„Unser Fokus liegt auf den Kunden“ Der französische Jop-Shop ATS setzt auf die Beherrschung der gesamten Prozesskette Blech. Geschäftsführer und Laserpionier Marcel Ferreira spricht im Interview über wichtige Meilensteine und die Zukunft seines Unternehmens.

Marcel Ferreira ist auf Kundenzufriedenheit fokussiert und setzt daher auf die Beherrschung der gesamten Prozesskette Blech.

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„Unser Fokus liegt auf den Kunden“

Von der Automobilindustrie hat der französische Job-Shop ATS gelernt. Heute setzt das Unternehmen sein Können in erster Linie in anderen Branchen ein. Geschäftsführer Marcel Ferreira über wichtige Meilensteine und die Zukunft seines Betriebs.


Herr Ferreira, ATS ist eines der führenden Unternehmen in der Laserbearbeitung in Frankreich. Wie kam es dazu?

Mit einer Laserschneidmaschine, einer Wasserstrahlschneidmaschine und drei Mitarbeitern bin ich 1989 gestartet. Bald folgten Abkantpressen, Stanzmaschinen und weitere 2-D-Laserschneidmaschinen. Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu unserer heutigen Marktstellung war das Jahr 1995. Damals setzten wir erstmals eine TruLaser Station 5005 ein, um Teile für Renault und andere Automobilfirmen zu schweißen. Damit vergrößerten wir unser Leistungsspektrum. Ergänzend zum hart umkämpften Markt im Laserzuschnitt ebnete uns das den Schritt zu komplexen Baugruppen. Schnell erweiterten wir durch die Aufträge aus der Automobilindustrie unser Know-how und entdeckten Schritt für Schritt, welche Potenziale die Beherrschung der gesamten Prozesskette Blech bietet.

Also lief es richtig rund für Ihre Firma?

Allerdings! Teilweise arbeiteten wir im Dreischichtbetrieb und auch samstags und sonntags — die Auftragsbücher waren gut gefüllt. Gleichzeitig war ATS aber eng mit der Automobilindustrie verbunden und daher nicht besonders breit aufgestellt.

ATS_Fertigung

ATS ist Teil der Groupe AGS wurde 1989 gegründet und hat seinen Sitz in Sézanne, Frankreich.

Deshalb schauten wir uns nach neuen Branchen um, in denen wir unsere Fähigkeiten einsetzen konnten. Im Jahr 2000 startete ATS in Kooperation mit TRUMPF erste Versuche mit dem Tiefschweißen von Titan. Das war der Schlüssel zur ersten Bestellung aus der Luftfahrttechnik — mit Teilen für den Airbus A 330. Es folgten weitere Aufträge aus dieser Branche sowie aus Raumfahrt, Bahntechnik und für Sondermaschinen. Heute kommen unsere Kunden überwiegend aus diesen Bereichen, die Automobilindustrie hat nur noch einen Anteil von fünf Prozent. Mit den neuen Märkten veränderten sich auch die Teile, die wir herstellten.

Was hat sich denn geändert?

Um uns besser zu profilieren, bieten wir heute komplette Produktgruppen an. Da wir auch unsere Kapazitäten in der Feinmechanik und der Lackierung deutlich ausgebaut haben, macht uns in Sachen Vielseitigkeit so schnell keiner etwas vor. So werden wir auch für andere Branchen attraktiv, die zunehmend ganze Produktgruppen wünschen, die ohne Nachbearbeitung weiterverwendet werden können.

ATS_TruPunch

ATS setzt auf die Beherrschung der gesamten Prozessketteblech. Zum hochmodernen Maschinenpark gehört auch eine TruPunch 5000.

ATS_TruLaser-Cell-7040

„Unsere jüngste Investition, eine TruLaser Cell 7040, zeigt sich so präzise und robust, wie wir das von TRUMPF Maschinen gewohnt sind“, erklärt Marcel Ferreira.

Welchen Mehrwert bieten Sie Ihren Kunden?

ATS sieht sich als Partner auf Augenhöhe. Viele unserer Kunden arbeiten schon bei der Entstehung bestimmter Werkstücke mit uns zusammen. So können wir unser Know-how bei der Umsetzung einbringen und die Auftraggeber bei der Wahl der geeigneten Technologien beraten. Durch den gekonnten Einsatz unseres Maschinenparks sowie die Wahl des richtigen Materials gelingt es uns oft, Kosten und Produktionszeiten deutlich zu reduzieren. Dabei kooperieren wir nicht nur mit großen Konzernen, sondern stellen uns auch gemeinsam mit kleineren Auftraggebern allen Herausforderungen. Dieser Fokus auf den Kunden hilft uns, deren Bedürfnisse besser kennenzulernen und früh wahrzunehmen, was in Zukunft interessant werden kann.

Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Es ist kein Geheimnis, dass die additive Fertigung umwälzende Veränderungen bei der Konstruktion und Fertigung einiger Werkstücke nach sich zieht. Das betrifft gerade Branchen wie die Luftfahrt- und die Medizintechnik, in denen wir sehr aktiv sind. Deshalb befassen wir uns natürlich mit dieser Technologie. Gleichzeitig sind wir immer auf der Suche nach effizienten und schnellen Maschinen für das Laserschneiden und -schweißen. Das zeigt auch unsere jüngste Investition in eine TruLaser Cell 7040, die sich so präzise und robust zeigt, wie wir das von TRUMPF Maschinen gewohnt sind.

ATS_Laserschweißen

Der hochmoderne Maschinenpark, ein breit gefächertes Know-how und der Blick auf aktuelle technologische Entwicklungen sind die Erfolgsgaranten für ATS.

Wie stellen Sie sicher, dass alle Teile den hohen Qualitätsansprüchen der Kunden genügen?

Um das zu gewährleisten, haben wir beispielsweise ein eigenes Labor für zerstörende und zerstörungsfreie Prüfungen eingerichtet, in dem wir alle Teile vor Ort auf Herz und Nieren untersuchen können. Zudem sind wir nach anerkannten internationalen Normen zertifiziert und verfügen über spezielle Qualifizierungen unserer großen Kunden wie Airbus, Renault und Peugeot. Ein wichtiger Aspekt der Qualitätssicherung sind auch unsere motivierten Mitarbeiter, die wir regelmäßig weiterbilden.

ATS hat seinen Sitz in einer eher ländlichen Gegend. Wie kommen Sie an geeignetes Personal?

Sézanne ist eine Kleinstadt mit 5.000 Einwohnern. Deshalb stellen wir Personal innerhalb eines Umkreises von 40 Kilometern ein. Um die Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten, bieten wir ihnen immer wieder neue Herausforderungen und helfen ihnen dabei, sich weiterzuentwickeln. Außerdem lernen bei uns viele junge Menschen, oft in dualen Ausbildungen. Den meisten gefällt es dann so gut bei uns, dass sie ihre berufliche Laufbahn bei ATS fortsetzen.

Ein schlagkräftiges Team haben Sie also schon. Wie stellen Sie sich ansonsten für die Zukunft auf?

Wichtig ist, dass wir die aktuellen technologischen Entwicklungen stets im Auge behalten und entsprechend handeln. Deshalb investieren wir seit unserem Bestehen in jedem Jahr rund eine Million Euro in neue Maschinen und Technologien. Zudem können wir durch unsere diversifizierte Kundenstruktur Schwankungen gut ausgleichen. Wenn es in einem Bereich nicht so gut läuft, arbeiten wir eben mehr in einem anderen.

 

Sie haben Fragen?

Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

 Dieser Artikel erschien erstmals im April 2015.



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Vielseitiger Stratege

Wer:

ATS, Sézanne, Frankreich, Teil der Groupe AGS, gegründet 1989, 140 Mitarbeiter, www.groupe-ags.com

Was:

Lohnfertiger für komplexe Baugruppen für Luft- und Raumfahrttechnik, Eisenbahn, Schifffahrt, Medizintechnik, Automotive und Sondermaschinen

Womit:

TruLaser 3030, TruLaser 5030, TruLaser 3040, TruPunch 5000, TruBend 5130, TrumaBend V 50, TrumaBend V 170, zwei TruLaser Cell 7040, zwei TruLaser Cell 1005

Marcel Ferreira, ATS: 

„Wir sind immer auf der Suche nach effizienten Maschinen für das Laser­schneiden und -schweißen.“ 

Laserschweißen lohnt sich

Geringer Verzug, hohe Prozess­geschwindigkeiten, Flexibilität und feine Schweißnähte — das sind die Vorteile des Laserschweißens. Laserschweißnähte müssen in der Regel nicht nachbearbeitet werden und sind darüber hinaus gas- und flüssigkeitsdicht. Geschweißt werden Materialien wie Baustahl und Edelstahl, Aluminium, Titan sowie Bunt- und Edelmetalle.

Die notwendige, vom Anwender aktiv gemanagte Lernkurve unterstützt TRUMPF beispielsweise durch Trainings zur laserschweißgerechten Blech- und Vorrichtungsgestaltung sowie beim Einfahren der Applikation. Der Aufwand lohnt sich: Laserschweißen erschließt neue Anwendungsfelder und trägt zur Wertschöpfung bei. 

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