Nicht ohne unseren Roboter Sigrid und Roland Deeg führen ein Unternehmen wie aus dem Bilderbuch. Ihre neue Biegezelle liefert die passenden Teile dazu.

Bei Sigrid und Roland Deeg arbeitet ein fleißiger Roboter.

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Nicht ohne unseren Roboter

Sigrid und Roland Deeg sind Automatisierungsfans. Nicht, weil sie Personal sparen wollen, sondern weil sie so bessere Mitarbeiter bekommen.

Draußen riecht es nach Acker, drinnen nach Metall. Die Hallen der Roland Deeg GmbH sind umgeben von Feldern und Wiesen. Sie stehen am Hang des kleinen Gewerbegebiets von Kirchberg in Hohenlohe — jener merkwürdigen Boomregion im ländlichen Nordosten Baden-Württembergs, wo sich Landwirt und Industriemanager morgens beim Bäcker treffen. Es gibt hier mehr Weltmarktführer als Städte, hinter jeder Landstraßenbiegung sitzt ein Unternehmer und organisiert seine globalen Geschäfte: Verpackungstechnik, Maschinenbau, Ventilatoren, Montagetechnik, Jeans sogar. Ein perfektes Umfeld für einen klassischen Lohnfertiger wie die Roland Deeg GmbH.

Das Unternehmen hat sich als Blech-Allrounder auf dem Markt platziert. Zum Angebot gehören Laserschneiden, Biegen, Schweißen und Zerspanen sowie Montage und Logistik. Geschäftsführer Roland Deeg sagt dazu: „Wir wollen unseren Kunden alles aus einer Hand bieten und damit so viel Wertschöpfung wie möglich bei uns im Haus haben.“ In seinem Kundenkreis spiegelt sich die Hohenloher Unternehmenslandschaft: hauptsächlich klassischer Maschinenbau, Verpackungstechnik, Baumaschinen und ab und an Automobilindustrie.

Abgerechnet wird nach acht Stunden

Deeg beschäftigt 140 Mitarbeiter und produziert im Dreischichtbetrieb. Am Halleneingang arbeiten sich 2-D-Laserschneidmaschinen durch Stahl, Edelstahl oder Aluminium. Nach jeder Tafel belädt sie ein LiftMaster neu. In anderen Teilen des Gebäudes knistern Handschweißgeräte, Mitarbeiter beladen Fräsmaschinen oder verpacken die Produkte. Man sieht der Halle das jahrelange stetige Wachstum des Unternehmens an: An allen Enden führen Durchgänge oder Treppen zu einem Anbau. Ein Bereich ist reserviert für Biegearbeiten. An sieben TruBend Maschinen kanten die Mitarbeiter von Hand. Daneben versorgen BendMaster Biegeroboter drei weitere Maschinen: eine TruBend 5230, eine TrumaBend V 130 X und eine TruBend Cell 7000. In der Biegezelle bearbeitet der Lohnfertiger Kleinteile ab einer Losgröße von 50 Stück pro Auftrag im Monat.

Die kleine Schnelle: TruBend Cell 7000

Die kleine Schnelle: TruBend Cell 7000

Sie waren immer eng in die Bauphasen eingebunden. Ist diese Strategie auch bei der Maschineninstallation und -inbetriebnahme aufgegangen?

Roland Deeg steht auf einem Treppenabsatz und betrachtet seine Biegemaschinen. „Ich setze schon seit Jahren auf automatisiertes Biegen. Mein Hauptgrund ist einfach: die Stückzahlen“, berichtet er. „Ein guter Bieger schafft in der ersten Stunde seiner Schicht schon mal 150 Biegungen, wo der Roboter nur 100 packt. Wenn man aber nach acht Stunden abrechnet, liegt immer der Roboter vorn. Der wird eben nicht müde.“ Deegs TruBend Cell zum Beispiel arbeitet rund 20 Prozent schneller als ein Bieger. Und Deeg ist froh darüber, dass sie über Stunden hinweg ihre Stückzahlen liefert, ohne dass ein Mitarbeiter eingreifen muss. Denn an Personal mangelt es.

