Der Taktgeber Auf der Bühne ist Daniel Boraks ganzer Körper in Aktion, verschmilzt mit der Musik, der er mit seiner Steppkunst erst zu ganzer Kraft verhilft. Rhythmus ist seine Sprache, die Schuhe sein Instrument.

Stepptänzer Daniel Borak gibt Metall eine Stimme.

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Der Taktgeber

Ein Leben ohne seine Schuhe kann sich Daniel Borak nicht vorstellen. Mit den Metallplättchen an seinen Sohlen gibt er den Takt vor.

Daniel Boraks Füße stehen selten still. Denn seine Leidenschaft ist das Steppen. Tanzend und in furiosem Tempo erzeugt er mit seinen Schuhen wilde Rhythmen zu ausgeklügelten Choreografien, aber auch sanftere und langsamere Anschläge beherrscht er mühelos. Auf der Bühne ist sein ganzer Körper in Aktion, verschmilzt mit der Musik, der er mit seiner Steppkunst erst zu ganzer Kraft verhilft. Rhythmus ist seine Sprache, die Schuhe sein Instrument. Manchmal jongliert er zusätzlich zu seinem Tanz. „Steppen ist eine Kunstform, die unendlich viele Möglichkeiten bietet“, schwärmt Borak, den die Medien auch schon mal als den Fred Astaire aus Winter­thur feiern.

Das klingt jetzt vielleicht wie im Film: Eigentlich lebe ich schon meinen Traum.

Dort kam der heute 25-Jährige auf die Welt und dort leitet er zusammen mit seiner Mutter eine eigene Tanzschule, das DanceStudio Libussa. Sie, eine ausgebildete Balletttänzerin und vielseitige Tanzlehrerin, und Michael Jackson waren es, die seine Leidenschaft fürs Tanzen und Steppen weckten. „Die Kombination von Perkussion und Tanz faszinierte mich schon immer. Als ich als Fünfjähriger sah, wie meine Mutter Stepptanz unterrichtete, war es um mich geschehen“, erinnert sich Borak. Inzwischen hat er bereits elf Weltmeistertitel im Stepptanz gesammelt, abgehoben ist er deshalb noch lange nicht. „Klar, Wettkämpfe sind wichtig, aber so etwas wie den besten Stepptänzer der Welt gibt es einfach nicht.“

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„Steppen ist eine Kunstform, die unendlich viele Möglichkeiten bietet“, schwärmt Daniel Borak, den die Medien auch schon mal als den Fred Astaire aus Winter­thur feiern.

Rhythmus im Schuh 

Boraks wichtigstes Arbeitsutensil sind seine Schuhe. Wie viele davon in seinem Schrank stehen, weiß er gar nicht so genau. Jeder ist jedoch ein wenig anders, denn viele Faktoren sind für den Klang entscheidend: die Form des Schuhs, die Beschaffenheit der Sohle und schließlich die Metallplättchen. Diese sind meist aus Hartaluminium. Eines ist an der Fußspitze, das andere an der Ferse befestigt. „Mit den vorderen Plättchen erzeugt man die höheren, leichteren Klänge. Mit den hinteren macht man die tieferen Sounds, in gewisser Weise sind sie wie beim Schlagzeug die Bass Drums“, erklärt Borak. Die vorderen Plättchen sind zudem ein wenig gewölbt, sodass zwischen Sohle und Metall ein kleiner Hohlraum entsteht; ein Resonanzraum, der den Klang verstärkt.

Hörprobe gefällig?

Ein weiterer Faktor, der den Ton beeinflusst, ist die Verschraubung. Manche Plättchen sind mit drei Schrauben, andere mit nur einer an der Sohle befestigt. „Ich bevorzuge die Variante mit den drei Schrauben, mir ist es nämlich wichtig, dass das Metall sehr fest mit dem Schuh verbunden ist“, erklärt Borak. Kommt nur eine Schraube zum Einsatz, wird das Plättchen mit der Zeit ein bisschen lose und schwingt — das erzeugt ein leichtes Scheppern. Bei Borak hält so ein Schuh allerdings nicht besonders lange: „Ein Paar nutze ich jetzt seit sieben Monaten für eine Show, das muss ich demnächst ersetzen“, erzählt er.

Viel unterwegs

Kein Wunder bei seinem Arbeitspensum. Mehrere Stunden am Tag hat er seine Steppschuhe an, unterrichtet seine Schüler oder probt für seine Auftritte. Die führen ihn in viele Länder dieser Welt — nach Deutschland, Tschechien, aber auch in die USA. „Das ist das Steppland schlechthin, schließlich ist diese Kunst dort entstanden“, sagt Borak. Immer wieder sieht er sich nach neuen Projekten um, die er verwirklichen will: „Alle Erfahrungen, die ich mache, würde ich liebend gern mal in ein abendfüllendes Soloprogramm stecken.“ Und natürlich schaut er immer wieder nach neuen Schuhen. „Ich habe jetzt einen Hersteller entdeckt, der auch Steppstiefel anbietet — die will ich unbedingt als Nächstes ausprobieren.“ 

 

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Dieser Artikel erschien erstmals im Sommer 2015.


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Sagen sie mal, Herr Borak …

… was halten Sie für Ihre größte Stärke? Was für Ihre größte Schwäche?

Die Lust und Energie, immer etwas Neues auszuprobieren. Das bedeutet aber auch, dass ich nicht Nein sagen kann. Ich habe immer das Gefühl, es allen recht machen zu müssen.

… wie würden Sie sich in wenigen Worten charakterisieren?

Ich liebe Humor. Wenn ich jemanden zum Lachen bringe, freut mich das.

… woraus beziehen Sie Ihre Energie?

Auf jeden Fall muss ich viel schlafen.

… was würden Sie mit auf die sprichwörtliche einsame Insel nehmen?

Natürlich meine Steppschuhe und viel Musik. Und da so eine Insel meist aus Sand ist, würde ich unter den Arm noch ein Brett klemmen, auf dem ich steppen kann, und in die Hosentasche drei Jonglierbälle stecken.

… welchen Traum möchten Sie sich in Ihrem Leben auf jeden Fall noch erfüllen? 

Das klingt jetzt vielleicht wie im Film: Eigentlich lebe ich schon meinen Traum. Aber trotzdem habe ich noch viele Ideen. So zum Beispiel ein eigenes Veranstaltungszentrum für Musik, Theater und natürlich Stepptanz.

Für den Klang entscheidend: Metallplättchen aus Hartaluminium.

www.tda-borak.ch

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