Harmonie des Zusammenspiels Eins ergänzt das andere: Mit 14 Fachbereichen unter einem Dach bietet H. P. Kaysser alle Dienstleistungen entlang der Prozesskette Blech.

Ein starkes Team: Konsequenz im täglichen Handeln und der Zusammenhalt aller Mitarbeiter sind für Thomas Kaysser wichtige Voraussetzung für den Unternehmenserfolg.

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Harmonie des Zusammenspiels

Die glänzende Edelstahlskulptur am Eingang sticht Besuchern von H. P. Kaysser sofort ins Auge. „Harmonie des Zusammenspiels“ heißt sie und symbolisiert ein Unternehmen, das sich in jeder Hinsicht durch Vielfalt auszeichnet.

Gäbe es den Begriff Allrounder nicht schon, für Thomas Kaysser müsste er erfunden werden. In seinem Betrieb im schwäbischen Leutenbach, circa 20 Kilometer vor Stuttgart, decken 14 eigenständige Fachbereiche unter einem Dach fast bilderbuch­mäßig alle Dienstleistungen entlang der Prozesskette Blech ab. Rund 360 Mitarbeiter erledigen täglich zwischen 120 und 200 Jobs für einen Stamm von 600 Kunden — vom kleinen Handwerker bis zum Industrieunternehmen. Sämtliche Metallarten und Blechdicken von 0,1 bis 150 Millimeter durchlaufen in Losen von eins bis hundert­tausend pro Jahr die Fertigung und werden lasergeschnitten, gestanzt, gebogen, lasergeschweißt, gefräst, gedreht, pulverbeschichtet oder nasslackiert. So entstehen hochkomplexe Kleinstteile oder fertig montierte tonnenschwere komplette Bau­gruppen. „Vielseitigkeit zeichnet uns aus“, sagt Thomas Kaysser, „aber die Voraus­setzung dafür, dass wir sie bieten können, ist Konsequenz im täglichen Handeln und der Zusammenhalt aller Mitarbeiter.“

Kaysser_Blechteile

Kleinstteile oder fertig montierte Baugruppen: Vielfalt zeichnet H. P. Kaysser aus.

Das Erbe des Blechkaisers 

Die Erfolgsgeschichte beginnt vor 67 Jahren. Hans-Paul Kaysser, gelernter Mechaniker und ursprünglich aus der spanenden Bearbeitung kommend, baut nach dem Krieg aus der Not heraus aus alten Fässern einen Kochherd für seine Mutter und stellt fest: Aus Blech kann man alles machen. Er gründet das Unternehmen H. P. Kaysser, damals noch in Stuttgart ansässig, und avanciert mit 30 Mitarbeitern zum „Blechkaiser“ der Landes­hauptstadt. „Zu dieser Zeit lernte mein Vater Christian Trumpf kennen. Damit begann die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen, die bis heute Bestand hat“, erzählt sein Sohn Thomas Kaysser.

Kaysser_TruBend-Cell-7000

Ob automatisiertes Biegen, Rohrfertigung oder Laserschneiden: Kaysser setzt seit Jahren auf Maschinen von TRUMPF. Ganz neu, die TruBend Cell 7000.

Thomas Kaysser wächst mit dem Material Blech auf, aber seine Passion ist es zunächst nicht. „Ich war drauf und dran, in die USA zu gehen, um die Fotovoltaik voranzu­bringen“, berichtet er. Mit drei Studienabschlüssen in der Tasche stand dem damals 25-jährigen Ingenieur die Welt offen. Aber das Schicksal wollte es anders. „Durch den frühen und plötzlichen Tod meines Vaters im Jahr 1981 war ich gezwungen, ins kalte Wasser zu springen“, sagt Kaysser. Und er wäre nicht der Erfolgsmensch, der er ist, hätte er das halbherzig gemacht. Bereits vier Jahre später hat sich die Produktions­fläche der Firma mehr als verdoppelt und Kaysser beschäftigt 50 Mitarbeiter.