Lockmittel für Fachkräfte

Es ist schwer, qualifizierte Mitarbeiter in das 4.100 Einwohner zählende Kirchberg zu locken. Der Landkreis hat eine Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent — das ist so gut wie Vollbeschäftigung. Und die regionale Konkurrenz ist groß. „Viele gut ausgebildete Leute gehen lieber zu den ganz großen Firmen hier, weil sie glauben, dort einen sichereren Arbeitsplatz zu haben als bei uns“, sagt Deeg. „Und mit den Löhnen der Großen können wir oft auch nicht mithalten.“

Speziell fürs Biegen gibt es kaum Fachkräfte. Der Beruf ist anspruchsvoll: abstraktes räumliches Denken und ständige Aufmerksamkeit sind gefragt. Er ist aber auch körperlich anstrengend, besonders bei großen Blechteilen: Nicht ungewöhnlich, dass ein Bieger bei Schichtende viele Dutzend Tonnen bewegt hat. „Das geht gewaltig auf die Gelenke. Diesen harten Job will kaum noch jemand machen“, sagt Roland Deeg. „Die Automatisierung schließt hier die Personallücke und ist gleichzeitig ein Beitrag zum ergonomischen Arbeiten.“ Seine Frau Sigrid Deeg, die das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Mann leitet, ergänzt: „Die automatisierten Maschinen kompensieren die fehlenden Facharbeiter, aber sie locken sie auch an. Besonders junge Leute stehen heute nicht gern an der Maschine. Aber den Roboter programmieren — das begeistert sie.“ So schaffen die Maschinen den gut ausgebildeten Mitarbeitern den Raum, ihr Wissen anderweitig sinnvoll einzusetzen. Dem Mangel an qualifizierten Mitarbeitern wirkt das Unternehmen außerdem selbst entgegen: 25 Auszubildende lernen dort zurzeit in sechs Berufen.

Hundert Prozent Gutteile

Die Arbeit der Deegs hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Kunden haben inzwischen alle auf Just-in-time-Produktion umgestellt. Das verlangt von Lohnfertigern viel Flexibilität. Zudem steigen die Qualitätsanforderungen kontinuierlich. Für Roland Deeg ist das ein weiterer Grund für automatisierte Maschinen: „Beim Stahlblech zum Beispiel war es früher schlicht egal, wenn die Teile Kratzer hatten. Heute müssen wir alles makellos abliefern.“ Dabei unterstützen ihn die BendMaster. „Die Roboter biegen mit enorm hoher Genauigkeit — und das bei jedem einzelnen Teil. Die präzisen Elektroantriebe in der TruBend Cell 7000 sorgen für eine hohe Winkelgenauigkeit. Man muss es klar sagen: Alle automatisiert gefertigten Teile sind die besseren Teile.“

Sensoren und Bildverarbeitung beim automatischen Biegen verhindern Fehler, wie sie Menschen passieren. Sigrid Deeg erklärt: „Ein typischer Fehler ist zum Beispiel, dass der Bieger Rechts- und Linksteile verwechselt und das Blech falsch herum hält. Durch die Automatisierung ist das ausgeschlossen.“ Sie erleichtert auch die anschließende Dokumentation, denn es gibt Messdaten und die exakte Anzahl bearbeiteter Teile ist zu jedem Zeitpunkt bekannt. Dass die Deegs als mittelständischer Lohnfertiger so konsequent auf Automatisierung setzen, finden sie nicht außergewöhnlich. „Ohne diese gesicherte Qualität und die hohe Produktionsgeschwindigkeit würde es gar nicht mehr gehen“, sagt Roland Deeg. „Wir werden die Automatisierung in Zukunft ganz bestimmt noch weiter ausbauen.“

 

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Dieser Artikel erschien erstmals im Frühjahr 2014.



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Effizienter Familienbetrieb

Wer:

Roland Deeg GmbH, Kirchberg/Jagst. Gegründet 1996, 140 Mitarbeiter. www.deeg-bleche.de

Was:

Laserschneiden, Biegen, Schweißen und Montieren – der Lohnfertiger beliefert unterschiedlichste Branchen mit präzisen Lösungen aus Blech

Womit:

TruBend Cell 7000, TruBend 5230, TruBend 5085, TrumaBend V 170, TrumaBend V 50, TrumaBend V 320,
2 x TrumaBend V 130 X, TruLaser 5040, TruLaser 5030, 2 x TruLaser 3040, TruLaser 3030, TruLaser Cell 1005, TruLaser Weld 3010 und TruLaser Robot 5020 im Lasernetzwerk

„Junge Leute stehen heute nicht gern an der Biegemaschine. Aber den Roboter programmieren — das begeistert sie“, sagt Sigrid Deeg.

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