Generationenvertrag Bei WMF in Geislingen an der Steige biegt eine neue TruBend Cell 7000 Seite an Seite mit einer TRUMPF „Oma“ anspruchsvolle Komponenten für Kaffeevollautomaten.

Volker Simon, Leiter Kaffeemaschinenproduktion, und Hans Wagner, Leiter der Blechfertigung bei WMF: „Qualität ist unser Markenzeichen.“

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Generationenvertrag

Blechbearbeitung zählt seit Jahrzehnten zu den Kernkompetenzen der WMF Group. Beim Biegen der anspruchsvollen Komponenten für Kaffeemaschinen setzen die Geislinger auf eine zuverlässige Seniorin und eine pfiffige Newcomerin von TRUMPF.

Eine oder zwei Kaffeemühlen, mit oder ohne Chocdispenser, Wassertank oder Fest­wasseranschluss — bei der Konfiguration einer Gastro-Kaffeemaschine gibt es fast so viele Optionen wie beim Kauf eines neuen Autos. Acht verschiedene Grundmodelle der professionellen Kaffeevollautomaten produziert die WMF Group unter ihrer bekannten Marke „WMF“ in Geislingen an der Steige — in beinahe unzähligen Varianten. Der größte Teil einer Maschine besteht dabei aus Edelstahl, rund 50 bis 100 verschiedene Blechteile stecken je nach Typ darin. Einige davon sind hochkomplex. „Ein Blech für das Innengehäuse hat zum Beispiel 38 Abkantungen“, berichtet Volker Simon, Leiter der Kaffeemaschinenproduktion. Derart komplexe Teile in der richtigen Qualität zu akzeptablen Preisen zuzukaufen ist eine Herausforderung. Daher setzt WMF auf das eigene Know-how und biegt einen Großteil der Teile selbst.

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Die TRUMABEND V 130 ist seit 12 Jahren bei WMF im Einsatz. Die manuelle Biegemaschine wurde mit einem Roboter von Motoman automatisiert.

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Erst seit wenigen Monaten unterstützt eine TruBend Cell 7000 die Produktion.

Grün statt Blau

Etwa 1.000 Tonnen Edelstahl verarbeitet der Hersteller pro Jahr. Dabei sind Maschinen aus unterschiedlichen Jahrzehnten am Werk: Seit zwölf Jahren ist eine TRUMABEND V 130 im Einsatz, erst seit wenigen Monaten unterstützt eine TruBend Cell 7000 die Produktion. Zwischendrin: 2-D-Laserschneidmaschinen und Stanzanlagen von TRUMPF. Nur: In der aufgeräumten Halle dominiert kein Blau. Bis auf die Biegezelle wurden alle Maschinen in ein helles Grün getaucht, die Automatisierungskomponenten sind gelb lackiert. Die TRUMABEND V 130 in der Halle der Blechfertigung überrascht nicht nur durch ihre Farbe, sondern auch durch ihre Funktion. Die WMF Gruppe hat gemeinsam mit TRUMPF die manuelle Biegemaschine mit einem Roboter von Motoman automa­tisiert. Seit zwölf Jahren läuft die mittlerweile antiquiert anmutende Konfiguration nun schon täglich im Dreischichtbetrieb — fehlerfrei und ohne reparaturbedingten Stillstand.

WMF_TruLaser-3030

Auch im ungewohnten Grün zuverlässig: die TruLaser 3030.

Per Knopfdruck

Bevor ein neues Programm auf der Maschine eingerichtet werden kann, ist stets viel Denkarbeit bei der Abwicklung und Festlegung der Biegereihenfolge erforderlich. „Wie muss der Roboter greifen? Wie sind ihm die bisherigen Abkantungen nicht im Weg, wo drohen Kollisionen? Diese Fragen müssen im Vorfeld beantwortet werden“, erklärt Hans Wagner, Leiter der Blechfertigung. Der Roboter erlernt die einzelnen Schritte anschließend im Teach-in-Verfahren.