Leidenschaft für Neues 

„Ich liebe Blech, weil es sich immer wieder erneuert. Und der Kick des Neuen ist es auch, der mich stets angetrieben hat“, erklärt der 59-Jährige. Das Unternehmen gehörte 1984 zu den Pionieren im Laserschneiden, sammelte 1994 erste Erfahrungen im Laserschweißen und stieg 2002 mit einer TRUMPF TUBEMATIC in die Rohrbearbei­tung ein. „Unser Wachstum zeigt immer dann Sprünge, wenn wir als Erste auf Neues gesetzt haben. Dabei haben wir uns auch manchmal die Finger verbrannt — unterm Strich hat sich der Pioniergeist aber stets gelohnt“, sagt Kaysser.

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Das Angebotsportfolio von H. P. Kaysser reicht von der Konzeptentwicklung im Fachbereich CAD-Konstruktion …

Kaysser_Logistik

… bis hin zur Just-intime- und Just-in-sequence Lieferung durch das Logistikzentrum mit eigenem Fuhrpark.

Heute ist das Unternehmen H. P. Kaysser ein multitechnologischer Systemanbieter, der unter anderem Branchen wie die Pharmazie, die Energie-, Fahrzeug-, Verpackungs- und Maschinenbauindustrie beliefert. Das Angebotsportfolio reicht von der Konzept­entwicklung im Fachbereich CAD-Konstruktion bis hin zur Just-in-time- und Just-in-sequence-Lieferung durch das Logistikzentrum mit eigenem Fuhrpark.

Mut zum Ungewöhnlichen 

Um trotz der Vielfalt des Angebots wirtschaftlich arbeiten zu können, greift Thomas Kaysser auch zu ungewöhnlichen Methoden, wie er am Beispiel Rohrverarbeitung erklärt. „Wir produzieren hier hauptsächlich Puffermengen oder beliefern Unterneh­men, für die sich eine eigene Rohrfertigung nicht lohnt. Das führt zu sehr unterschied­lichen Auslastungen der beiden TruLaser Tube 7000. Manchmal fahren wir dreischich­tig, manchmal nur eine halbe Schicht. Eine Tatsache, die meinen Kaufmännern oft den Schweiß auf die Stirn treibt“, sagt Kaysser lachend.

Kaysser_Rohrbearbeitung

H. P. Kaysser produziert hauptsächlich Puffermengen oder beliefert Unternehmen, für die sich eine eigene Rohrfertigung nicht lohnt.

„Aber“, ergänzt er, „wir brauchen die Rohrbearbeitung, um moderne Konstruktionen anbieten zu können. Deshalb setze ich auf Flexibilität bei den Mitarbeitern und lasse sie multifunktional schulen. Bei hohem Arbeitsaufkommen in der Rohrbearbeitung hilft eben jemand aus dem Flachbettbereich aus, und wer am MAG-Schweißroboter arbeitet, kann auch eine 2-D-Laserschneidanlage bedienen.“ Aber selbst wenn ein direkter Austausch nicht stattfinden kann, wird Zusammenarbeit im Unternehmen großgeschrieben. „Wurde zum Beispiel ein organisatorisches Leuchtturmprojekt in einem Bereich erfolgreich verwirklicht, setzen sich die Mitarbeiter bereichsübergreifend zusammen und lernen voneinander. Auch wenn die Technologien unterschiedlich sind, die Philosophie hinter allem sollte dieselbe sein“, erklärt Kaysser.

