Der Schlankmacher Heute bestellt, morgen geliefert: Der koreanische Lohnfertiger Laser Center macht es möglich — mit schlanken Prozessen und automatisierten Maschinen.

„Bei unserem Neubau waren mir optimierte Prozesse und automatisierte Maschinen besonders wichtig“, sagt Kwak Yun Chon.

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Der Schlankmacher

Die Entscheidungen von Kwak Yun Chon sind stets durchdacht. Das Resultat ist eine automatisierte Fertigung, die beeindruckt.

Kwak Yun Chon lag wieder einmal richtig. In Siheung, 20 Kilometer südöstlich von Seoul, steht er im ersten Stock seines neuen Firmengebäudes und blickt durch eine große Glasscheibe in seine Fertigung. Ein zufriedenes Lächeln huscht über sein Gesicht. Alles läuft wie geplant. Wer den koreanischen Geschäftsführer kennt, den überrascht das wenig. Schließlich sind all seine Entscheidungen wohlüberlegt. Dabei denkt er gerne groß. Davon zeugen ein eigens entwickeltes ERP-System, eine Niederlassung in Chicago und eine automatisierte Fertigung, die in Korea einzigartig ist.

Das Ergebnis seiner Strategie ist ein florierendes Unternehmen: Laser Center steht an der Spitze der koreanischen Komponentenfertiger und Blechbearbeiter. „Ich habe als Stahlhändler angefangen“, erklärt Kwak. „Doch der Markt bot nicht mehr genügend Wachstumspotenzial. Um die Zukunft meiner Firma zu sichern und wettbewerbsfähig zu bleiben, beschloss ich, sie vom Stahlhändler zu einem Lohnfertiger umzubauen. Und zwar richtig. Darum bin ich in die Laserbearbeitung eingestiegen. Wie groß der Bedarf an lasergeschnittenen Teilen war, hatte ich bereits gesehen.“ Die Tage als Händler ließ er damit hinter sich. Das war im Jahr 2000.

Klares Konzept

Sein Plan ging auf und sein Job-Shop ging auf Wachstumskurs. Heute beliefert Laser Center vor allem Kunden aus dem Maschinen- und Anlagenbau mit hochwertigen, lasergeschnittenen und gebogenen Blechteilen aus Bau- und Edelstahl. Eines war Kwak von Anfang an wichtig: klare Strukturen. „Unsere Unternehmensphilosophie basiert auf unseren Prinzipien. Jede Strategie wird auf der Basis strikter Prinzipien beschlossen. Wir bemühen uns, von unseren internen Regeln und Vorschriften nicht abzuweichen“, betont er. Dazu gehören Integrität und Transparenz. Seine 80 Mitarbeiter haben das verinnerlicht.

Laser-Center-Mitarbeiter-Fertigung

Eines war Kwak von Anfang an wichtig: klare Strukturen. Seine 80 Mitarbeiter haben das verinnerlicht.

Die Entwicklung des eigenen ERP-Systems benennt Kwak Yun Chon als wichtigsten Meilenstein der Firmengeschichte. „Damit konnten wir Vertrieb, Produktion, Geschäftsleitung und Verwaltung besser verzahnen und steuern“, erläutert er die Vorteile. „Als das ERP-System ausgereift war, erkannte ich, dass ich auch technologisch das passende Umfeld für eine effiziente Produktion schaffen musste.“ Knackpunkt war vor allem der Materialfluss.

Zwar arbeiteten die Maschinen bereits mit automatischen Be- und Entladeeinheiten, doch die Materialbereitstellung verursachte einen großen logistischen Aufwand. Sie erfolgte manuell aus kleinen Handlagern. Damit konnte Laser Center nicht mehr schnell genug auf die steigenden Anfragen der Kunden reagieren. „Ich entschied mich also für einen Neubau und legte den Fokus auf optimierte Prozesse und automatisierte Maschinen“, erinnert sich Kwak Yun Chon.

Global gedacht

Im Juni 2012 ging die Fertigung in Betrieb — nach drei Jahren intensiver Planung. Dafür nahm er weite Wege in Kauf: Von der TRUMPF Fertigungslandschaft fasziniert, reiste er samt Architekt nach Ditzingen, um sich vor Ort inspirieren zu lassen. Bei unterschiedlichen deutschen TRUMPF Kunden holte er sich Anregungen für Automatisierungslösungen und neue Technologien. Der Blick über den Tellerrand ist für Kwak eine Selbstverständlichkeit, schließlich versteht er sich als internationaler Lohnfertiger. „Einen Großteil unserer Teile exportieren wir. Und in der Nähe von Chicago, Illinois, haben wir bereits eine amerikanische Niederlassung gegründet. Das war für uns ein wichtiger Meilenstein und hat zum Erfolg von Laser Center beigetragen“, erzählt er selbstbewusst. Kurze Lieferzeiten und maximale Qualität sind für ihn da ein Muss.

