Immer ein offenes Ohr Ripleg ist nah beim Kunden, auch wenn der Tausende Kilometer vom spanischen Ripoll entfernt ist.

Familienbande: Tochter Pilar und Sohn Jordi unterstützen Eduald Batlle bei der Entwicklung des Betriebs, auch wenn es um internationale Standbeine geht.

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Immer ein offenes Ohr

Das katalanische Familienunternehmen Ripleg hat sich vom Zweimannbetrieb zum hoch automatisierten Systemlieferanten entwickelt. Das Erfolgsrezept? Kunden, Mitarbeitern und Partnern immer genau zuhören.

Als Eduald Batlle vor 22 Jahren seinen Posten als Vertriebschef eines Herstellers von Industrielüftern aufgab, um sich als Lohnfertiger selbstständig zu machen, hat er glücklicherweise nicht auf die Bedenkenträger gehört. Gehört hat er auf seine Frau Teresa Falcón, seine Tochter Pilar und seinen Sohn Jordi. Von Anfang an gab ihm die Familie Rückhalt und alle stellen sich heute der Verantwortung für das Unternehmen. Ein stets offenes Ohr hatte Eduald Batlle auch für die Wünsche und Bedürfnisse seiner Kunden, für die Ideen seiner Mitarbeiter und für technologische Trends. Zuhören und den Mut haben für Neues ist bis heute das Erfolgsrezept von Ripleg.

Zuhören und planen

Ripoll, eine 100 Kilometer nördlich von Barcelona gelegene Stadt mit rund 10.000 Einwohnern, hat eine lange Industrietradition. Rund um eine im Jahr 880 gegründete Benediktinerabtei haben sich Metall verarbeitende Unternehmen und Textilbetriebe angesiedelt. Geeignete Mitarbeiter zu finden, war für Eduald Batlle daher kein Problem. Mit den Kontakten aus seiner Vertriebstätigkeit konzentrierte er sich ganz darauf, Kunden zu akquirieren.

Neben dem Studium engagierten sich seine Tochter Pilar und sein Sohn Jordi schon damals für die Firma. Heute ist Pilar für die Verwaltung des Unternehmens verantwortlich, während Jordi sich um die Produktion, das Marketing und die Kundenpflege kümmert.

Parallel zum Aufbau des Kundenstamms erweiterte Eduald Batlle durch systematische Zukäufe von Maschinen sein Serviceangebot Schritt für Schritt. Der Erwerb einer Stanzmaschine von TRUMPF im Jahr 1990 war der Beginn einer jahrelangen Partnerschaft, die bis heute Bestand hat. „Die Beratung und der Service von TRUMPF haben uns damals überzeugt, und das ist noch heute so. Wir fühlen uns immer gut aufgehoben“, erzählt Jordi Batlle und weiter: „Ein wesentlicher Erfolgsfaktor unseres Unternehmens war von Anfang an, unseren Kunden genau zuzuhören und ihre Wünsche und Bedürfnisse exakt umzusetzen. Dazu brauchten wir Maschinen, die alle notwendigen technischen Anforderungen abdecken, und Fachleute, die die Kundenideen vom Prototypen bis zum fertigen Produkt realisieren.“

Zuhören und wachsen

Ersteres gelingt inzwischen mit einer voll automatisierten Fertigung. Zweiteres mit einer hoch motivierten 84-köpfigen Belegschaft, die, so Batlle, den Unternehmenserfolg durch Beharrlichkeit und Engagement erst möglich macht. Nach dem Kauf der ersten Lasermaschine und eines Schweißroboters im Jahr 1996 implementierte Ripleg bereits 1998 die 3-D-Software ProEngineer. „Das brachte den entscheidenden Vorteil, dass wir etwaige Mängel in der Konstruktion schon früh erkennen konnten.“

Mit dem Kauf einer TruPunch 5000 mit SheetMaster wagte sich Ripleg 2003 an die automatisierte Fertigung. „Es war ein Quantensprung und hat uns gezeigt, wie wichtig Automatisierung ist“, blickt Jordi Batlle zurück. Dann ging es Schlag auf Schlag: Im folgenden Jahr erwarb das Unternehmen eine TruLaser 5030 classic mit LiftMaster und SortMaster, gefolgt von einer zweiten automatisierten  Stanzmaschine, beide angebunden an ein vollautomatisches Stopa-Lagersystem.

