Mannschaft für die Serie Schnelle Aufträge reizen Jürgen Gerst nicht. Er verzahnt die internen Prozesse bei Glüpker lieber eng mit denen der Kunden. Das macht Arbeit, rechnet sich aber.

Mit seinen Kunden ist Jürgen Gerst eng verbunden. Aus ihren Forecast-Zahlen errechnet er die benötigte Kapazität.

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Mannschaft für die Serie

„Wir synchronisieren unsere Prozesse mit denen unserer Kunden“, sagt Jürgen Gerst von Glüpker Blechtechnologie. Komplexe Teile, die in regelmäßigen Abständen abgerufen werden, liefert das Unternehmen in Premiumqualität — auf Wunsch direkt ans Band.

Glüpker Blechtechnologie hat eine klare Strategie: Der Lohnfertiger produziert bevorzugt Produkte mit Wiederholcharakter, möglichst langer Lebensdauer und hoher Wertschöpfung. „Um die Stärke des Unternehmens richtig ausspielen zu können, benötigen wir die richtigen Stückzahlen. Wer Blechbauteile bis hin zu kompletten, einbaufertigen Systemen bestellen möchte, ist bei uns gut aufgehoben“, so Jürgen Gerst, Mitglied der Geschäftsleitung.

In Neuenhaus, nahe der niederländischen Grenze, hat Glüpker Blechtechnologie seit 1981 ihren Firmensitz. Das Unternehmen ist eingebunden in die Neuenhauser Unternehmensgruppe. Mit derzeit 330 Mitarbeitern beliefert Glüpker Blechtechnologie vor allem Großkunden und OEM aus den Bereichen Trailer- und Landmaschinenbau, Textilindustrie, Bau- und Straßenbaumaschinen, Flurförderfahrzeuge und allgemeiner Maschinenbau.

Die Bindung an den Kunden ist Jürgen Gerst wichtig. Jeder Kunde hat aus dem Verkaufsteam seinen eigenen Kundenbetreuer.

Die Bindung an den Kunden ist Jürgen Gerst wichtig. Jeder Kunde hat aus dem Verkaufsteam seinen eigenen Kundenbetreuer.

45.000 Tonnen Material verarbeitet das Unternehmen jährlich. Serien von 100 bis 20.000 Stück pro Jahr, die in Chargen zwei- bis dreimal pro Woche abgerufen werden, sind die klassischen Auftragsgrößen. Die Wiederholbarkeit ist für den Blechfertiger ein wichtiges Kriterium. Jürgen Gerst führt aus: „Unser Vertrieb ist fokussiert auf reproduzierbare Bauteile von mittlerer bis hoher Komplexität. Wir stellen unsere Prozesse für den Kunden einmal perfekt ein und haben dann die Möglichkeit, sie auf Knopfdruck wieder abzurufen.“ Die Bindung an den Kunden ist ihm wichtig. Jeder Kunde hat aus dem Verkaufsteam seinen eigenen Kundenbetreuer. In allen Bereichen sorgt ein gut ausgebildetes und professionelles Team dafür, dass die Teile immer pünktlich ankommen. Schließlich lautet der Unternehmensleitsatz: „Sage, was du tust, und tue, was du sagst.“

Baugruppen direkt ans Band

Dabei hat es der Blechexperte vor allem auf komplexe Bauteile abgesehen. „Wir möchten, dass möglichst viele Teile sämtliche Wertschöpfungsbereiche unseres Unternehmens durchlaufen“, sagt Jürgen Gerst. Konkret heißt das: vom Zuschnitt mit der Laser- oder Stanzmaschine über das Biegen und Pressen bis hin zum Schweißen. Entlang der Supply-Chain der Unternehmensgruppe entstehen dann komplette Baugruppen — oberflächenbeschichtet und fertig montiert. Jürgen Gerst: „Über die Nutzung der eigenen Kapazitäten der Neuenhauser Gruppe stellen wir die Lieferperformance sicher.“

Möglichst viele Teile sollen sämtliche Wertschöpfungsbereiche des Unternehmens durchlaufen. Konkret heißt das: vom Zuschnitt mit der Laser- oder Stanzmaschine über das Biegen und Pressen bis hin zum Schweißen.

Möglichst viele Teile sollen sämtliche Wertschöpfungsbereiche des Unternehmens durchlaufen: vom Zuschnitt mit der Laser- oder Stanzmaschine über das Biegen und Pressen bis hin zum Schweißen.

