcopolo-Geschäftsführer José Rubens de la Rosa. „Für die Sportereignisse sind neue, komfortable, sichere und sparsame Fahrzeuge gefragt.“

Um der steigenden Nachfrage gewachsen zu sein, baut der Hersteller mit Sitz in Caxias do Sul seine Kapazitäten massiv aus. „2015 werden unsere Investitionen seit 2008 rund 270 Millionen Euro betragen.“ Sieben neue TruLaser 5030 fiber 2-D-Maschinen mit Festkörperlaser sind Teil des Pakets. „Sie bilden ein wichtiges Element der Firmenstrategie“, betont de la Rosa. „Wir differenzieren uns über unseren Entwicklungs- und Fertigungsprozess von anderen Herstellern. Modernste Anlagen sind für uns darum ein Muss.“

Wichtige Basis: Mitarbeiter

Marcopolo investiert aber auch in die Qualifizierung der rund 18.000 Mitarbeiter weltweit. In der fimeneigenen Berufsschule „Escola de Formação Profissional Marcopolo“ hat das Unternehmen in den vergangenen 20 Jahren mehr als 1.000 Nachwuchskräfte ausgebildet. Heute gibt es vier weitere Schulen — rund um den Globus. Dort fahren auch die Busse des Unternehmens: Marcopolo beliefert Transportunternehmen in 100 Ländern.

Besonders im eigenen Land blickt de la Rosa erfolgreichen Zeiten entgegen. „Brasilien wird wachsen“, bestätigt Robson Braga de Andrade, Präsident des nationalen Industrieverbands. „Die Olympischen Spiele und die Weltmeisterschaft erfordern große strukturelle Investitionen. Das bietet neue Geschäftschancen.“

Lastwagen im Aufwärtstrend

Marcelo Facchini sieht das ähnlich. Vom Boom rund um WM und Olympische Spiele kann auch sein Unternehmen mit Hauptsitz in São José do Rio Preto profitieren. Brasilien investiert in Neu- und Umbau von Stadien und baut die gesamte Infrastruktur deutlich aus. Lkws sind gefragt, Facchini fertigt die passenden Aufbauten. Kipper, Tankwagen oder Trailer gehen an Firmen aus der Landwirtschaft, dem Bau- und Transportgewerbe in Südamerika und Afrika.

Als Geschäftsführer von Facchini S.A. setzt Marcelo Facchini auf gut ausgebildete Mitarbeiter, auf Wachstum, Professionalität und Natürlichkeit.

„Nach zwei Jahren stabilen Wachstums und einer kurzen, schwächeren Phase rechnen wir in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres wieder mit Wachstum“, sagt er. Zwei neue Produktionsstandorte stehen kurz vor der Fertigstellung. „Wir haben mehr als 40 Standardaufbauten im Programm. Damit helfen wir unseren Kunden, auch bei Spezialtransporten noch produktiver zu werden“, betont Facchini.

Sicherer Stand

Mit 4.382 Mitarbeitern, neun Standorten, 30 Vertragshändlern in Brasilien und zehn weiteren im Ausland ist er gut aufgestellt. Die Blechfertigung arbeitet mit neun 2-D-Laserschneidmaschinen von TRUMPF. Diese sollen die Schlagscheren ablösen. Seine Strategie? „Wir setzen auf gut ausgebildete Mitarbeiter und moderne Maschinen, auf Wachstum, Professionalität und Natürlichkeit. All das verankern wir in unserer strategischen Planung.“

Partner statt Produzent

Almir Ciarrocchi ist seinen Grundwerten treu geblieben — für die Ausrichtung seines Unternehmens CCS Tecnologia e Serviços Ltda in Limeira war das eine wegweisende Entscheidung: „In den vergangenen Jahren hatten wir die Chance, eigene Produkte auf den Markt zu bringen. Doch wir haben uns dafür entschieden, das zu bleiben, worin wir am besten sind: Dienstleister.“

Damit hat er das Vertrauen seiner Kunden als zuverlässiger Partner gewonnen. Mit 900 Mitarbeitern produziert der Lohnfertiger heute Teile und Baugruppen für die Automobil- und Bauindustrie, Landwirtschaft und Eisenbahn, fertigt Automaten für Banken und Komponenten für Generatoren.

CCS-Geschäftsführer Almir Ciarrocchi ist seinen Grundwerten treu geblieben: „Wir haben uns dafür entschieden das zu bleiben, worin wir am besten sind: Dienstleister.“

Blechexperten

Technologisch ist das Unternehmen breit aufgestellt: Laserschneiden, Stanzen, Biegen, Schweißen und Oberflächenbearbeitung gehören zum Spektrum. „Wir hatten bereits mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Fertigung von Metallrahmen. Dann ergab sich die Chance, an einem Projekt mitzuarbeiten, bei dem es nötig war, mit dem Laser zu schneiden“, erinnert sich Ciarrocchi.

