Von eins auf hundert Im Emsland hat Günter Peters sein Unternehmen auf zwei sichere Standbeine gestellt und stetig ausgebaut.

Direkt an der Grenze zu den Niederlanden hat sich Günter Peters sein Unternehmen aufgebaut.

1 Sterne2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Geben Sie uns Ihr Feedback)
Loading...Loading...

Von eins auf hundert

Im Emsland machte Günter Peters aus einem Mitarbeiter 100. Wie das ging?
Mit zwei Standbeinen und Mut für Neues.

Hamm, Münster, Rheine — dann beginnt das Emsland. Über 2.880 Quadratkilometer erstreckt sich der Landkreis. Im Westen setzt die Gemeinde Twist den geografischen Grenzpunkt. Wo der 9.600-Einwohner-Ort aufhört, fangen die Niederlande an. Und mitten in Twist sitzt ein engagierter Unternehmer: Günter Peters. Im Mai 2003 gründete er einen kleinen Schweißfachbetrieb, die Peters Maschinenbau GmbH & Co. KG. „Auf 300 Quadratmetern, mit einem Mitarbeiter — nämlich mir selbst“, erinnert sich Peters und lacht. Ein Schweißgerät, eine Säge und eine Bohrmaschine bildeten den gesamten Maschinenpark.

Heute, zehn Jahre später, ist das Unternehmen nicht mehr wiederzuerkennen. 100 Mitarbeiter und 19 Auszubildende fertigen zusätzlich zu Schweißbaugruppen auch Laserschneid- und Biegeteile, Profile sowie Dreh- und Frästeile. Ins mittelständisch geprägte Emsland passt das perfekt. Wichtigster Meilenstein auf dem Weg war die Gründung eines zweiten Unternehmens: Mit der Peters Lasertechnik GmbH wagte Günter Peters im Dezember 2007 den Einstieg in die Laserschneidbearbeitung.

Besser selbst gemacht

Zuvor waren zwar Automatiksägen und Bearbeitungszentren vorhanden und die Profile für Baugruppen konnte der Kleinbetrieb selbst zuschneiden. Doch Laserschneidteile musste Peters immer zukaufen. „Das war mir schon lange ein Dorn im Auge, weil das nicht immer reibungslos funktioniert hat“, sagt Peters. Ließen ihn seine Zulieferer hängen, konnte auch er seine Kunden nicht termingerecht beliefern. Sein Ziel stand fest: Er wollte die Teile selbst fertigen. „Aber als Einmannbetrieb mit einem Schweißgerät denkt man noch nicht über eine teure Lasermaschine nach.“ Die Schweißgruppenbearbeitung entwickelte sich gut. Vielleicht doch eine Chance fürs Lasergeschäft?

Peters rechnete — aber das Risiko erschien ihm im Herbst 2004 noch zu groß. Er wartete — und der Aufwärtstrend hielt an. „Anfang 2007 habe ich das nochmals durchkalkuliert und gesehen, dass wir zumindest für eine Schicht genügend Arbeit hatten. Die zweite wollte ich mir am Markt dazuholen.“ Er hängte sich ans Telefon und fragte bei seinen Kunden an, ob sie Laserschneidteile bei ihm bestellen würden. „Selbstverständlich“, lautete die Antwort.

Peters-Blechbearbeitung-Laserschneiden

Die Blechbearbeitung mit Laserschneid- und Biegemaschinen ist schnell gewachsen.

Peters fühlte sich bestätigt und investierte 2007 in eine TruLaser 5040 und eine TruBend 5230 von TRUMPF. Mit dem, was dann kam, hatte er selbst nicht gerechnet: „Die erste Maschine war im März 2008 bereits dreischichtig ausgelastet — also deutlich besser als gedacht!“, sagt er im Rückblick. „Für unsere Kunden war es ein großer Vorteil, bei uns alles aus einer Hand zu bekommen.“ Im April 2008 orderte er schon eine TruLaser 5030. Die dritte Laserschneidmaschine — noch eine TruLaser 5030 — folgte 2011. Vier weitere Biegemaschinen kaufte er in den vergangenen Jahren ebenfalls von TRUMPF.

