Restlos glücklich Beim Stanzen spart Olsberg jede Menge Material. Wie das geht? Mit der neuen TruPunch 5000. Geschäftsleiter Stephan Schlömer hat sie in seiner Fertigung getestet.

„Restgitterfreies Stanzen ist vor allem eine Frage der Programmierung“, sagt Stephan Schlömer.

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Restlos glücklich

Wenn die TruPunch 5000 arbeitet, bleibt auf dem Auflagetisch nichts mehr übrig. Nicht einmal ein kleiner Randstreifen. Olsberg hat die restgitterfreie Technologie getestet.

Fast wirkt es, als würde ein fertig gelegtes Puzzle Stück für Stück wieder auseinandergenommen: Kante an Kante liegen die Teile. Die TruPunch 5000 stanzt eins nach dem anderen aus dem Blech und schleust es automatisch aus. Auch den letzten Streifen des Blechs zerteilt die Stanzmaschine mit schnellen Hüben und entsorgt die Blechabfälle über die Teileklappe. Übrig bleibt dann auf dem Auflagetisch — nichts. Pierre Lipina, Maschinenbediener bei Olsberg, muss kein Restgitter, keinen Reststreifen und keine sonstigen Blechreste von Hand entfernen. Diese Aufgaben erledigt die TruPunch 5000 automatisch.

„Wir können in den Bereich der Spannpratzen hineinfahren und auch den letzten Reststreifen stanzen“, sagt Maschinenbediener Pierre Lipina.

Die neue TruPunch 5000 mit restgitterfreier Bearbeitung bietet im Prozess deutliche Vorteile: „Wir können in den Bereich der Spannpratzen hineinfahren und auch den letzten Reststreifen stanzen“, sagt Lipina. „So sparen wir selbst bei komplexen Teilekonturen bis zu 30 Prozent Material.“ Eindrucksvolles Beispiel aus der Praxis: Aus einer vier Millimeter dicken Kupferplatine stanzt Olsberg jetzt 140 statt bisher 104 Schienungen. Bei einem Tafelpreis von derzeit 1.000 Euro ist das Einsparpotenzial erheblich. Zudem hat sich die Bearbeitungszeit pro Teil mit einer zusätzlichen Werkzeugoptimierung von 9,5 auf 8,1 Sekunden reduziert.

Erfolg mit System

„Wir brauchen die neueste Fertigungstechnologie, müssen möglichst sogar einen Schritt weiter als der Stand der Technik sein“, betont Stephan Schlömer, Geschäftsleiter und Leiter der Fertigung und Logistik im Bereich Systemtechnik bei Olsberg. Derart gerüstet, bietet Olsberg seit vielen Jahren sein Know-­how auch Industriekunden an. „Der so entstandene Bereich der Systemfertigungstechnik erzielt jährliche Wachstumsraten im zweistelligen Bereich.“

Das Erfolgsrezept: Olsberg bietet Komplettlösungen an — angefangen von der Entwicklung über die Fertigung, Montage und Prüfung bis hin zur Logistik. Ziel ist es, nicht nur einfacher Zulieferer zu sein, sondern einen Großteil des Umsatzes mit kompletten Baugruppen zu generieren. Das dafür notwendige Fachwissen hat das im Sauerland beheimatete Unternehmen durch die langjährige Entwicklung und die Produktion von Elektrowärmespeichern erworben. Neben der Gießerei und den Kamin­ und Pelletöfen ist die Systemfertigungstechnik einer der Geschäftsbereiche des Familienbetriebs, dessen Wurzeln bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen.

Aus einer vier Millimeter dicken Kupferplatine stanzt Olsberg jetzt 140 statt bisher 104 Schienungen. Bei einem Tafelpreis von derzeit 1.000 Euro ist das Einsparpotenzial erheblich.