CCS nahm die Herausforderung an. Die Lasertechnik hielt Einzug in die Fertigung — in Form von TRUMPF Maschinen. Heute sind es 26 Stück. Drei TruPunch Stanz- und zwei TruBend Biegemaschinen ergänzen sie. „Wir haben anfangs mit Anlagen unterschiedlicher Hersteller gearbeitet, doch die von TRUMPF haben uns überzeugt“, erläutert Ciarrocchi. „Der standardisierte Maschinenpark erleichtert uns die Instandhaltung.“

Mehr Raum für Wachstum

Wie Facchini rechnet auch er für die zweite Jahreshälfte mit einem Aufwärtstrend — die Erweiterung der Produktionsfläche von 40.000 auf 51.000 Quadratmeter läuft bereits. Damit verfolgt Ciarocchi eine Strategie, die Weber Porto, Präsident der brasilianischen Auslandshandelskammer, befürwortet. „Die Firmen müssen ihre Kosten reduzieren und gleichzeitig sicher wachsen: mit Investitionen in moderne Produktion und innovative Prozesse.“

Neue Standorte

Als Lohnfertiger geht Cortemetal in Curitiba einen etwas anderen Weg: „Unser Ziel ist es, in anderen Regionen neue Standorte zu gründen. Wir wollen näher am Kunden sein“, erläutert Geschäftsführer Pablo Vicent Pereira Motta die Strategie. „Unsere bestehenden drei Produktionsstätten bilden mit ihrer Stärke und Nachhaltigkeit im lokalen Markt die Basis für unser Vorhaben.“

Pablo Vicent Pereira Motta ist mit Cortemetal in Nischen erfolgreich. Mit neuen Standorten will der diesen Vorteil weiter ausbauen.

Wie CCS hat sich auch Cortemetal als Lohnfertiger einen Namen gemacht. Ursprünglich entwickelte das Unternehmen Lösungen für die Elektro- und Telekommunikationsindustrie. Die Blechbearbeitung mit Lasermaschinen bot die Chance zur breiteren Aufstellung. Heute entstehen in Londrina, Curitiba und Manaus Maschinenteile für die Landwirtschaft, Automobile und elektrische Geräte.

Weltpublikum

Kleine und mittlere Unternehmen gehören zum Kundenkreis. Motta beschreibt seine Strategie folgendermaßen: „Es gibt Nischen, in denen wir trotz harten Wettbewerbs unsere Vorteile ausspielen können. Darum haben wir uns breit aufgestellt.“ Mit groß angelegten Marketingaktionen will Cortemetal neue Kunden gewinnen. 1,4 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Der Zeitpunkt scheint perfekt — schließlich blickt 2014 und 2016 die ganze Welt nach Brasilien.

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Sommer 2012.



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Brasilien: gute Aussichten

Experten erwarten 2012 einen Zuwachs des brasilianischen Bruttoinlandprodukts zwischen drei und vier Prozent, nach 2,7 Prozent 2011. Mit Zinssenkungen und Fördermaßnahmen versucht die Regierung, die Wirtschaft weiter anzukurbeln. Die Geschäftsführer von Marcopolo, Facchini, CCS und Cortemetal rechnen im zweiten Halbjahr 2012 mit einem wirtschaftlichen Aufwärtstrend.

Effiziente Busse

Wer:

Marcopolo S. A., Hauptsitz in Caxias do Sul, 18.000 Mitarbeiter, gegründet 1949. www.marcopolo.com.br

Was:

Karosserien für Busse

Womit:

Eine Laser-Rohrbearbeitungsanlage, drei Stanzmaschinen und fünf Laserschneidmaschinen von TRUMPF, sieben weitere werden derzeit installiert

Rollende Kraftpakete

Wer:

Facchini S. A., Hauptsitz in São José do Rio Preto, 4.382 Mitarbeiter, gegründet 1950. www.facchini.com.br

Was:

Hersteller von Lkw-Aufbauten für Transportgewerbe und Landwirtschaft in Südamerika und Afrika

Womit:

Zwölf Laserschneidmaschinen von TRUMPF

Überzeugter Lohnfertiger

Wer:

CCS Tecnologia e Serviços Ltda, Hauptsitz in Limeira, 900 Mitarbeiter, gegründet 1995. www.ccstec.com.br

Was:

Produziert Teile und Baugruppen für die Automobil- und Bauindustrie, Landwirtschaft, Eisenbahn und Banken

Womit:

26 Lasermaschinen, zwei Stanz- und zwei Biegemaschinen von TRUMPF

Job-Shop auf Expansionskurs

Wer:

Cortemetal, Hauptsitz in Curitiba, 36 Mitarbeiter, gegründet 2005. www.cortemetal.com.br

Was:

Fertigt an drei Standorten Maschinenteile für die Landwirtschaft, für Automobile und elektrische Geräte

Womit:

Zwei TRUMPF Laserschneidmaschinen, eine Biegemaschine

Der Karosseriehersteller Marcopolo baut seine Kapazitäten massiv aus: Sieben neue TruLaser 5030 fiber Maschinen sind Teil des Investitionspakets.


Die 2-D-Lasermaschinen von TRUMPF sollen bei Faccini die Schlagscheren ablösen.

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