briefkasten.de Renz sorgt dafür, dass die Post nicht auf der Fußmatte liegen bleibt — mit Briefkästen in vielen Varianten. Alle sieben Minuten entsteht ein neuer und fast jeder ist ein Unikat.

Renz gibt Briefen ein individuelles Zuhause. Losgröße eins ist für den geschäftsführenden Gesellschafter Armin Renz längst Realität.

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Klarer kann eine Webadresse nicht sein. Geht man auf briefkasten.de, landet man bei der Erwin Renz Metallwarenfabrik GmbH & Co. KG im schwäbischen Kirchberg an der Murr. Renz ist europäischer Marktführer für Briefkastenanlagen.

Ob Ein- oder Mehrfamilienhaus oder ganz individuelle Gewerbelösungen für Apotheken und Autohäuser — wenn es um den Briefkasten geht, ist Renz die erste Adresse. Rund eine Million Briefk ästen produziert das Unternehmen europaweit in fünf Werken. Am Stammsitz in Kirchberg wird alle sieben Minuten ein Briefkasten fertig — und fast jeder ist ein Unikat. „Losgröße eins ist bei uns längst Realität“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Armin Renz. „Rund 95 Prozent unserer Briefkästen produzieren wir auftragsbezogen.“ Damit bei der enormen Variantenvielfalt jeder Kasten in bester Qualität und zum vereinbarten Termin auf der Baustelle landet, hat Renz vorgesorgt. Schlüssel zum reibungslosen Ablauf ist der Renz-Internet-Konfigurator (RIK) — ein in der Branche einzigartiges Softwaretool. Damit erstellt der Fachhändler systemgesteuert die individuelle Kundenlösung.

Renz_Variantenvielfalt

Individuelle Frontplatten entstehen auf einer TruMatic 6000. Die Arbeitsvorbereitung verknüpft die Aufträge je nach Materialmix.

Die Platzierung von Klingeltaster und Wechselsprechmodulen ist dabei ebenso frei wählbar wie die der optionalen LED-Beleuchtung oder Sensoren für Fingerprints und Bluetooth-Schnittstelle. Bei jedem Klick wird gleich die technische Machbarkeit geprüft  — Fehlplanung ausgeschlossen! Für die Auftragsfreigabe erhält der Fachhändler eine maßgerechte CAD-Skizze und das aufbereitete Kostenangebot. Der Clou: RIK liefert auch der Fertigungssteuerung alle Daten für die Produktion. Ist der Auftrag bestätigt, wandert der komplette Datensatz in den Auftragspool. Die Fertigungsplanung löst dann auf Knopfdruck die Stückliste  auf  und  druckt  die  Produktionspapiere. 

Rund 95 Prozent unserer Briefkästen produzieren wir auftragsbezogen.

Basiskomponenten wie Standardgehäuse oder Türen fertigt Renz als Baukasten direkt vom Coil. Dabei dominiert der Dünnblechbereich zwischen 0,7 und 1,25 Millimeter Dicke — etwa zehn Prozent davon aus Edelstahl, weniger aus Aluminium und der Löwenanteil aus korrosionsbeständigem Galfan-Stahl. 120 verschiedene Varianten beherrschen aktuell die selbst konstruierten hoch automatisierten Gehäuselinien. Alle 35 Sekunden verlässt ein Gehäuse das Band.

Laserschneiden und Stanzen in Losgröße eins

Die individuellen Frontplatten wiederum werden auf einer TRUMPF Stanzanlage TRUMATIC 5000 R-13 sowie einer Stanz-Laser-Maschine TruMatic  6000  produziert.  Die  Arbeitsvorbereitung  verknüpft   verschiedene Aufträge abhängig vom Materialmix und verschachtelt so ressourcenschonend passende Jobs. In keinem Fall muss der Bediener selbst programmieren. Vielmehr lädt er das zum Auftrag passende Programm über eine dafür erstellte Schnittstellensoftware direkt aus der übergeordneten Datenbank. Auch für den schnellen Wechsel der notwendigen Stanzwerkzeuge sind  beide  TRUMPF  Maschinen  bestens vorbereitet. Automatisch tauscht der Stanzkopf die Werkzeuge, die im Linearmagazin lagern. Um die hohe Fertigungsqualität auch im Dreischichtbetrieb sicherzustellen, ist regelmäßige Wartung bei allen Maschinen längst Routine. Armin Renz: „Unsere TRUMPF Stanzmaschine läuft  seit 17 Jahren. Ihre Zuverlässigkeit resultiert auch aus dem Wartungsvertrag. Um Aufträge in Reihenfolge in der Losgröße eins effizienter stanzen, laserschneiden und biegen zu können, sprechen wir aktuell mit TRUMPF außerdem über eine neue TruMatic 7000 mit angehängter Biegezelle.“

Renz_Briefkasten

Alle sieben Minuten verlässt ein fertiger Briefkasten die Montage in Kirchberg.

Renz legt höchste Maßstäbe an die Qualität. So halten beispielsweise die Spaltmaße der puristischen Premiumserie Renz-Plan S jedem Vergleich mit der Automobilindustrie stand. Schmunzelnd wandelt Armin Renz ein Zitat von VW-Chef Martin Winterkorn ab: „Bei uns klappert nichts.“

Zwo-fünf-zwo mit RSO

Auf hohem Niveau verfolgen Betriebsleiter Matthias Bethlehem und Fertigungsorganisator Andreas Ginder weiter ein anspruchsvolles Ziel: Die Renz Synchrone Organisation (RSO) soll mittelfristig der Formel 2-5-2 genügen: zwei Tage Durchlauf von der Anfrage bis zum Auftrag, fünf Tage Fertigungszeit und danach zwei Tage für den Transport zum Kunden im Umkreis von 800 Kilometern.