Glänzendes Ergebnis

Um möglichst flexibel zu bleiben, setzt das mittelständische Unternehmen auf Eigenproduktion: „Die Fertigungstiefe liegt in der Systemfertigungstechnik im Mittel bei 60 Prozent“, sagt Stephan Schlömer. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Blechbearbeitung — vier Stanzmaschinen sind bei Olsberg im Einsatz. Darunter die neue TruPunch 5000. „Wir haben vor allem bei filigranen Blechbauteilen deutliche Umsatzsteigerungen erzielt.

Die TRUMPF Maschinen sind für dieses Spektrum besonders gut geeignet. Darum haben wir uns für den Kauf der TruPunch 5000 entschieden“, erklärt Schlömer. „Zudem fordern unsere Kunden Oberflächen, die beidseitig kratzerfrei sind — da hat TRUMPF mit der absenkbaren Matrize eine gute Lösung.“

Gemeinsam besser

Der Entschluss zum Erwerb einer neuen Stanzmaschine fiel in die Entwicklungsphase der TruPunch 5000 — der jüngsten Stanzinnovation mit dem Zusatzfeature zur restgitterfreien Bearbeitung. Für Stephan Schlömer kein Neuland: „Wir haben schon in der Vergangenheit zu 95 Prozent restgitterarm gearbeitet. Das ist vor allem eine Frage der Programmiertechnik.“

An der Maschine hat der Bediener immer den Überblick.

Deshalb erwies sich die Entwicklungspartnerschaft für beide Seiten als Vorteil. TRUMPF setzte wichtige Tipps der Olsberg­-Spezialisten aus der Praxis in der neuen Maschine um. Olsberg gewann als Testkunde einen detaillierten Einblick, welche Möglichkeiten die neue Stanzmaschine bietet: „Den daraus resultierenden Wettbewerbsvorteil kann uns erst einmal keiner nehmen“, fasst Schlömer zufrieden zusammen.

Neu gedacht

Vor allem die Software entwickelten beide Unternehmen gemeinsam weiter. Denn die restgitterfreie Bearbeitung erfordere ein Umdenken beim Programmieren der Aufträge, erklärt Gregor Dicke, Programmierer bei Olsberg: „Der größte Unterschied ist, über das Einzelteil zur Tafel zu denken.“ Einen wichtigen Vorteil des neuen Systems sieht Dicke darin, dass der Bediener an der Maschine mehr Möglichkeiten hat: „Jetzt wird Kompetenz zum Bediener verschoben. So kann dieser bei einem neuen Teil direkt im Bearbeitungsprozess Details optimieren. Die Schleife durch die Programmierung ist nicht mehr nötig.“

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Herbst 2012.



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Gehäusespezialist

Wer:

Olsberg Hermann Everken GmbH, Olsberg. Erste urkundliche Erwähnung 1577, unter heutiger Firmierung seit 1992 aktiv. 480 Mitarbeiter. www.olsberg.com

Was:

Traditionsreiches Familienunternehmen; Gießerei für Gussteile mit Lamellen und Kugelgrafit, Entwicklung, Fertigung und Vertrieb von Kamin- und Pelletöfen sowie elektrische Heiz- und Lüftungsgeräte. Im jüngsten Geschäftsbereich Systemfertigungstechnik beliefert Olsberg Industriekunden unterschiedlichster Branchen mit Einzelkomponenten, Baugruppen und Komplettgeräten aus Feinblech

Womit:

Olsberg produziert unter anderem mit 2 x TruPunch 5000, TrumaBend V 130 X, TC 500 R-13

Neben der Gießerei und den Kamin­ und Pelletöfen ist die Systemfertigungstechnik einer der Geschäftsbereiche des Familienbetriebs.


Olsberg beschäftigt 480 Mitarbeiter. Die Wurzeln des Familienbetriebs reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück.


In der Programmierung werden die Teile eng geschachtelt.


Die Maschine dreht die Teile automatisch. Eine Weiche unterhalb der Teilerutsche trennt Teile und Reststücke voneinander.


Der DisposeMaster sortiert zerkleinertes Restgitter und Stanzbutzen automatisch nach Materialarten.


„Selbst bei komplexen Teilegeometrien sparen wir mit der TruPunch 5000 bis zu 30 Prozent Material,“ erläutert Stephan Schlömer.

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