„Perfekter Cut” Schreddern oder Schneiden: Krug & Priester hat das Werkzeug. Mit den beiden Produktmarken IDEAL und EBA zählt Krug & Priester weltweit zu den führenden Herstellern von Aktenvernichtern. Betriebsleiter Wolfgang Schuppler und Wolfgang Jetter, Meister in der Blechfertigung, berichten über vollstufige Produktion mit einer neuen TruLaser 5030 fiber mit 3-Kilowatt-Festkörper­laser.

„Wir messen Produktivität und Wirtschaft­lichkeit ganz genau", sagen Wolfgang Schuppler, Betriebsleiter bei Krug & Priester, und Wolfgang Jetter, Meister in der Blechfertigung.

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„Perfekter Cut”

Seit sechs Jahrzehnten entwickelt und produziert Krug & Priester Aktenvernichter und Schneidemaschinen. Betriebsleiter Wolfgang Schuppler und Wolfgang Jetter, Meister in der Blechfertigung, berichten über vollstufige Produktion und Laserschneiden.


Herr Schuppler, Krug & Priester kennt außerhalb Balingens kaum jemand. Dabei stehen Ihre Produkte in fast jedem Büro …

Wolfgang Schuppler: Das liegt an unserer konsequenten Markenstrategie. Mit unseren beiden Produktmarken IDEAL und EBA zählen wir weltweit zu den führenden Herstellern. In einigen Teilbereichen, wie bei den Stapelschneidern und professionellen Aktenvernichtern, haben wir es sogar bis ganz an die Spitze geschafft. Mit rund 785 Modellvarianten bieten wir Lösungen für Herausfor­derungen rund um die Papierverarbeitung und den Datenschutz.

Was zeichnet Ihr Unternehmen aus?

Schuppler: Wir haben null betriebsbedingte Kündigungen seit dem Gründungs­jahr, keine Leiharbeiter und keine Standorte in Billiglohnländern. Und mit 0,2 Prozent Rücklaufquote bieten wir eine herausragende Qualität. Bei uns steht die Null.

Schrederer

Krug & Priester fertigt derzeit 785 verschiedene Modellvarianten: Vom Aktenvernichter fürs Büro bis zur industriellen Maschine, vom ergonomischen DIN-A4-Hebelschneider bis hin zum Profi-Stapelschneider.

Und woher kommen Ihre Lieferanten?

Wolfgang Jetter: 70 Prozent aller Lieferanten kommen aus einem Umkreis von 100 Kilometern. Nur zehn Prozent sind mehr als 250 Kilometer entfernt. Wir ziehen nicht mit der Billig-Karawane, sondern sind lokal orientiert und standort­treu. Hinzu kommt, dass wir strikte Verfechter einer vollstufigen Produktion sind. Wir haben eine Fertigungstiefe von 90 Prozent. Diese vollstufige Produktion ist ein Markenzeichen, das uns in die Lage versetzt, unsere hohen Qualitätsansprüche zu bewahren.

Was ergibt sich aus dieser extrem hohen Eigenfertigungsquote?

Schuppler: Natürlich die Notwendigkeit, permanent alle Prozesse auf den Prüfstand zu stellen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Zwar ist unsere weltweit anerkannte Qualität den Kunden einen etwas höheren Preis wert, trotzdem müssen wir zu marktüblichen Kosten fertigen und wollen „Made in Balingen“ weiter voranbringen. Deshalb ist es notwendig, dass wir unser Produktions- und Logistiksystem weiterentwickeln. Eine zusätzliche Herausforderung ist, dass immer mehr Produkt- und Modellvarianten in jeweils kleineren Stückzahlen nachgefragt werden. Das erfordert höchste Flexibilität und neue Ansätze im Bereich der Produktionssteuerung und -organisation.

Das hat dann auch Konsequenzen für die Blechfertigung?

Jetter: Richtig. Wir haben rund 1.000 Tonnen lasergeschnittene und gekantete Blechteile von einem Lieferanten bezogen, 40 Kilometer entfernt. Wöchentlich rollten zwei bis drei Lkw über die Schwäbische Alb. Das ist wenig nachhaltig. Und rechnet sich nicht. Die angelieferte Ware mussten wir zwischenlagern. Mehrstufige Bearbeitung plus Liegezeiten, plus innerbetrieblicher Transport plus Rüstzeiten — unsere Durchlaufzeiten waren unbefriedigend.

Krug&Priester_TruLaser-5030

Krug & Priester setzen bei der TruLaser 5030 fiber auf Automatisierung, um den Bedienern die Kärrnerarbeit der Teileentnahme abzunehmen. Vorgabe war, dass 80 Prozent der Teile automatisch entnommen werden.

