Eine ideale Fertigung Bei Fröling gibt es Heizkessel „made in Austria“, dank  
TruTops Fab und einer durchgängigen Prozesskette.

Setzen auf „made in Austria“: Inhaber Ernst Hutterer (links) und Betriebsleiter Johann Hochstöger.

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Eine ideale Fertigung

„Mach es selbst und verlass dich nicht auf andere“, das ist die Strategie des österreichischen Heizungs- und Behälterbauers Fröling. Bei der Umsetzung unterstützen ihn hoch automatisierte Maschinen und TruTops Fab.

Made in Austria — das haben sich Firmeninhaber Ernst Hutterer und sein Betriebsleiter Johann Hochstöger auf die Fahnen geschrieben. Der Heizungs- und Behälterbauer Fröling im oberösterreichischen Grieskirchen ist seit 50 Jahren in einem nachhaltigen Markt etabliert. Als Pionier moderner Holzheizsysteme kann sich das Unternehmen zahlreiche Innovationen zuschreiben: sei es die bahnbrechende Erfindung des modernen Scheitholzkessels mit Hochtemperaturverbrennung, die Hackgutfeuerung mit elektronischer Lambda-Steuerungstechnologie oder die Entwicklung international ausgezeichneter Pelletskessel.

Alle Produkte tragen die Handschrift der starken Forschungs- und Entwicklungsabteilung im Stammhaus Grieskirchen und sind Resultat der tiefen Wertschöpfung. Hutterer: „Um Spitzenqualität liefern zu können, verlassen wir uns nicht auf andere.“ Alle systemkritischen Teile inklusive der Softwaresteuerung entwickeln eigene Labors. Und wesentliche Bausteine der Kessel bis hin zur hochwertigen Design-Umhausung aus Blech kommen aus der eigenen Produktion.

Automatisierung macht konkurrenzfähig

Eigens für die Blechfertigung investierte Fröling 2006 in einen Neubau auf der grünen Wiese. Hutterer resümiert: „Wir wollten raus aus den gewachsenen und damit verschachtelten Strukturen am Stammsitz und eine optimale Intralogistik verwirklichen.“ Was nur wenige Kilometer entfernt in Stritzing entstanden ist, zählt bis heute zu den modernsten Blechwerken in Österreich und kann sich im internationalen Vergleich mit den Besten messen. Eine imposante Halle mit viel Freiraum für Expansion zeigt, wie eine durchgängige Prozesskette Blech realisiert werden kann. Betriebsleiter Hochstöger setzt dabei konsequent auf Automatisierung: „Nur mit einer hoch automatisierten Fertigungskette im Blech können wir in einem Hochlohnland wie Österreich der Billigkonkurrenz aus Osteuropa auch kostenseitig begegnen.“

Dementsprechend bildet ein Stopa-Hochregallager mit eintausend Palettenplätzen das Zentrum der Halle. Drum herum gruppieren sich automatisierte Stanz- und Laserschneidanlagen, manuelle Abkantpressen sowie zwei vollautomatische Biegezellen mit je einem BendMaster 150 und — aktuellste Investition — einem BendMaster 60. Bis zu 150 Tonnen Blech pro Woche, überwiegend im Dickenspektrum von 0,7 bis 10 Millimetern, verarbeitet das Werk im Dreischichtbetrieb. In der Frühschicht sind 15 Mitarbeiter im Einsatz, in den Spätschichten eine reduzierte Truppe von fünf bis sieben Mann. Und ab Samstagnachmittag bis in den Sonntag läuft der Betrieb vollautomatisch.

Bergmann mit Gespür für Blech

Betriebsleiter Hochstöger verlässt sich in der Vorzeigehalle auf zwei Erfolgsgaranten: auf die durchgängige Steuerung der Produktion mit TruTops Fab sowie auf seinen Meister Manfred Grohmann. Der gelernte Steiger hat im inzwischen stillgelegten Braunkohlebergbau rund um Ampflwang gelernt, Verantwortung zu tragen. Zwischen 1995 und seinem Eintritt 2002 bei Fröling war er rund um den Globus auf Montageeinsatz — die beste Schule für Eigenverantwortung und Improvisationstalent. Sein Credo: „In meiner Halle steht keine Maschine still.“

Der frühere Bergmann Manfred Grohmann hält als Meister in der Blechfertigung die Fäden in der Hand: „Bei mir steht keine Maschine still.“