Mitarbeiter motivieren

Heute sind Schweißgruppenfertigung und Laserbearbeitung zwei gleichwertige Standbeine. Peters Maschinenbau arbeitet im Dreischichtsystem — teilweise sogar in vier Schichten. „Das halten wir flexibel“, betont Peters. „Wenn die Aufträge da sind, dann müssen wir auch samstags und sonntags arbeiten.“ Für ihn ist das der Erfolgsfaktor. „Das Wochenende beginnt für uns nicht Freitagmittag um halb eins, sondern wenn die Arbeit fertig ist.“

Von seinen Mitarbeitern erfordert das einiges an Flexibilität. Im Gegenzug erhalten sie von Peters in anderen Bereichen Unterstützung. So hilft er ihnen dabei, Betreuungsplätze für den Nachwuchs oder Arbeitsstellen für die Lebenspartner zu finden. „Der Fachkräftemangel ist natürlich auch im Emsland angekommen. Da muss man als Unternehmer einfach umdenken.“ Potenzielle neue Mitarbeiter fragt er darum gezielt nach ihren Wünschen. „Jeden kann man natürlich nicht erfüllen. Aber alleine unsere flexible Arbeitszeitgestaltung ist ein riesiger Pluspunkt.“

Peters-Mitarbeiter-Schleifen

Dem Mangel an Fachkräften begegnet Peters durch die eigene Ausbildung. Für seine Facharbeiter gibt es laufend Fortbildungsprogramme.

Dem Mangel an Fachkräften begegnet er außerdem durch die eigene Ausbildung. „Für uns ist die Förderung des Nachwuchses ein Schwerpunkt. Wir haben immer zwischen 15 und 20 Auszubildende“, erzählt Peters. Und das in allen Berufen: egal ob Maschinenbediener, Metallbauer, technische Zeichner oder Bürokaufleute. Und für seine Facharbeiter gibt es laufend Fortbildungsangebote. Das Ergebnis seiner Strategie ist ein florierendes Unternehmen und eine erste Auszeichnung: 2007 erhielt er den Förderpreis der Neuen Osnabrücker Zeitung für die wirtschaftliche Entwicklung und die systematische Personalentwicklung.

Gemeinsam besser

Peters geht nicht nur bei der Mitarbeiterförderung neue Wege, sondern auch bei der Zusammenarbeit mit Partnern. Dieses Jahr präsentierte er sein Unternehmen zum zweiten Mal gemeinsam mit einem Partnerunternehmen aus den Niederlanden auf einem eigenen Stand auf der Hannover Messe. „Die Firma bestellt bei uns alle Laserteile. Wir arbeiten Hand in Hand“, betont er. Sind beispielsweise Änderungen an den Teilen geplant, tauschen sich die Mitarbeiter beider Firmen darüber aus und suchen nach der besten Lösung.

Neben eigenen Produkten wie Steintrennern und Rohrausschleifern fertigt das niederländische Unternehmen auch Schweißbaugruppen — wie Peters. „Wir machen uns da aber keine Konkurrenz“, sagt dieser. „Wir produzieren vor allem größere Serien. Je nach Komplexität der Baugruppe 100, 500, 3.000 Stück oder auch 30.000 Stück. Unser Partner ist dagegen eher ein Einzelteilfertiger. Darum ergänzt sich das so gut — und strategische Partnerschaften sind für die Zukunft einfach wichtig.“

Technologisch hat Peters seine nächsten Schritte ebenfalls geplant: „Beim Schweißfachbetrieb haben wir erst neu angebaut und zwei Roboter gekauft. Da muss für die nächsten zwei Jahre Ruhe sein.“ Für die Lasertechnik ist er aber schon wieder am Rechnen: Über ein Stopa-Hochregallager und das automatisierte Biegen mit der TruBend Cell von TRUMPF denkt er derzeit nach: „Wir müssen uns für die Zukunft flexibel aufstellen und weiter rationalisieren, darum ist Automatisierung für uns ein wichtiges Thema.“ Im Emsland bleibt es also spannend. Mut zur Veränderung hat Peters bereits bewiesen — und dafür wurde er bisher auch immer belohnt.

 

Sie haben Fragen?

Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Sommer 2013.



Schreiben Sie einen Kommentar

*

Bitte füllen Sie folgende Felder aus: Name, E-Mail-Adresse, Kommentar (Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht).

Gut kombiniert

Wer:

Peters Maschinenbau GmbH & Co. KG, Twist-Rühlerfeld. Gegründet 2003, 100 Mitarbeiter. www.maschinenbau-peters.de

Was:

Mit Schweißbaugruppen und der Blechbearbeitung hat der Lohnfertiger zwei gleichwertige Standbeine. Die Kunden kommen aus ganz Deutschland und den Niederlanden. Neben der Landwirtschaft beliefert das Unternehmen vor allem die Beton- und Holzindustrie sowie den Schiffsbau

Womit:

TruLaser 5040, 2 x TruLaser 5030 mit LiftMaster, TruBend 5320, TruBend 5230, TruBend 5085

Heute sind Schweißgruppenfertigung und Laserbearbeitung zwei gleichwertige Standbeine.


Günter Peters setzt auf die Flexibilität seiner Mitarbeiter. Im Gegenzug fördert er sie in vielen Bereichen.

zur Übersicht aller Werkzeugmaschinen von TRUMPF