Gleichzeitig wurde bei der 3-D-Software auf CATIA V5 umgestellt. Mit zwei TruBend 5130 mit BendMaster und einer TruBend 7036 ist auch die Biegetechnologie auf dem neuesten Stand. „Ein weiterer Meilenstein in unserer Firmengeschichte war 2004 die Umstellung auf hauptzeitparallele Programmierung in der Konstruktionsabteilung“, so Jordi Batlle.

Heute arbeitet Ripleg in zum Teil mannlosem Dreischichtbetrieb und fertigt Losgrößen zwischen 20 und 500 Stück pro Auftrag. Das setzt Flexibilität voraus und bestätigt die Entscheidung, auf automatisierte Systeme gesetzt zu haben. Denn, so Batlle: „Das ist der einzige Weg, um konkurrenzfähig zu bleiben.“

Zuhören und umsetzen

Mit seinem Maschinenpark hat sich Ripleg über die Jahre ganz gezielt vom reinen Auftragsfertiger zum Lieferanten steckerfertiger Systeme für Branchen wie Klima- und Heizungstechnik, Medizin und Hausgeräte entwickelt. Als Blechfertiger, Spezialist für elektrische Verkabelungen und Hersteller elektromechanischer Baugruppen ist das Unternehmen bestens dafür gerüstet, Service aus einer Hand zu bieten.

Aber das ist nur ein Teil des Erfolgsrezepts. „Die enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden hat uns erst in die Lage versetzt, auch hoch technisierte Produkte wie beispielsweise Brotbackmaschinen für Supermärkte zu bauen, die aus Tiefkühlrohlingen frisches Backwerk machen. Wir profitieren von der Loyalität und dem Vertrauen unserer Kunden und danken es ihnen mit Qualität, Verlässlichkeit und innovativen Ideen von der Planung bis zur Fertigung“, stellt Jordi Batlle klar.

Zuhören und weiterdenken

Mut, Neuland zu betreten, zeigt Ripleg auch durch seine Exportgeschäfte. „Die Kontakte meines Vaters nach Frankreich, Belgien, in die Beneluxländer und Portugal legten den Gedanken schon früh nahe, sich nicht nur auf den spanischen Markt zu konzentrieren“, stellt Jordi Batlle fest.

Und weil Ripleg den Begriff „Kundennähe“ wörtlich nimmt, plant die Familie seit letztem Jahr auch eine Niederlassung in Südamerika. „Wir sehen darin eine große Chance. Zum einen, weil das Teil unserer Firmenphilosophie ist: Für uns gehört zum Service, da zu sein, wo unsere Kunden uns brauchen. Zum anderen sind wir der Ansicht, dass es ein Fehler wäre, sich heute nur auf Europa zu konzentrieren. Es kann unsere Position nur festigen, international weitere Standbeine zu schaffen.“ Natürlich gibt es auch Risiken, räumt Batlle ein. „Aber abgesehen von der Professionalität unserer Familienmitglieder hören wir durchaus auch auf externe Berater und sichern uns ab, wenn es um strategische Entscheidungen geht.“

Konsequent nach vorne geschaut hat die Geschäftsführung auch während der Krise. Jordi Batlle berichtet: „Wir haben ein knallhartes Kostenmanagement durchgezogen. Zudem haben wir die Zeit genutzt, neue Geschäftskontakte zu knüpfen, und das wird sich, da sind wir sicher, in den nächsten Jahren positiv auswirken.“

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Beitrag erschien erstmals im Herbst 2010.



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Partner mit System

Wer:

Ripleg S.A.U, Ripoll, Girona, Spanien. Gegründet 1988, 84 Mitarbeiter. www.ripleg.com

Was:

Systemlieferant für Teile, Baugruppen und steckerfertige Systemeinheiten für die Klima- und Lüftungsindustrie, Medizintechnik, Hausgeräte und Elektronikindustrie

Womit:

2 x TruPunch 5000 mit SheetMaster, TruLaser 5030 classic mit LiftMaster Sort und SortMaster, TruBend 5085, 3 x TruBend 5130, zwei mit BendMaster, TruBend 7036

Mit einem automatisierten Maschinenpark hat sich Ripleg in den vergangenen 22 Jahren vom reinen Lohnfertiger zum Systemlieferanten entwickelt.

Im spanischen Ripoll arbeitet Ripleg in zum Teil mannlosem Dreischichtbetrieb und fertigt Losgrößen zwischen 20 und 500 Stück.

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