Schuppler: Eine eigene Laserschneidanlage stand schon lange auf unserem Wunschzettel. Allerdings mussten wir erst die räumlichen Voraussetzungen schaffen. Mit einem Neubau in Werk I konnten wir die Schweißerei verlagern und Platz für eine eigene 2-D-Lasermaschine schaffen.

Dieses Insourcing hat den Lieferanten bestimmt getroffen?

Schuppler: Das war für ihn schon ein Thema. Aber unsere Entscheidung kam nicht Knall auf Fall. Wir haben unserem Zulieferer 18 Monate Vorlaufzeit gegeben, um sich auf die Situation einzustellen. Das entspricht unseren Prinzipien. Wir setzen auf langfristige, faire und vertrauensvolle Partnerschaften, die auch in wirtschaftlich harten Zeiten Bestand haben.

In der Zeit haben Sie sich für Ihre Maschine entschieden?

Jetter: Richtig. Klar war nur, dass wir eine Maschine von TRUMPF kaufen. Aber welche aus dem Portfolio? Also haben wir ein knappes Dutzend typischer Teile bei uns aus­gewählt und im TRUMPF Vorführzentrum Vergleichs­tests gestartet. Wir haben Hauptzeiten, Qualität und möglichen Nachbearbeitungsaufwand unter­sucht. Wenig überraschend fiel unsere Wahl auf die TruLaser 5030 fiber, auf eine Anlage mit 3-Kilowatt-Festkörper­laser. 80 Prozent unsere Blechteile liegen in einem Bereich von einem bis vier Millimeter Dicke. Hinzu kommt die Energie­effizienz des TruDisk Lasers — die Maschine versprach also alles in allem einen perfekten Cut.

Krug&Priester_Hans-Peter-Ja

Die Fertigung von Einzelstücken oder Kleinserien sind mit dieser Anlage kein Problem mehr, da die Rüstzeit quasi gegen null geht.

Die Maschine produziert seit gut zwei Jahren. Sind Sie zufrieden?

Jetter: Nach einer achtwöchigen Aufstell- und Probephase einschließlich Schulung und Produktionsbegleitung für unsere Mitarbeiter gingen wir in den Echtbetrieb.Die Fertigung von Einzelstücken oder Kleinserien sind mit dieser Anlage kein Problem mehr, da die Rüstzeit quasi gegen null geht. Mittlerweile läuft die Laseranlage im Zweischichtbetrieb. Durch eine zusätzliche Geisterschicht kann sie bei Bedarf rund um die Uhr laufen.

Gibt es Besonderheiten an der Maschine?

Jetter: Wir setzen auf Automatisierung und haben uns für den SortMaster entschieden, um unseren Bedienern die Kärrnerarbeit der Teileentnahme abzunehmen. Vorgabe war, dass 80 Prozent der Teile automatisch entnommen werden. Das Ziel erreichen wir. Zudem schneiden wir 0,2 Millimeter klei­ne Präzisionsbohrungen in die Ölverteilerrohre. Die Rohre sind dafür in einer selbst konstruierten Vorrichtung fixiert, deren Positionskontrolle im Prozess über eine extra installierte Kamera erfolgt.

Metall_Rohr

Im Ölverteilerrohr sorgen 0,2 Millimeter feine Bohrungen für die notwendige Schmierung. Der Laser bringt diese Löcher einseitig präzise bis zur Kernbohrung ein.

Unterm Strich, Herr Schuppler, der Invest hat sich gelohnt?

Schuppler: Wir messen Produktivität und Wirtschaftlichkeit ganz genau. Wir haben uns vorgenommen, dass die Maschine in einem Korridor zwischen 70 und 80 Prozent produktiv sein muss. Unsere Hauptzeit geht nun stramm auf die 80 Prozent zu — bei etwa 120 Stunden Einsatzzeit pro Woche. Ziel erreicht.

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Sommer 2015.



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Meisterschredder

Wer:

Krug & Priester GmbH & Co. KG, Balingen. Gegründet 1951, 350 Mitarbeiter, www.krug-priester.com

Was:

Schreibtisch-Aktenvernichter, Büro-Aktenvernichter, Großmengen-Aktenvernichter, CD/DVD Shredder, Festplattenlocher- und Shredder

Womit:

TruLaser 5030 fiber

Macht aus ganzen Ordnern feine Schnipsel: Zahnradkranz für einen Großformatschredder, der Aktenordner samt Inhalt und Mechanik zerkleinert.

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