Nicht lange gefackelt Von der Garage zum erfolgreichen Job-Shop:  Stefan und Christoph Sigel schafften das in nur fünf Jahren.

Auch vor komplizierten Aufträgen schrecken die beiden Jungunternehmer Stefan und Christoph Sigel (rechts) nicht zurück. Ihr Mut zahlt sich aus.

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Nicht lange gefackelt

Stefan und Christoph Sigel sind jung — und erfolgreich. Die Brüder aus dem schwäbischen Heimsheim machten aus ihrem in Teilzeit betriebenen Garagenunternehmen in nur fünf Jahren einen erfolgreichen Job-Shop.

Rückblende ins Jahr 2009. Vater und Onkel der Brüder fragten den Nachwuchs, ob sie nicht die kleine Werkstatt, in der sie Komponenten für Kunden aus der Klimatechnik montierten, übernehmen wollen. Christoph und Stefan zögerten nicht lang, waren sie doch beide mit der kleinen Blechbutze aufgewachsen und verdienten dort ihr erstes Geld am Abend und in den Ferien. Obwohl Stefan Sigel noch mitten in der Ausbildung zum Industriemechaniker steckte und Christoph Maschinenbau studierte. Christoph Sigel: „Wir hatten nichts außer einem kleinen Vertrauensvorschuss in der Klima­branche. Dort hat unser Vater erfolgreich Spuren hinterlassen.“

Bei Investitionsentscheidungen haben wir nie lange gefackelt, sondern auf unseren Bauch gehört.

Schnell wurde aus dem Teilzeitjob Ernst, aus der Gesellschaft bürgerlichen Rechts wurde die SCS Metall GmbH. Im Juni 2010 brach Christoph Sigel das Maschinen­baustudium zugunsten der Selbstständigkeit ab, Stefan absolvierte ein Mammut­programm, startete frühmorgens im Ausbildungsbetrieb, um nach Feierabend noch fünf, sechs Stunden in der eigenen Firma zu arbeiten. 12- bis 14-Stunden-Tage waren für beide eher Norm denn Ausnahme. Der Einsatz hat sich gelohnt. Wo 2010 noch mit einer TRUMABEND V 85 im Lohn gebogen wurde, stehen heute drei Abkantpressen, eine TruPunch 5000 und — ganz neu: eine Laserflachbettmaschine TruLaser 3030 fiber, die im Lasernetzwerk mit einer TruLaser Robot 5020 zum Laserschweißen verbunden ist. Der Weg zu diesem Maschinenpark war geprägt durch die zupackende Art des Brüderpaars. Stefan Sigel: „Bei Investitionsentscheidungen haben wir nie lange gefackelt, sondern auf unseren Bauch gehört. Dann haben wir oft einfach Glück gehabt und einen Vater, der uns die eine oder andere Tür geöffnet hat.“

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Das Lasernetzwerk mit einer TruLaser 3030 fiber und einer TruLaser Robot 5020 erweitert das Portfolio von SCS um Laserschneiden und -schweißen.

Die Gunst der Stunde genutzt

Die Biegemaschinen und die Stanzmaschine TruPunch 5000 haben wir allesamt gebraucht, teils vom Händler, teils direkt von Unternehmen erworben. „Den Einstieg mit diesen TRUMPF Gebrauchtmaschinen haben wir nie bereut, alle sind höchst zuverlässig. So läuft beispielsweise die Stanzmaschine (Baujahr 2006) bei uns seit Frühjahr 2011 im Schnitt zehn Stunden am Tag — ohne jedes Problem.“ Die Feuertaufe der Stanzmaschine folgte gleich nach der Installation: Ein Riesenauftrag lastete die Maschine nahezu komplett aus. Für Oslo galt es, rund 27.000 Quadratmeter Fassade mit einer komplexen Lochmusterverkleidung auszustatten. Der Ausnahmejob lief gut zwei Jahre. Dabei wurden zusätzlich 55.000 komplexe Halter gebogen und eine zweite Biegemaschine angeschafft. „Parallel ging es Schlag auf Schlag mit Neukunden weiter“, resümiert Christoph Sigel. „Am alten Standort erreichten wir Anfang 2013 die Kapazitätsgrenzen.“

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Besonders überzeugt hat Christoph Siegl die Funktion Drop & Cut, eine konkurrenzlose Lösung zur schnellen Nachproduktion von Teilen.

