Ein Ziel — viele Optionen Auf dem Weg zur energieeffizienten Fertigung gibt es kein Patentrezept, aber viele Möglichkeiten. Alois Müller ist ihn erfolgreich gegangen.

Betriebsleiter Jan-Peter Höhne hat bei Alois Müller eine Fertigung aufgebaut, die komplett auf Energieeffizienz ausgelegt ist.

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Ein Ziel — viele Optionen

Fotovoltaikanlagen, Pufferspeicher, Abwärme von Maschinen: Es gibt viele Möglichkeiten für intelligentes Energiemanagement in der Produktion. Die Alois Müller GmbH macht vor, wie es geht.

Eine große Fotovoltaikanlage, ein riesiger Wärmespeicher im Boden und helle LEDs an der Decke — wer das Gelände der Alois Müller GmbH in Ungerhausen im Allgäu betritt, merkt sofort: Die meinen es ernst mit der Energieeffizienz. Die 2.800 Quadratmeter große Fotovoltaikanlage produziert den Strom, mit dem das Unternehmen die Produktionsmaschinen betreibt, Druckluft herstellt und die Halle klimatisiert. Und eine spezielle Bodenplatte aus Beton speichert überschüssige Energie.

Ganzheitliches Konzept

Dass sich die Alois Müller GmbH für den Aufbau einer energieeffizienten Fertigung entschieden hat, ist kein Zufall: Das Unternehmen ist selbst spezialisiert auf Anlagenbau sowie Energie und Gebäudetechnik. „Viele unserer Kunden nehmen ihren Energiebedarf verstärkt in den Fokus. Dabei gehen sie aber oft eher kleine oder Teilprojekte an. Da wird hier eine Heizung erneuert und dort eine Lüftung ausgetauscht“, erläutert Betriebsleiter Jan-Peter Höhne. „Bei uns reifte dagegen der Wunsch, eine Produktion aufzubauen, die komplett auf Energieeffizienz ausgelegt ist.“

Alois-Mueller-Fertigung-Showroom

Die Fertigung dient bei Alois Müller gleichzeitig als Referenz für die eigenen Kunden.

Davon profitiert das Unternehmen doppelt: Die Fertigung dient gleichzeitig als Referenz für die eigenen Kunden. „Als Anlagenbauer im süddeutschen Raum sehen wir es als eine einmalige Chance, die Entwicklung und Fertigung zukunftsweisender versorgungstechnischer Komponenten hier vor Ort durchzuführen“, ergänzt Andreas Müller, Geschäftsführer der Alois Müller GmbH.

Speicher im Beton

Wie alle Produktionsmaschinen in der Halle wird auch eine TruLaser 5030 über die Fotovoltaikanlage mit Strom versorgt. Die 380 Megawattstunden pro Jahr reichen aus, um die Halle zu heizen und zu kühlen und selbst Druckluft, Stickstoff für die Laserschneidanlage sowie voll entsalztes Wasser für die Neubefüllung von Heizungsanlagen zu erzeugen.

Darüber hinaus wird Wärmeenergie im Boden gespeichert. Dort verlaufen in einer 1.000 Quadratmeter großen Betonplatte in mehreren Schichten 8.000 Meter dünne Wärmetauscherrohre, die mit Wasser gefüllt sind. Die überschüssige Energie erwärmt das Wasser und damit den Beton auf 40 bis 50 Grad. Scheint die Sonne einmal nicht, nutzt die Müller Produktions GmbH die zuvor gespeicherte Energie.

Pionierarbeit

„Wir wollen 100 Prozent der Energie, die wir produzieren, auch selbst nutzen. Wir messen unsere Verbräuche in Echtzeit, um sie kontinuierlich zu optimieren“, sagt Höhne. Das Ziel: Für jedes einzelne Teil soll nicht nur die Fertigungszeit, sondern auch der Energieaufwand vorliegen. So lassen sich Verbräuche planen und mit der erzeugten Energie synchronisieren.

Die Erfassung dieser Daten ist Pionierarbeit. Deshalb arbeitet das Unternehmen beim Prozesscontrolling mit der TU München und der Fraunhofer-Gesellschaft zusammen. „Wir wollen nachweisen, dass sich bestimmte Investitionen lohnen und als Multiplikator wirken. Gerade in mittleren und kleinen Unternehmen gibt es bei der Energieeffizienz noch großes Potenzial“, sagt Höhne mit Blick auf die eigenen Kunden.

Weitere Energiereserven in der Fertigung in Ungerhausen wird die Müller Produktions GmbH künftig mit der Universalkühlschnittstelle von TRUMPF heben. Diese wurde vor Kurzem an die Lasermaschine angeschlossen und wird die Abwärme, die beim Laserschneiden entsteht, dem Klimakreislauf der Produktionshalle zuführen.

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Herbst 2013.



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Familienbetrieb für Klimalösungen

Wer:

Alois Müller GmbH, Memmingen. Gegründet 1973, 200 Mitarbeiter an sieben Standorten.
www.alois-mueller.com

Was:

Die Tochtergesellschaft Müller Produktions GmbH fertigt in Ungerhausen Luftkanäle, Rohre und Polyethylenteile für Geothermieanlagen. Im Stopa-Lager hält der Betrieb 100 Tonnen Edelstahl, Stahl, Aluminium und verzinkte Bleche vor

Womit:

TruLaser 5030, LiftMaster Compact,
Stopa-Lager

In einer speziellen Betonbodenplatte speichert Alois Müller überschüssige Energie: Sie erwärmt das Wasser in den Wärmetauscherrohren.


Die Universalkühlschnittstelle von TRUMPF macht die Abwärme der TruLaser 5030 für die Gebäudeklimatisierung nutzbar.


Dank Bewegungsmelder und Tageslichtsteuerung leuchten die LED-Lampen nur, wenn sie auch wirklich benötigt werden.

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