Der Mann für alle Fälle Wer Blechlösungen für seine Produkte sucht, findet sie bei Michael Knake - in seiner Fertigung gibt es für jede Anlage die richtige Maschine.

Michael Knake eilt durch seine Fertigung in Vechta. In sieben Hallen entstehen dort Lösungen aus Blech.

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Facettenreich

Michael Knake ist Lohnfertiger und Senkrechtstarter. Wer mit ihm durch seine Fertigung geht, erfährt warum.

Wenn Michael Knake so zwischen seinen 2-D-Laserschneidanlagen und Stanz-Laser-Maschinen steht, erscheint ihm die Unternehmensgründung im Jahr 1990 fast surreal: „Ich hatte damals nur gebrauchte Maschinen: Ständerbohrmaschinen, eine klapprige Schlagschere und ein betagtes Schutzgasschweißgerät.“ Auf den alten Maschinen fertigte der Werkzeugmachermeister Prototypen — sie überzeugten, die Kunden wollten mehr.

Dann ging es Schlag auf Schlag: neue Mitarbeiter, neue Maschinen, schließlich baute Knake 1995 die erste eigene Halle, heute Halle 1. Hier steht er jetzt neben seiner TruMatic 7000 und berichtet, welche Rolle der 1995 gekaufte „Urahn“ der Maschine bei der Entwicklung der M. Knake GmbH gespielt hat: „Die Kombimaschine TRUMATIC Laserpress 260 von TRUMPF war die Basis für unser Wachstum“, so Knake. „Damit konnten wir höhere Losgrößen zu einem attraktiven Stückpreis fertigen und uns noch besser positionieren.“

Beim Rundgang durch seine Fertigung zeigt Michael Knake, was ihn wettbewerbsfähig macht.

Beim Rundgang durch seine Fertigung zeigt Michael Knake, was ihn wettbewerbsfähig macht.

Richtig oder gar nicht

Er geht weiter zu Halle 2. Im Jahr 2000 gebaut, bot sie den Platz für die Ergänzung des Maschinenparks durch zwei Schutzgasschweißroboter und eine TruLaser Cell 1005 Laserschweißzelle. „Ich wollte mich möglichst breit in der Fertigungstechnik aufstellen, um alle Anforderungen der Kunden erfüllen zu können“, sagt Knake und ergänzt mit einem Schmunzeln: „Außerdem war ich es leid, Bauteile für einzelne Bearbeitungsschritte zu anderen Unternehmen zu fahren.“ Seinen Kunden eilt er schon mal voraus: „Als Unternehmer muss ich den ersten Schritt machen.“

Wie beim Laserschweißen: Hier dauert es laut Knake wohl noch einige Zeit, bis die Kunden die Möglichkeiten der Technologie verinnerlicht haben. „Doch wenn ich erfolgreich in diesem Markt tätig sein will, muss ich technologisch vorne mitschwimmen“, betont er. Effiziente Prozesse sind für ihn ein Muss. Sämtliche Lasermaschinen hat er mit automatischen Be- und Entladesystemen ausgestattet: „Das ist meine Mentalität — entweder ich mache es richtig oder gar nicht.“

Mit dem Festkörperlaser up to date

Diese konsequente Strategie trägt Thomas Grieshop als Geschäftsführer bei Knake mit. In Halle 2 zeigt er die jüngste Anschaffung des Unternehmens: eine TruLaser 5030 fiber. „Für uns ist der Festkörperlaser der nächste Technologieschritt“, sagt er. „Für Blechstärken bis drei Millimeter ist die Festkörperlasermaschine unschlagbar schnell.“ Während sich Grieshop verabschiedet, betont Michael Knake: „Stillstand ist Rückschritt.“ Dann muss er lachen: „Früher habe ich diese Sprüche immer gehasst. Heute zitiere ich sie selbst — weil viel Wahrheit darin steckt. Man muss sich weiterentwickeln, sonst überholen einen die Wettbewerber.“

Mit der TruLaser 5030 fiber hat Knake den nächsten Technologieschritt genommen.

Nach einem Blick in Halle 3, in der Bauteile durch verschiedene Schweißverfahren und Oberflächenbehandlungen ihr individuelles Finish erhalten, geht es weiter Richtung Halle 4. Hier zeigt sich die ganze Bandbreite der Produkte, die Knake herstellt: Direkt am Eingang steht ein fein strukturiertes Gehäuse für einen Augenlaser.