Renz_Ginder_Bethlehem

Gemeinsam spüren Fertigungsorganisator Andreas Ginder und Betriebsleiter Matthias Bethlehem (rechts) jede Form von Verschwendung auf.

Renz_Kaizen_LeanManagement

Kaizen und Lean Management sind bei Renz bereits Fertigungsalltag: Kanban-Züge versorgen die Arbeitsplätze zuverlässig mit Material.

 Viele Grundlagen sind im Sinne von Kaizen und Lean Management bereits gelegt. Statt Staplerverkehr gleitet beispielsweise ein Milkrun-Zug mit fester Route und definierten Bahnhöfen durch die Halle. Im Takt stellt er den Materialfluss sicher und bringt die richtigen Komponenten an den richtigen Platz. Kanban-Karten steuern den Materialfluss nach dem Supermarktprinzip — als sich selbst regulierender Regelkreis.

Beherzte Einschnitte

Das RSO-Team bei Renz geht noch einen Schritt weiter. Matthias Bethlehem zieht aus der Wertstromanalyse seine Schlüsse: „Wir wollen, dass alles im Fluss ist. Jedes Lager bindet Kapital, jede Wartezeit verlängert den Weg zum Kunden. Deshalb gehen wir konsequent gegen jede Form der Verschwendung an und arbeiten zielstrebig an der Reduzierung von Rüst- und Durchlaufzeiten.“ Längst hat man festgestellt, dass der Wegfall des Auslieferungslagers die Logistik deutlich beschleunigt.

Renz_Fertigung

Lager? Fehlanzeige! Die Briefkästen gehen direkt von der Montagelinie auf die Lkw-Pritsche.

Direkt von der Montagelinie gehen die schonend verpackten Briefkastenanlagen auf die Lkw-Pritsche — sortiert nach Postleitzahlgebieten. Jüngster Coup: die Auflösung des Hochregallagers. Armin Renz: „Wir haben die Bestände drastisch reduziert, sodass uns die Fläche als Puffer reicht.“

Perspektiven im digitalen Zeitalter

Auf die Frage, ob der Briefkasten eine Zukunft  in Zeiten der Digitalisierung habe, antwortet Armin Renz zuversichtlich: „Die Zahl wirklich wichtiger Briefe sinkt, dafür legen Postwurf- und Werbesendungen zu. Vor allem aber eröffnet uns der Boom des Onlinehandels neue Chancen.“ Denn bestellte Ware muss per Paket zum Kunden. Der neue Paketkasten von Renz ist die logische Konsequenz. Die Lösung ermöglicht, dass Pakete genauso stressfrei empfangen und verschickt werden können wie Briefe. Dies gelingt durch ein Schloss mit elektronischem Key, über den nur der zuständige Zulieferer und der Besitzer des Renz-Paketkastens verfügen. Der Empfänger kann zudem Pakete oder Retouren auch von zu Hause abholen lassen, indem er sein Paket in den Paketkasten legt. So zeichnet sich die Zukunft  von Renz im Internet-Zeitalter ab.

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Winter 2014.

 



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Erste Adresse für die Post

Wer:

Erwin Renz Metallwarenfabrik GmbH & Co KG, Kirchberg/Murr. Gegründet 1925, 660 Mitarbeiter. www.briefkasten.de

Was:

Europäischer Marktführer bei Briefkastenanlagen für Ein- sowie Mehrfamilienhäuser und Sonderanfertigungen für Handel und Gewerbe

Womit:

TruMatic 6000 mit SheetMaster, TRUMATIC 500 R-13, TruBend 5130

DIN EN 13724

Die Maße sind vorgeschrieben: 30 Millimeter hoch, 230 Millimeter breit ist der Einwurfschacht, 97 Millimeter tief der Kasten – das ist ein normgerechter Briefkasten gemäß DIN EN 13724.

ZEHN MARK FÜR DIE NORM

Bereits in den 1950- und 1960er-Jahren bot die damalige Deutsche Bundespost für jeden normgerechten Hausbriefkasten im Erdgeschoss einen Zuschuss von zehn Mark. Der frühe Schwenk zur normierten Briefkastenanlage macht Deutschland zum Land mit der höchsten Dichte — gleich gefolgt von Frankreich. Dort wird ebenfalls streng nach Norm Post ausgeteilt. Schlusslicht ist derzeit Großbritannien – hier dominiert der Durchwurfschlitz an der Haustür.

Für Österreich übrigens wurde der Fall des Postmonopols teuer. Weil bis dato die sogenannten Hausbrief­fachanlagen und Landabgabe­kästen nur mittels post­eigenem Zentralschlüssel zu öffnen waren, musste das Land umrüsten. Erfolgreich hatte ein Immobilien­eigentümer vor dem Verfassungs­gericht durchgesetzt, dass die Postgesellschaft die Umrüstung zum EU-konformen Briefkasten zu zahlen hätte. Chance für Renz: Eine Million Briefkästen lieferten die Kirchberger in den Jahren 2011 und 2012 nach Österreich.

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