Die Logistikabteilung von Glüpker Blechtechnologie liefert nicht nur direkt ans Band, sondern auch gleich direkt in den Fertigungsprozess des Auftraggebers. Neben Kanban bietet der Lohnfertiger Just-in-time- und Just-in-sequence-Lieferung an. Das bedeutet, die Reihenfolge der gelieferten Produkte entspricht der Bearbeitungsreihenfolge am Band seiner Kunden. Individuelle Logistikkonzepte wie diese sind für das Blechunternehmen Herausforderung und Chance zugleich. „Die Logistik ist für uns ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal, denn Lasern, Kanten und Schweißen kann eigentlich jeder“, erklärt Jürgen Gerst. „Die Komplexität der inner- und außerbetrieblichen Logistik zu beherrschen, ist die wahre Herausforderung.“ Bei 300.000 Aufträgen, die bei Glüpker Blechtechnologie jedes Jahr durch die Fertigung laufen, keine leichte.

Serien von 100 bis 20.000 Stück pro Jahr sind die klassischen Auftragsgrößen.

Serien von 100 bis 20.000 Stück pro Jahr sind die klassischen Auftragsgrößen.

Mit dem Kunden eng verbunden

Ein Kunden-Lieferanten-Prinzip in sämtlichen Arbeitsgängen stellt sicher, dass alle Teile punktgenau eintreffen. „Wir überprüfen die Start- und Liefertermine der einzelnen Fertigungsbereiche“, erläutert Jürgen Gerst. In Echtzeit gleicht das Unternehmen den aktuellen Produktionsstand eines Auftrags mit dem geplanten Liefertermin ab. „Wenn die internen Prozesse stimmen, haben wir auch mit unseren Kundenterminen kein Problem“, sagt der Vertriebsleiter. Außerdem arbeitet das Unternehmen mit einer vorausschauenden Kapazitätsplanung. Von seinen Großkunden erhält es dafür deren Forecast-Zahlen und errechnet daraus die benötigte Kapazität. „So können wir Engpässe in der Zukunft bereits heute erkennen und bei Bedarf eine Vorproduktion durchführen.“ Auch Materialdisposition und Lagerbestände lassen sich damit optimieren.

„Wir müssen immer schneller und flexibler reagieren“, betont Jürgen Gerst. „Bis kurz vor Fertigstellung kann es noch Varianten der Produkte geben. Das müssen wir entsprechend begleiten können.“ Geschwindigkeit ist dabei alles. An den Durchlaufzeiten wird ständig gefeilt. Vor allem die Rüst- und Teilezeiten sind im Fokus. Verbesserte Prozesse und neue Technologien führen zu einer ständigen Optimierung des Gesamtunternehmens. Mit einer neuen TruLaser 5030 fiber ist Glüpker Blechtechnologie bereits schneller unterwegs. Und mit der Funktion BrightLine fiber kann die Firma auch dicken Edelstahl in guter Qualität schneiden.

Hochpräzise Biegeteile

Ein Halbautomat des italienischen Herstellers Codatto hilft, auch beim Biegen schneller zu werden. „Wir haben bereits zuvor mit Biegerobotern gekantet, aber durch ihre minimalen Rüstzeiten arbeitet die neue Maschine sehr effizient“, berichtet Jürgen Gerst. Vor allem bei großen, dünnen Blechen bringt die Schwenkbiegetechnologie Vorteile. Die umgeformten Teile können dadurch günstiger angeboten werden — das erhöht die Wettbewerbsfähigkeit. Dass Codatto jetzt zur TRUMPF Unternehmensgruppe gehört, ist ein weiterer Vorteil.

Beim Biegen spielt vor allem die Präzision eine wichtige Rolle: „Hochgenaue Biegeteile sind die Basis für das Schweißen, darum ist der Codatto Halbautomat für uns die passende Investition.“ In Zukunft wird das noch wichtiger, denn der Blechspezialist hat eine TruLaser Cell 7040 bestellt. Auch für die Fertigung mit der Laserschweißzelle ist Präzision wichtig. „Wir freuen uns auf die neue Anlage“, resümiert Jürgen Gerst. „Das Laserschweißen bringt weniger Energie ins Werkstück und wir können noch genauer damit arbeiten. Schließlich müssen wir die Spielregeln unserer Industriekunden beherrschen — vor allem was Lieferperformance und Qualität angeht.“

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Sommer 2014.



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Individuelle Lösungen für Großkunden und OEM

Wer:

Glüpker Blechtechnologie GmbH, Neuenhaus. Gegründet 1981, 330 Mitarbeiter. www.gluepker-blechtechnologie.de, www.neuenhauser.de

Was:

Der Lohnfertiger beliefert Großkunden und OEM mit komplexen Blechteilen und Baugruppen, die regelmäßig abgerufen werden. Dabei setzt er auf individuelle Logistikkonzepte wie Kanban oder Just-in-sequence-Lieferung

Womit:

TruLaser Cell 7040, 13 x 2-D-Lasermaschinen, darunter eine TruLaser 5030 fiber mit BrightLine fiber,
6 x Stanz-Laser-Maschinen, Codatto Halbautomat

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