Am Ende der Halle geht es robuster zu: Dort schweißen einige Mitarbeiter Fahrerkabinen für Radlader. „Unsere Kernkompetenz ist die Blechbearbeitung – wir decken alle Aspekte ab“, betont Knake und listet die fünf Säulen seiner Fertigung auf: Lasern, Stanzkombibearbeitung, Biegen, Schweißen und Oberflächenbehandlung. Er ist offen für alle Branchen. Das Spektrum reicht von Teilen für die Medizintechnik bis zu vormontierten Baugruppen für Kartoffelroder. „Wir wissen nicht, was morgen von uns verlangt wird. Mit unserer breiten Aufstellung können wir Risiken minimieren und schnell umschwenken, falls es einer Branche nicht so gut geht.“ Mit dieser Strategie ist Knake gut gefahren.

Breit aufgestellt

Der Rohstoff für die Flexibilität liegt in Halle  5 — dem Wareneingang. „Wir bevorraten im Schnitt 800 bis 900 Tonnen an Blechen in rund 270 Formaten“, sagt Knake. Viel gebundenes Kapital. Aber damit kann er auf jeden Auftrag schnell reagieren. In Halle 6 zeigt der Unternehmer schließlich das letzte, noch fehlende Fertigungsverfahren: das Abkanten. Neun Biegemaschinen stehen hier, ein Großteil von TRUMPF. „TRUMPF ist breit aufgestellt und deckt fast alle Bereiche der Blechbearbeitung ab. Das passt gut zu uns“, so Knake. Maschinen aus einer Hand haben zudem einen ganz praktischen Vorteil: „Die Software zur Programmierung ist kompatibel — ob für Biege-, Laser- oder Kombimaschine.“

Anforderungen an die Logistik steigen

Auf dem Weg in die Halle 7, das Fertigwarenlager, erklärt Knake, dass zu einer erfolgreichen Lohnfertigung heute mehr gehört als ein guter Maschinenpark. „Die Ansprüche unserer Kunden an die Logistik sind in den letzten Jahren gestiegen“, betont er und nennt Stichworte wie Abrufaufträge, Just-in-time-Lieferung oder das Bevorraten von Reserve-Losgrößen, falls eine Ersatzlieferung nötig sein sollte. Um dem gerecht zu werden, baute er die 2.500 Quadratmeter große Halle mit 2.300 Regalplätzen. Drei eigene Lkw und ein Transporter sorgen für eine flexible, von Spediteuren unabhängige Belieferung der Kunden.

Zwischen modernsten Maschinen haben auch altbewährte ihren Platz.

Zwischen modernsten Maschinen haben auch altbewährte ihren Platz.

Auf dem Rückweg zeigt uns Michael Knake schnell noch eine Maschine, die auf den ersten Blick so gar nicht in den hochmodernen Maschinenpark passt: eine Stanzmaschine, die mindestens 30 Jahre auf dem Buckel hat. „Das ist meine erste Maschine, mit der 1990 alles begann. Eine Kombimaschine aus Profil- und Stabstahlschere und Lochstanze.“ Michael Knake wird einen Moment nachdenklich. „Damals hätte ich mir nicht träumen lassen, was daraus wird.“ Was entscheidend war für dieses Wachstum? „Es ist nicht ein Faktor, der uns dahin gebracht hat, wo wir heute sind. Es ist die Summe einer Vielzahl von Faktoren.“ Und nach einer kleinen Pause: „Ein bisschen Glück gehört auch dazu.“

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Sommer 2012.

 



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Blech in Form

Wer:

M. Knake Blechbearbeitung & Gerätebau GmbH, Vechta. Gegründet 1990, 135 Mitarbeiter. www.knake.com

Was:

Der Full-Service-Dienstleister deckt sämtliche Technologien ab: Laserschneiden und -schweißen,  Stanzen, Nibbeln, Biegen, Schweißen, Oberflächenbehandlung und Baugruppenfertigung sowie Baugruppenmontage. Knake bearbeitet Blechdicken von einem bis 25 Millimeter

Womit:

TruMatic 7000, 2 x TruLaser 5030, TruLaser 5040 mit RotoLas zur Rohrbearbeitung, TruLaser 5030 fiber, TruBend 7036, TruBend 5230, TruBend 8130, TruBend 8300, TruShear 5063, TruLaser Cell 1005

Moderne Maschinen sind für den Lohnfertiger aus Vechta ein Muss.

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Biegen, Stanzen, Laserschneiden und -schweißen: Knake deckt das komplette Spektrum ab.

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Den Nutzen des Laserschweißens müssen die Kunden noch erkennen, sagt Knake.

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Mit präzisen Maschinen ist Knake erfolgreich.

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Richtig oder gar nicht: Knake hat seine Maschinen konsequent automatisiert.

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