Metallbearbeiterin Viola Hermanns Schmuckwelt ist bunt: Sie kombiniert farbiges Acryl mit edlem Metall zu ausgefallen Kreationen.

„Ich bin nur das Werkzeug, das die Idee in Form bringt”, sagt Goldschmiedin Viola Hermann.

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Metallbearbeiterin

Goldschmiedin Viola Hermann bettet Regenbogenfarben in edle Metalle.

Wer Viola Hermanns Schmuckatelier betritt, ist unweigerlich fasziniert vom leuchtenden Farbenspiel, das sich bietet. Viola Hermann ist Goldschmiedin aus Passion. Ihr Markenzeichen: Sie kombiniert Acryl in allen Regenbogenfarben mit Silber und Goldlegierungen zu ungewöhnlichen Schmuckstücken. Neben Kreativität und einem ausgeprägten Gefühl für Ästhetik und Stil verfügt die Stuttgarterin vor allem über eines: eine fundierte handwerkliche Ausbildung, die der eines Metallarbeiters in vielem gleicht.

Ein solides Fundament

Schon als Schülerin hilft Viola Hermann in der Goldschmiede ihres Onkels. Nach der Schule ist für sie darum klar, dass sie diesen Beruf erlernen würde. „Es hat mich gereizt, mir dieses statische Material gefügig zu machen. Und nur mit dem Wissen über die Materialien erschließt sich das Wissen über den richtigen Umgang damit“, erzählt die 43-Jährige. Nach dreieinhalbjähriger Ausbildungszeit und fünf Gesellenjahren absolviert die Schmuckdesignerin ihren Abschluss zum Goldschmiedemeister.

In dieser Zeit lernt sie alle Schritte, die zur Schmuckherstellung nötig sind, kennen: Schmieden, Montieren, Drehen, Polieren, Emaillieren, Galvanisieren, Löten, Schweißen, Steinefassen. Und sie arbeitet mit unterschiedlichsten Materialien. Schnell stellt sie fest: Die klassisch-konventionelle Arbeit liegt ihr nicht. Darum spezialisiert sie sich auf farbenfrohe Schmuckkreationen, die mittlerweile international gefragt sind.

Viola-Hermann-Schmuck-Handarbeit

Fast alle Arbeitsschritte bis zum fertigen Schmuckstück führt Viola Hermann selbst aus.

Viel Handarbeit

In ihrer Werkstatt in der Stuttgarter Innenstadt führt Viola Hermann, zusammen mit ihrem Partner, fast alle Arbeitsschritte bis zum fertigen Schmuckstück selbst aus. Viele ihrer Ausrüstungsgegenstände sind auch in jedem Metallverarbeitungsbetrieb zu finden — nur sind ihre viel kleiner. Hier gibt es eine Minischmelze für alle Gussmetalle, Metallabschnitte oder gebrauchten Schmuck, den Kunden umarbeiten lassen möchten. Eine Drehbank, eine Polierstation und eine Feinschleifmaschine sind ebenfalls vorhanden. „Für manche Arbeiten habe ich Dienstleister — beispielsweise für Lasergravuren oder manche Gussteile —, aber das meiste mache ich selbst“, erklärt die Goldschmiedin.

Das gilt auch für individuelle Werkzeuge wie Prägestempel. In unzähligen Schubladen bewahrt Viola Hermann ihre Modelle und Gussformen auf, die sie nach eigenen Entwürfen hergestellt hat. Ringe, Anhänger, Ohrstecker — sogar Kettenglieder — entstehen bei ihr in reiner Handarbeit. Für die Fertigung der Schmuckstücke ist mathematisches, chemisches und physikalisches Wissen ebenso gefragt wie ganz viel Fingerspitzengefühl und Muskelkraft. „Die Bearbeitung des Metalls erfordert viel Kraft. Gleichzeitig muss ich vorsichtig vorgehen und wissen, wie weit ich bei einem bestimmten Material gehen kann, damit es bei der Umformung nicht bricht oder reißt“, erklärt Hermann. Aber das sei eben die spannende Herausforderung ihrer Arbeit.

Interessante Verbindung

Für ihren Schmuck hat die Goldschmiedin ein Verfahren entwickelt, mit dem sie Metall und Acryl kraft- und formschlüssig so verbinden kann, dass die beiden Elemente eigenständig bleiben. Die Kombination von kühlem Silber und regenbogenfarbigem Acryl, das sie aus aller Welt zusammenträgt, erzeugt einen ganz besonderen Effekt. „Ich arbeite in Schichten. Zunächst stelle ich den Träger aus Silber her. Darauf kann ich Prägungen oder Gravuren anbringen, aber auch Blattgoldpartikel. Darüber lege ich den polierten Acrylring in der gewünschten Farbe“, erklärt Viola Hermann.

Die Variationsmöglichkeiten bei Material, Farbe und Gestaltung sind riesig. „Es ist immer wieder etwas Besonderes, mit einem Kunden zusammen sein individuelles Schmuckstück zu kreieren. Bei der Umsetzung bin ich dann nur noch das Werkzeug, das die Idee in Form bringt.“

www.viola-hermann-schmuck.com

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Herbst 2013.



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Sagen Sie mal, Frau Hermann …

… was halten Sie für Ihre größte Stärke? Was für Ihre größte Schwäche?

Ich bin ehrlich, echt, kreativ, oft aber auch unentschlossen, nicht konsequent und gestresst.

… wie würden Sie sich in wenigen Worten charakterisieren?

Ich bin eigensinnig und eigenwillig und habe gelernt, eigenständig und unabhängig zu sein. In mir ist eine gesunde Neugier für Neues und Altes. Ich lerne gerne und hoffe, dass das nie versiegt und ich immer die kleinen Dinge des Lebens wertschätzen kann.

… woraus beziehen Sie Ihre Energie?

Licht, Luft, Sonne, Yoga, Musik.

… was würden Sie mit auf die sprichwörtliche einsame Insel nehmen?

Werkzeuge, Musik, Feuer und Wasser.

Die Kombination von kühlem Silber und regenbogenfarbigem Acryl erzeugt einen ganz besonderen Effekt.


Neben einer Minischmelze gibt es in Viola Hermanns Atelier eine Drehbank, eine Polierstation und eine Feinschleifmaschine.


„Es hat mich gereizt, mir dieses statische Material gefügig zu machen“, sagt Viola Hermann.


Viola Hermann hat alle Schritte gelernt, die zur Schmuckherstellung nötig sind.


Für ihren Schmuck hat sie ein Verfahren entwickelt, mit dem sie Metall und Acryl kraft- und formschlüssig so verbinden kann, dass die beide eigenständig bleiben.