Weil die Biegezelle die Werkzeuge und Greifer vollautomatisch wechselt, kann sie 70 Prozent der Zeit ohne Betreuung arbeiten.

„Dazu steht die Anlage schon mal zwei Tage still“, sagt Wagner. Ab einer Zahl von 50 Stück kommt für die Marke WMF eine automatische Biegemaschine statt einer manu­ellen Presse zum Einsatz. Das lohnt sich, weil der Metallfabrikant immer wiederkeh­rende Aufträge hat. „Wenn ich das Programm einmal erstellt habe, muss ich bei einem weiteren Auftrag nur noch das Material bereitstellen und aufs Knöpfchen drücken“, erklärt Simon.

TruBend Cell 7000 – Die innovative Highspeed Biegezelle im Video

Schnell und hochgenau

Viel flexibler agiert die brandneue  Biegezelle TruBend Cell 7000 von TRUMPF, die seit März 2015 die Produktion unterstützt. „Gehäuse und Chassis bestehen aus Edelstahl, das Innenleben einer Profi-Kaffeemaschine ist voller kleiner Blechteile. Die Anlage biegt Winkel und Halter sehr schnell und hochgenau“, begründet Simon die Anschaffung. Sie bearbeitet bei WMF wie die TRUMABEND V 130 ein Blechdickenspektrum von 0,8 bis 2,0 Millimetern. Weil die Biegezelle die Werkzeuge und Greifer vollautomatisch wechselt, kann sie 70 Prozent der Zeit ohne Betreuung arbeiten. Sie ist dabei so schnell, dass die Onlineprogrammierer viel zu tun haben. In den letzten drei Monaten haben sie bereits die Prozesse für 150 verschiedene Teile festgelegt, weitere folgen sukzessive.

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Jeder Kaffeevollautomat geht ins Prüffeld. Hier werden alle Funktionen kontrolliert.

Biegen ohne Betreuung

„Früher mussten unsere Mitarbeiter Abkantspezialisten sein, um eine Anlage einrichten und bedienen zu können“, berichtet Wagner. Das ist bei der TruBend Cell 7000 nicht mehr nötig. Ist das Programm einmal eingerichtet, dann läuft es problemlos ohne Betreuung. „Hier ist es wichtiger, dass computeraffine Mitarbeiter programmieren“, erklärt Wagner. Der Nachwuchs im Fertigungsalltag der WMF Group braucht künftig explizite Computerkenntnisse. Auf der anderen Seite sind in der Montage und Maschinenprüfung noch echte Handarbeiter gefordert. Ein Monteur setzt manuell die verschiedenen Teile eines Kaffeeautomaten zusammen, baut Wassertank, Bohnen­behälter und Display ein und verbindet die unzähligen Kabel richtig miteinander. Im Anschluss prüft ein Mitarbeiter jeden Kaffeeautomaten auf Herz und Nieren. Seit 1927 produziert die WMF Gruppe professionelle Großkaffeemaschinen in Geislingen. „Qualität made in Germany ist ein wesentlicher Faktor der Marke WMF, mit dem wir uns von unserer Konkurrenz absetzen“, sagt Simon. „Wir sind unter den Weltmarkt­führern bei den Profi-Kaffeemaschinen — und das wollen wir natürlich auch bleiben.“

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Frühjahr 2016.



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Der Küchenprofi

Wer:

WMF Group GmbH, Geislingen/Steige. Gegründet1853. Knapp 6.000 Mitarbeiter. www.wmf.com

Was:

Das Unternehmen stellt Küchengeräte in den Geschäftsbereichen Consumer Products, Kaffeemaschinen und Hotel-Equipment her

Womit:

TruBend Cell 7000, TruLaser 3030, TruTool TSC 1, TruLaser 5030, TrumaBend V 130, TrumaBend V 85, TruMatic 500 Rotation, TLC 462

Bis zu 38 Abkantungen stecken in den Gehäusen der Profi-Kaffeemaschinen von WMF.

Sie punkten seit 1927 mit dem Prädikat „Made in Germany“.

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