So scheut er sich nicht, am späten Freitagnachmittag beim örtlichen Schuster den defekten Treibriemen des Regalbediengeräts nähen zu lassen, damit der Betrieb am Wochenende rundlaufen kann. Grohmann relativiert dennoch den Marketingslogan „mannlos“: „Es braucht immer einen, der kontrolliert, das nimmt einem auch keine Remote-Fehlermeldung via TruTops ab. Mannarm ist aus meiner Sicht der passende Begriff.“ Dass es Grohmann selbst ist, der kontrolliert, erwähnt er bescheiden im Nebensatz. Sein überdurchschnittliches Engagement ebenfalls. Das sieht auch sein Betriebsleiter. Johann Hochstöger sagt anerkennend: „Unser Meister in der Blechfertigung ist ein Held der Arbeit, das Herz und Hirn der Halle.“

Auf Knopfdruck auskunftsfähig

Unterstützt wird Grohmann durch die Steuerungssoftware TruTops Fab. Im Meisterbüro hat er auf Knopfdruck den Überblick darüber, welche Maschinen- und Fertigungsaufträge sich in welchem Status befinden. Dabei wird via Schnittstelle aus dem ERP-System für jeden Fertigungsauftrag die entsprechende Datei an TruTops Fab exportiert, das dann den gesamten Prozess begleitet und den Auftragsabschluss wieder zurückmeldet. Mit TruTops Fab verwaltet er dann bequem und übersichtlich seine Bestände, Materialien und Aufträge, meldet fertige Chargen zurück an das übergeordnete ERP-System und hat stets das Stopa-Lager im Griff.

Aus dem Auftragspool heraus entstehen die kompletten Arbeitspläne, Werkstattlaufkarten und Materialbegleitscheine. Und aus vorliegenden Aufträgen erstellt das System automatisch Schachtelpläne und NC-Programme, die direkt an die Maschine geschickt werden. Fertigungsaufträge lassen sich auf der Basis der einzelnen Arbeitsplatzkapazitäten exakt terminieren. Die Gesamtbestandsverwaltung wiederum schafft jederzeit Transparenz über das verfügbare Rohmaterial inklusive der aktuellen Zu- und Abgänge. So ist sichergestellt, dass für alle Aufträge im Auftragspool genügend Material verfügbar ist.

Transparente Navigation

Dank TruTops Fab weiß auch Betriebsleiter Johann Hochstöger mit einem Blick auf den Monitor, wie es um die Blechfertigung steht. TruTops Fab dient ihm dabei als Navigationssystem. Hochstöger: „Wir haben uns mit dem Aufbau einer automatisierten Blechfertigung bewusst für ein Gesamtsystem entschieden und deshalb auf die Software von TRUMPF gesetzt. TruTops Fab ist die passende Ergänzung zur voll automatisierten Prozesskette Blech.“ Neben der permanenten Transparenz zählen vor allem Kostenaspekte. So optimiert die auftragsübergreifende Verschachtelung mit variablen Kriterien den Materialverbrauch — ein weiterer kleiner Baustein im Konkurrenzkampf mit Billiglohnländern.

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Sommer 2011.



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Wärmendes aus Österreich

Wer:

Fröling Heizkessel- und Behälterbau Ges.m.b.H., Grieskirchen, Österreich. Gegründet 1961, über 600 Mitarbeiter. Umsatz rund 120 Mio. Euro, Exportquote über 70 Prozent. www.froeling.com

Was:

Komplettanbieter für den Heizraum. Produziert Scheitholz-, Hackgut- und Pelletsfeuerungen – vom Kleinkessel bis zur Industrieanlage – sowie Speichersysteme und Lagerraum-Austragsysteme. Breit gefächertes Dienstleistungsangebot mit Beratung, Planung, Umsetzung und Service

Womit:

TruPunch 5000 mit SheetMaster, TruLaser 5040 mit LiftMaster, 2 x TruLaser 5030 classic mit LiftMaster, TruBend 5230 mit BendMaster 150, TruBend 5130 mit BendMaster 60, TruBend 5130, TruBend 5230, TruBend 5050, TrumaBend V130

Automatisierungskomponenten sorgen für die schnelle Ein- und Auslagerung.


Auch Stanzmaschinen sind in die vollautomatische Prozesskette eingebunden.


Herz der Prozesskette und Umschlagplatz für Rohmaterial und Pufferware: das Stopa­-Lager mit 1000 Palettenplätzen.


Automatisierte Laserschneidanlagen sind durchweg mit fünf Kilowatt Laserleistung für höchste Flexibilität ausgestattet.


Zwei BendMaster für leichte und schwere Teile arbeiten in integrierten Biegezellen.


Perfektes Ergebnis: Scheitholzkessel, Wärmespeicher und Pelletsöfen „made in Austria“.

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