Scharfe Sahnestückchen Jürgen Schanz fertigt in Handarbeit Schwerter, die in internationalen Sammlerkreisen hochgeschätzt sind. Aber auch bei weniger exotischen Schneidwerkzeugen legt er Hand an und fertigt sie nach Kundenwunsch und mit viel Herzblut.

Mit Leidenschaft und Herzblut fertigt Jürgen Schanz außergewöhnliche Säbel und Schwerter, aber auch weniger exotischen Schneidwerkzeuge.

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Scharfe Sahnestückchen

Jürgen Schanz fertigt in Handarbeit Messer, Säbel und Schwerter. Seine schneidigen Sammlerstücke haben Liebhaber in aller Welt.

Es kommt vor, dass Jürgen Schanz einmal kurz vom badischen Stutensee um die Welt jettet, um mit einem König oder einem Prinzen einen Auftrag zu besprechen. Der persönliche Kontakt zu den Hoheiten unter seinen Kunden gehört zu den Höhepunkten bei der Arbeit an den — wie er sie nennt — Sahnestückchen seiner Handwerkskunst. Der 43-Jährige fertigt in Handarbeit Schwerter, die in internationalen Sammlerkreisen hochgeschätzt sind. Aber auch bei weniger exotischen Schneidwerkzeugen legt er Hand an und fertigt sie nach Kundenwunsch und mit viel Herzblut.

Talent

Schon mit seinem Gesellenstück, das Jürgen Schanz 1991 ablieferte, bewies der damals 21-Jährige, dass er ein Ausnahmetalent ist. Mit einem malaysischen Kris, einem sogenannten Flammendolch, wurde er 1992 „Bundessieger Handwerk“. Diese Auszeichnung ermöglichte es ihm, ohne Gesellenjahre, bereits eineinhalb Jahre später mit einem japanischen Schwert seine Meisterprüfung abzulegen. In seiner Werkstatt nahe Karlsruhe fertigt der dreifache Familienvater nicht nur außergewöhnliche Säbel und Schwerter für gekrönte Häupter oder passionierte Sammler. Sein Geschick beweist er auch bei der Herstellung von Jagd-, Outdoor-, Küchen- und anderen Spezialmessern.

 

Geschick beweist Jürgen Schanz auch bei der Herstellung von Jagd-,  Outdoor-,  Küchen-  und  anderen  Spezialmessern.  An einem einfachen Messer arbeitet er rund sieben bis acht Stunden.

An einem einfachen Messer arbeitet Jürgen Schanz rund sieben bis acht Stunden.

 

Die Herausforderung liegt hier vor allem im Erspüren der Kundenwünsche. „Wichtig ist beispielsweise der Einsatzzweck. Im Outdoorbereich müssen Messer oft auch als Axt funktionieren. Die richtige Materialwahl ist ebenso entscheidend, denn Tauchermesser dürfen natürlich nicht rosten, und bei Küchenmessern gilt es, einen Stahl zu benutzen, der besonders dünn ausgeschliffen werden kann. Er muss hart sein, darf aber nicht brechen“, erklärt Schanz.

Fleiß

Rund sieben bis acht Stunden Arbeitszeit stecken in einem einfachen Messer. Für eines seiner außergewöhnlichen Schwerter benötigt der Meister zwischen 40 und 50 Stunden. „Da kann es schon sein, dass ich drei Wochen im Internet surfe und nach Materialien für Griffe stöbere“, erzählt er. Egal ob spezielle Steine oder wertvolle Hölzer: Bei den Prachtstücken, von denen er pro Jahr fünf bis sechs herstellt, muss alles passen. Auch bei den Klingen überlässt Schanz nichts dem Zufall. Seinen Stahl bezieht er nur von ausgesuchten Lieferanten. Vor allem der eigenwillig gemaserte Damaststahl ist in guter Qualität nicht immer leicht zu bekommen. Der Perfektionist weiß dem zu begegnen: „Ende letzten Jahres habe ich eine Firma gekauft, damit ich künftig selber schmieden kann.“

Wertschätzung

So viel Qualität und Kreativität lassen sich seine Kunden etwas kosten. Zwischen 2.000 und weit über 10.000 Euro liegen die Preise für die fein verzierten Vitrinenstücke. Seine Kunden kommen aus aller Welt. Viele werden über seine Webseite auf ihn aufmerksam. Mindestens ebenso wichtig sind für Jürgen Schanz aber kleine Messen und Ausstellungen, wo sich die Creme der Sammler trifft. „Der persönliche Kontakt ist essenziell. Gerade bei den arabischen Kunden geht nichts über E-Mail oder Telefon“, erzählt er. Also reist er an die Côte d’Azur, in die Emirate oder nach Russland, um mit den Interessenten über ihre Vorstellungen zu sprechen. Hier beweist er viel Einfühlungsvermögen. „Es gibt unterschiedliche Vorstellungen von Schönheit. Araber bevorzugen Gold und Diamanten. Wir Europäer sehen ein Schwert eher mit Silberbeschlag und Saphiren. Russische Kunden mögen zurückhaltende Eleganz. Das ist eine Frage der Kultur und das muss man akzeptieren“, sagt Schanz pragmatisch. Wenn er sich nach vielen Stunden sorgfältiger Arbeit wieder einmal von einem seiner „Sahnestückchen“ trennen muss, fällt ihm das oft schwer. „Aber es ist leichter“, so Jürgen Schanz, „wenn ich weiß, dass der Kunde sich freut und am Ende das Stück in der Hand hält, das er sich gewünscht hat.“

 

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Sagen Sie mal, Herr Schanz …

… was halten Sie für Ihre größte Stärke? Was für Ihre größte Schwäche?

Meine größte Stärke ist sicherlich der Wille, einen einmal gefassten Vorsatz unter allen Umständen auch umzusetzen. Meine Schwäche ist, dass ich oft ungeduldig bin.

… wie würden Sie sich in wenigen Worten charakterisieren?

Lebenslustig, mit offenen Augen und einem offenen Ohr anderen gegenüber. Ich versuche immer, aus allem das Beste zu machen und die Dinge positiv zu sehen.

… woraus beziehen Sie Ihre Energie?

Aus der Freude an meiner Arbeit.

 … was würden Sie mit auf die sprichwörtliche einsame Insel nehmen?

Messer, Streichhölzer und eine Zeltplane.

… Welchen Traum möchten Sie sich in Ihrem Leben auf jeden Fall noch erfüllen?

Auf der Hunting Exhibition in Abu Dhabi als Aussteller dabei zu sein.

Für eines seiner außergewöhnlichen Schwerter benötigt der Meister zwischen 40 und 50 Stunden.


Die Preise für die fein verzierten Vitrinenstücke liegen zwischen 2.000 und weit über 10.000 Euro.


In Handarbeit fertigt Jürgen Schanz auch Jagd-, Outdoor-, Küchen- und andere Spezialmesser.

 

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