Rost und Träume Eine defekte Lasermaschine und zwei schlaue Köpfe waren die Basis für den aufstrebenden mexikanischen Job-Shop Syrma.

Hightech aus dem „Silicon Valley“ Mexikos: Dafür stehen die Syrma-­Geschäftsführer Alejandro Salazar (Mitte) und Omar Rojas (rechts) mit Mitarbeiter Julio Quiroz (links).

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Rost und Träume

Ein kleiner Job-Shop für Blechbearbeitung mitten im mexikanischen „Silicon Valley“? „Das kann nur gut gehen“, sagten sich Alejandro Salazar und Omar Rojas und starteten durch.

Sie war alt und ziemlich rostig, als Alejandro Salazar und Omar Rojas sie in einer Lagerhalle fanden — eine herrenlose und beschädigte Laserschneidmaschine, Baujahr 1984. Für die beiden die Chance zum Einstieg in die Selbstständigkeit mit ihrem eigenen Job-Shop Salazar y Rojas Maquinados, kurz Syrma. „Resonator, Elektronik und Steuerung erwiesen sich als funktionsunfähig“, erinnert sich Omar Rojas.

Die beiden Mexikaner krempelten die Ärmel hoch und brachten ihren verstaubten Schatz wieder auf Vordermann — von Grund auf. „Mit dieser Maschine haben wir unsere ersten Aufträge gefertigt“, sagt Alejandro Salazar. Ihr allererster steht heute an der Universität von Guadalajara: eine Metallskulptur mit Inschrift als Hommage an den mexikanischen Dichter Fernando del Paso Morante. Die Öffentlichkeitswirkung war garantiert, der Geschäftsstart perfekt.

Hightech aus Guadalajara

Das war 2010. Seitdem hat sich einiges getan. Die provisorische Uraltmaschine ist einer modernen TruLaser 1030 gewichen. Für Salazar und Rojas die perfekte Einsteigermaschine für Stückzahlen von eins bis zu einigen Hundert in Stahl, Aluminium und Edelstahl. Die Kunden kommen aus der Bau-, Transport- und Medizintechnikindustrie.

Und der Trend zeigt weiter nach oben, schließlich sitzt das kleine Unternehmen mitten im „Silicon Valley“ von Mexiko: in Guadalajara. Die 1,6-Millionen-Einwohner-Stadt liegt 500 Kilometer von Mexiko-Stadt entfernt und gilt als Hochtechnologiezentrum des Landes. Sie wächst schnell und verzeichnet das höchste Bruttoinlandsprodukt Mexikos. Internationale Konzerne wie HP, IBM oder Siemens fertigen in der aufstrebenden Industriemetropole, die als „geschäftsfreundlichste Stadt Lateinamerikas“ ausgezeichnet wurde.

Qualifizierte Nachwuchskräfte

Zahlreiche staatliche und private Universitäten bilden qualifizierte Nachwuchskräfte aus. Salazar und Rojas sind zwei davon. Nach ihrem Studium am Monterrey Tec Guadalajara Campus war für die frischgebackenen Mechatronik-Ingenieure das eigene Unternehmen eine ausgemachte Sache. An Einfallsreichtum und Durchhaltevermögen mangelt es den beiden nicht. Ihre fehlende Erfahrung machen sie mit einer gehörigen Portion Mut und Tatkraft wett. „Wir haben uns von Anfang an gesagt, dass wir es schaffen können“, sagt Omar Rojas. „Hürden nehmen wir einfach als Herausforderung.“ Mit dieser Einstellung haben sie bereits einige überwunden.

Das Geschäft läuft und auch das Führungsduo hat sich eingespielt. „Alejandro kümmert sich hauptsächlich um die technische Seite, also um Maschinen, Teilekonstruktion und Programmierung“, erläutert Omar Rojas. Er selbst konzentriert sich auf den Kundenservice. Der ist ihm wichtig. „Wir wollen unseren Kunden helfen, Kosten zu minimieren und den Gewinn zu maximieren“, betont Alejandro Salazar.

Nachhaltig und sozialverträglich

Und noch etwas haben sich die beiden von Anfang an auf die Fahnen geschrieben: Sie wollen ökologisch nachhaltig und sozialverträglich wirtschaften. Öl und gefährliche Stoffe umweltgerecht zu entsorgen, ist für sie selbstverständlich. Zusätzlich sind bei Syrma nur LED-Lampen im Einsatz, die dank Solarstrom leuchten. Und Papier sucht man im gesamten Unternehmen vergeblich: „Wir arbeiten papierlos. Das einzig Gedruckte sind die Rechnungen für unsere Kunden“, sagt Omar Rojas und lacht. Für die Kinder ihres Viertels Ferrocarril veranstalten sie jeden Dezember nach mexikanischem Brauch eine Posada. Dann ist einiges los: Es gibt Musik, Essen und die traditionellen Piñata-Pappmachee-Figuren.

Große Aufgaben

In die Zukunft schauen die jungen Geschäftsführer selbstbewusst: „Wir wollen eines der führenden Unternehmen in Mexiko werden“, sagt Salazar bestimmt. „Wenn wir wachsen, investieren wir in weitere TRUMPF Maschinen“, ergänzt Rojas. „Nur so können wir für unsere Kunden alles geben und eine Qualität liefern, die sich mit internationalen Standards messen lässt.“ Hightech aus Guadalajara eben.

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Frühjahr 2012.



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Junge Köpfe mit frischen Ideen

Wer:

SYRMA, Guadalajara, Mexiko. Gegründet 2010, 5 Mitarbeiter. www.syrma.com.mx

Was:

Als klassischer Lohnfertige  arbeitet das junge Unternehmen vor allem für Unternehmen aus der Bau-, Transport-, Lebensmittel- und Medizintechnikindustrie

Womit:

TruLaser 1030

Alejandro Salazar will seinen Kunden helfen, Kosten zu minimieren.


„Wir haben uns von Anfang an gesagt, dass wir es schaffen können“, sagt Omar Rojas.

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