In Siheung ist beides nun gewährleistet: Dafür sorgt ein 5,70 Meter hohes Stopa-Lager mit 345 Palettenplätzen. Das Hochregallager bedient vier TruLaser Maschinen vollautomatisch mit Rohmaterial und lagert die geschnittenen Teile wieder ein. So dient das Lager der Materialversorgung und ist gleichzeitig Logistikzentrum mit integrierter Verwaltung der Fertigteile — und Kwak ist wieder einmal Vorreiter. Denn eine Lagerlösung in dieser Dimension gibt es bisher in Korea kein zweites Mal.

Laser-Center-Effiziente-Loesungen

Effiziente Lösungen: In der Fertigung stehen Maschinen mit Festkörperlaser; Schaltschränke sind platzsparend auf Podesten untergebracht.

„Mit dem Stopa-Hochregallager konnten wir die Teilequalität verbessern und unsere Produktivität durch die automatisierte Materialverwaltung deutlich steigern.“ Das macht Laser Center wettbewerbsfähig: „Die Konkurrenz in der Blechbearbeitung ist groß“, sagt Kwak. „Wir haben mit einem hohen Preisdruck zu kämpfen.“ Dem kann er nun mit zuverlässigen Lieferungen und hoher Teilequalität begegnen. „So versuchen wir, die Effizienz für uns und für unsere Kunden zu erhöhen.“

Offen für Neues

Wirtschaftliche Konzepte begegnen Besuchern in der neuen Fertigung an allen Ecken. Ein Beispiel: Für alle Laserschneidanlagen hat Kwak die sogenannte Podestaufstellung gewählt. Die Schaltschränke stehen auf Podesten direkt über den Maschinen statt daneben. Das spart Platz und ermöglicht es, die Anlagen in der Halle enger zu stellen. Eine Idee, die er von seinen Reisen aus Deutschland mitbrachte. In Form einer TruLaser 5030 fiber arbeitet außerdem bereits die erste Maschine mit Festkörperlaser in seiner Halle. Den Nutzen hat er früh erkannt: Er kaufte sie schon kurz nach der Markteinführung.

Seine TruLaser 7040 Maschinen passen ebenfalls in das Konzept. „Die enorme Produktivität der Maschinen hat uns sofort überzeugt“, erinnert sich Kwak. „Das gilt nicht nur für die Massenfertigung — die Maschinen arbeiten auch dadurch effizient, dass sich kleinere Serien optimal verschachteln lassen. Und die Chance, Bleche mit bis zu vier Meter Länge zu bearbeiten, konnten wir uns einfach nicht entgehen lassen.“

Auf wirtschaftliche Lösungen setzt er aber nicht nur beim Laserschneiden: Ein BendMaster 150 sorgt auch beim Biegen für schlanke Prozesse und eine hohe Teilequalität. Für Kwak ergibt das alles ein stimmiges Gesamtbild — sein Plan ging auf. Das Versprechen „Heute bestellt, morgen geliefert“ kann Laser Center jederzeit halten.

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Sommer 2013.



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Lohnfertiger mit Plan

Wer:

Laser Center, Siheung, Südkorea. Gegründet 1987, 80 Mitarbeiter. www.lasercenter.kr

Was:

Der Lohnfertiger versteht sich als internationaler Dienstleister und beliefert Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau weltweit mit lasergeschnittenen und gebogenen Teilen

Womit:

TruLaser 5030 fiber, 2 x TruLaser 5030, 2 x TruLaser 3030, 2 x TruLaser 7040, TruLaser Tube 5000, TrumaBend V 320 X, 2 x TruBend 5170, 2 x TruBend 7036, BendMaster 150, Stopa-Compact-Lager mit 16 Blöcken und 345 Palettenplätzen

Den Nutzen der TruLaser 5030 fiber hat Kwak früh erkannt. Er kaufte sie schon kurz nach der Markteinführung und schneidet damit auch Buntmetall.


Der Blick über den Tellerrand ist Kwak Yun Chon wichtig. Schließlich denkt er international.


Laser Center beliefert Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau weltweit mit lasergeschnittenen und gebogenen Teilen.


Mit der neuen Fertigung kann Laser Center sein Versprechen „Heute bestellt, morgen geliefert“ halten.

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