Selbst ist der Mann 

Elementar für Kayssers Philosophie ist es auch, immer wieder Ideen umzusetzen, die dem Gesamtsystem dienen. Und wenn der Geschäftsmann dazu etwas braucht, was es nicht gibt, dann macht er es eben selber. So gründete er 2003 seine „Lernfabrik“, in der er zurzeit 36 Azubis so ausbildet, wie er es sich vorstellt. Multifunktionalität gehört ebenso dazu wie Lerninhalte, die die reguläre Ausbildung nicht vorsieht. „Ein Beispiel dafür ist das Laserschweißen, eine Technologie, die mich aufgrund ihrer Schönheit und Präzision früh begeistert hat. Wir mussten uns viel Wissen selbst erarbeiten, aber heute schweißen wir stabil mit acht Anlagen in einem Riesennetzwerk.

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Auch beim Vorrichtungsbau überlässt Thomas Kaysser nichts dem Zufall …

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… seine Spezialisten fertigen nicht nur für den Eigenbedarf, sondern bieten ihr Know-how auch als Dienstleistung an.

Wir bieten alle Fügeverfahren an und haben dafür von der gepulsten Anlage bis zum 6-Kilowatt-Schweißroboter für das Tiefschweißen alle Maschinen zur Verfügung“, erklärt Kaysser. Damit Kunden bekommen, was sie brauchen, ermitteln die Mitarbeiter in der Konstruktion schon bei der Bauteilgestaltung, welches Schweißverfahren das richtige ist. Und auch beim Vorrichtungsbau überlässt Kaysser nichts dem Zufall. Seine Spezialisten fertigen nicht nur für den Eigenbedarf, sondern bieten ihr Know-how auch als Dienstleistung an.

Die Entwicklung geht weiter 

Seit 2007 ist das Unternehmen mit der H. P. Kaysser International S.R.L. auch in Rumänien vertreten. Eine Entscheidung, die der Wettbewerbsfähigkeit im inter­nationalen Markt ebenso geschuldet ist wie der Standortsicherung in Deutschland. Um die Firma in Bewegung zu halten, geht Thomas Kaysser immer mit der Zeit. Seit vier Jahren bietet sein Unternehmen mit der Internetplattform Laserteile4you Kunden die Möglichkeit, rund um die Uhr Angebote einzuholen und Bestellungen zu platzieren. „Mich inte­ressiert, was morgen und übermorgen passiert, wie sich die Gesellschaft verändert und wie wir uns in diese Entwicklung einbringen können“, sagt er.

Es ist Freitagnachmittag. Schichtwechsel. Mitarbeiter kommen und gehen und alle werden vom Chef namentlich begrüßt. Es ist ein freundliches Miteinander, die zufriedene Grundstimmung ist förmlich spürbar. Und spätestens jetzt wird klar, warum die von Thomas Kaysser selbst entworfene Edelstahlskulptur am Eingang mehr ist als ein schönes Kunstwerk.

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Sommer 2015.


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Der Alleskönner

Wer:

H. P. Kaysser, Leutenbach. Gegründet 1947, 400 Mitarbeiter. www.kaysser.de

Was:

Systemlieferant für Blechteile und komplexe Baugruppen sowie Dienstleister entlang der kompletten Prozesskette Blech, von der Konstruktionsberatung bis zur Logistik. Beliefert unter anderem die Pharmazie, die Energie-, Fahrzeug-, Verpackungs- und Maschinenbauindustrie

Womit:

Eine TruBend Cell 7000, eine TruBend 5130 (B23) und weitere 14 Abkant­pressen, vier Laserschneidmaschinen, acht 3-D-Laser­anlagen, darunter zwei TruLaser Robot 5020, zwei Stanz-Laser-Maschinen, eine TruPunch 5000, zwei TruLaser Tube 7000 und weitere

Thomas Kaysser: 

„Mich inte­ressiert, was morgen und übermor­gen passiert, wie sich die Gesellschaft verän­dert und wie wir uns in diese Entwicklung einbringen können.“

Das 26 Jahre alte Stopa-Lager versorgt unter anderem zwei Stanz-Laser-Maschinen, vier Laserschneidmaschinen und acht 3-D-Laseranlagen mit Material.

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