Mit fast fertigem Baugesuch waren die Sigels zum Neubau entschlossen. Doch es kam anders. Kurz vor Bauantrag bot ihnen ein befreundeter Unternehmer seine Halle an. Stefan Sigel: „Bei dem Angebot passte alles, es war von der Auslegung und den Flächen fast identisch mit unserer Planung. Also haben wir mit unserer Entscheidung für die Anmietung nicht lange gezögert und uns so den Stress eines eigenen Bau­vorhabens erspart.“ Kleiner Nebeneffekt des Umzugs Mitte 2013: In der neuen Halle in Heimsheim stand eine alte Laserschneid­anlage, die übernommen wurde. „Das Laserschneiden hatten wir noch nicht auf dem Plan. Wir nutzten aber die Gunst der Stunde und wagten den sanften Einstieg.“ Wieder kam genau zum richtigen Zeitpunkt der passende Auftrag, eine Großserie Ausgleichsscheiben und Dichtungen im Bereich zwischen 0,1 und 0,2 Millimeter Stärke für Getriebe. Für diese filigrane Aufgabe war die betagte Maschine nicht mehr optimal.

Drop&Cut im Video:

Trotz unmittelbarer Nähe zu einem anderen Maschinenhersteller zog es die Sigels in das Vorführzentrum von TRUMPF nach Ditzingen. Die Testteile überzeugten ebenso wie der robuste Aufbau der TruLaser 3030 fiber. „Die Maschine ist für die Werkstatt gemacht, jedes Detail ist durchdacht“, sagt Christoph Sigel anerkennend. „Besonders überzeugt mich die Funktion Drop & Cut, eine konkurrenzlose Lösung zur schnellen Nachproduktion von Teilen.“ Drop&Cut spielt via Kamera das Livebild des Maschinen­innenraums direkt auf das Display am Bedienterminal. Ein Klick mit der Maus oder ein Fingertipp reicht aus, um die gewünschte Teilegeometrie auf die Resttafel zu projizieren. Intuitiv lassen sich Teile in beliebiger Lage und Orientierung im Sichtbereich der Kamera anordnen. Dabei können die Geometrien zu jedem Zeitpunkt gedreht, verschoben, dupliziert oder gelöscht werden. Christoph Sigel: „Leichter kann man Nachproduktion nicht machen.“

Eine klare Linie bringt Sicherheit

Drei Wochen nach den Tests fiel die Entscheidung für eine brandneue TruLaser 3030 fiber, nur eine Woche später wurde die TruLaser Robot 5020 für die Aufstellung im Lasernetzwerk geordert und die Bestellung erweitert. Der Grund: Abermals winkte ein Auftrag. Diesmal eine Serie von Elektroverteilerboxen. Im August 2015 ist das neue Duo mit Lasernetzwerk installiert, der Großauftrag zum Schneiden und Schweißen bereits in der Nullserie. Christoph Sigel: „So können wir uns dem Thema Laserschweißen behutsam nähern.“

Die TruLaser Robot 5020 in Aktion:

Fragt man nach Argumenten für den sortenreinen Maschinenpark, hat nicht der Techniker Christoph Sigel die Antwort parat, sondern der Kaufmann Stefan: „Selbst ich komme mit der für alle Maschinen einheitlichen Steuerung nach wenigen Minuten klar und beherrsche die wichtigsten Knöpfe und Befehle.“ Stefan Sigel ist es auch, der die TRUMPF Bank lobend ins Gespräch bringt: „Wir haben mit klassischen Banken überwiegend negative Erfahrungen gemacht. Bei der TRUMPF Bank merkt man, dass die Berater unser Geschäft verstehen.“ 

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Beitrag erschien erstmals im Herbst 2015.



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Mutige Aufsteiger

Wer:

SCS Metall GmbH, Heimsheim. Gegründet 2009. 15 Mitarbeiter. www.scs-metall.de

Was:

Lohnfertiger mit breitem Angebotsspek­trum vom Prototypen bis zur Serie

Womit:

TruLaser Robot 5020 und TruLaser 3030 fiber im Lasernetzwerk, TruPunch 5000, 3 x Abkantpressen TruBend, Beschriftungs­laser TruMark Station 5000

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