„Ich will keine Strohfeuer“ Ein sicherer Stand ist Harald Keller wichtig — für sein Familienunternehmen plant er darum langfristig.

Für seine Ziele stellt Harald Keller schon mal ein Traditionsunternehmen auf den Kopf.

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„Ich will keine Strohfeuer“

Nur wer sicher steht, kann erfolgreich wachsen, sagt Harald Keller und erläutert, wie er sein Unternehmen auf feste Beine stellt.


Sie haben ein Traditionsunternehmen übernommen und erst einmal komplett auf den Kopf gestellt — warum das?

Es war wichtig, aus dem Gewohnten auszubrechen und neue Strukturen zu schaffen, die so nicht vorhanden waren. Wir haben damit angefangen, das Büro auszubauen und das gesamte Unternehmen mit moderner IT zu vernetzen. Heute arbeiten wir mit einem Warenwirtschaftssystem und es gibt Kompetenz-Teams für Laserschneiden, Laserschweißen, für Stanzen und Biegen. Das war nicht immer einfach. Da muss man schon mal hartnäckig bleiben. Einen großen Teil der Umstrukturierung haben wir geschafft, aber durch sind wir noch nicht.

Was macht das Familienunternehmen Keller aus?

Wir sind jetzt in der vierten Generation und wollen uns langfristig ausrichten. Strohfeuer sind nicht unsere Sache. Wir haben mehrere Ziele: Ich will mit meinen Kunden langfristig zusammenarbeiten — nicht nur einen Auftrag an Land ziehen, sondern beraten und passende Lösungen bieten. Die Kunden sollen Vertrauen zu uns haben und wissen, dass wir sie nicht über den Tisch ziehen. Und ich will unsere Maschinen optimal auslasten. Das heißt dann eben nicht, dass wir jeden Auftrag annehmen, sondern dass wir nur das fertigen, was in unsere Produktionsstruktur passt.

Wie passt Ihr neuer Schwerpunkt, die Baugruppenfertigung, in dieses Konzept?

Damit möchte ich etwas Ruhe in die Produktion bringen — Kontinuität und eine gewisse Grundauslastung. Das funktioniert mit den Baugruppen. Hier arbeiten wir mit Rahmenaufträgen, die sind planbar und lassen sich gut einteilen. Künftig möchte ich auch eigene Produkte anbieten.

Ihre neue TruLaser 3030 ist mit LiftMaster Compact ausgestattet — auch kleine Jobs lassen sich also mit Gewinn automatisieren?

Auf jeden Fall. Wir müssen effektiver und rentabler produzieren. Das gelingt, wenn wir in der Fertigung schlank werden. Das war der Grund für die Automatisierung der neuen TruLaser 3030. Wir wollen momentan nicht größer werden — wir wollen schöner und besser werden. Darum müssen wir versuchen, eine zweite und eine dritte Schicht zu fahren — über eine Automatisierung, die ich mir leisten kann.

Wie schneidet die neue TruLaser 3030 im direkten Vergleich zur Vorgängermaschine ab?

Das Grundkonzept mit der fliegenden Optik ist dasselbe, aber ansonsten hat sich die Maschine grundlegend verändert. Steuerung und Bedienerfreundlichkeit sind deutlich besser geworden. Ein Vorteil ist der Nachproduktionsstarter, auch Wiedereinstiege sind komfortabler. Außerdem ist die neue TruLaser 3030 sehr wartungsfreundlich. Das hilft uns, produktiver zu arbeiten. Wir bekommen die Teile schneller von der Maschine — da müssen wir aufpassen, dass wir die auch weiterverarbeiten können.

Früher stellte das Laserschneiden den Engpass dar, das hat sich nun auf das Biegen verlagert. Durch die Ein-Schneidkopf-Strategie und den Düsenwechsler sparen wir am Tag gut eineinhalb Stunden — ohne Automatisierung. Mit den richtigen Aufträgen können wir mit der Maschine und der Automatisierung locker das Doppelte produzieren, weil wir die Option auf eine zusätzliche Schicht haben.

Was bringt Ihnen die neu entwickelte Zusatzeinrichtung RotoLas? Welche Produkte fertigen Sie damit?

Vor allem Exoten — Rohre mit größeren Durchmessern und Profile in kleiner Stückzahl. Zum Beispiel Einzelprofile für Maschinengestelle. So müssen wir nichts sägen oder fräsen, das spart Produktionsschritte. Und die hohe Fertigungsgenauigkeit sorgt für zufriedene Kunden. Im Vergleich zur Vorgängerversion hat sich die Bedienerfreundlichkeit von RotoLas deutlich verbessert. Ein großer Vorteil sind außerdem die Auflager und die zusätzliche Achse mit NC-Verschiebung. Auch das Umrüsten geht jetzt viel schneller. Die Rüstzeiten wurden um rund 20 Prozent verkürzt. Zudem sorgt das breite Förderband für eine sehr gute Zugänglichkeit in der Maschine.

Eine halbmanuelle Anwendung wie RotoLas und eine automatisierte Laseranlage — wie passt das zusammen?

Wir müssen als kleiner Betrieb flexibel sein und Dinge miteinander kombinieren. Für uns passt die Kombination gut ins Konzept: Tagsüber produzieren wir auf der TruLaser 3030 kleinere Serien und Einzelteile mit RotoLas, in der zweiten und dritten Schicht kann künftig die automatisierte Produktion laufen. In Sachen Rohrbearbeitung unternehmen wir gerade erste Gehversuche — und bevor man rennen kann, muss man laufen lernen …

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Sommer 2010.



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Traditionsunternehmen
mit frischen Ideen

Wer:

Keller Metallbau GmbH, Endingen. Gegründet 1901, 30 Mitarbeiter. www.keller-metallbau.de

Was:

Unter anderem Blechteile und ganze Baugruppen für den Maschinen- und Nutzfahrzeugbau, die Medizin-, Agrar- und Solartechnik

Womit:

TruLaser 3030 mit Zusatzeinrichtung RotoLas, TrumaBend V 2300, TruBend 5085, TruPunch 1000

Für ausgefallene Produkte ist Keller immer zu haben. Den gelben Leuchtturm fertigte das Familienunternehmen für den Europa-Park in Rust bei Freiburg.


Es darf auch etwas kleiner sein — diffizile Bauteile produziert Keller ebenfalls zuverlässig und hochwertig.


„Wir müssen effektiver und rentabler produzieren“, sagt Harald Keller. Das war der Grund für die Automatisierung der TruLaser 3030.

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