Wasserzeichen Stahl ist auf vielfältige Weise wandelbar und inspiriert die brasilianische Bildhauerin Elizabeth Titton. Mithilfe von Laserlicht haucht sie dem toten Material Leben ein und erzählt mit ihren Skulpturen Geschichten.

„Ich wollte etwas Dauerhaftes schaffen, das das Kernthema Wasser widerspiegelt“, sagt die brasilianische Bildhauerin Elizabeth Titton.

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Wasserzeichen

Bäume, Vögel, Wasser — die brasilianische Bildhauerin Elizabeth Titton verewigt Natürliches in Edelstahl.

Stahl scheint auf den ersten Blick hart und kalt. Aber er ist auf vielfältige Weise wandelbar und inspiriert die brasilianische Bildhauerin Elizabeth Titton. Mithilfe von Laserlicht haucht sie dem toten Material Leben ein und erzählt mit ihren Skulpturen Geschichten. Beispielsweise, wie der Kreislauf der Natur Menschen das schenkt, was für viele selbstverständlich, für andere unendlich kostbar und für alles Lebendige unentbehrlich ist: Wasser.

Die Idee

Dieses Element ist auch das Kerngeschäft  des südbrasilianischen Wasserversorgungsunternehmens  Sanepar.  Einen anlässlich  seines 50-jährigen Bestehens ausgelobten Kunstwettbewerb entschied  die in São Paulo geborene Künstlerin Elizabeth Titton für sich. Ihre Skulptur „Sanepar 50 anos“ besteht aus sandgestrahltem Edelstahl und ist bei einem Durchmesser von 1,20 Metern  fünf  Meter  hoch. „Ich  habe  mich mit dem Unternehmen und seinen Zielen auseinander­gesetzt und wollte etwas Dauerhaft es schaffen, das das Kernthema Wasser wider­spiegelt“, erklärt die 65-Jährige. Die Säulenskulptur besteht aus vier aufeinander­gesetzten Edelstahlringen, gekrönt von einem Vogelschwarm. Jedes der fünf Einzelteile ist zehn Jahren Unternehmensgeschichte gewidmet.

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Elizabeth Tittons Skulptur „Sanepar 50 anos“ besteht aus sandgestrahltem Edelstahl und ist bei einem Durchmesser von 1,20 Metern fünf Meter hoch. Sie steht heute auf dem Sanepar-Firmengelände.

Der erste Ring ist durchbrochen von Wellen, die das Wasser der Flüsse symbolisieren. Der zweite zeigt Aussparungen in Form von Bäumen, die Flussläufe säumen und beschatten. Auf dem dritten Ring stehen tropfenförmige Ausschnitte für Regentropfen, aber auch für Tropfen aus dem Wasserhahn. Den vierten Teil der Skulptur schmücken Wolken, die Voraussetzung für Regen, der die Natur am Leben hält. Den Abschluss bilden Vögel, die durch ihre Bewegung den immerwährenden Kreislauf versinnbildlichen.

Die Umsetzung

Die Darstellung von Natur in Stahl ist für die Künstlerin, die in den vergangenen 20 Jahren an ihrer eigenen Kunstschule Pró-Criar unterrichtete, nicht neu. Bereits in ihrer Einzelausstellung „In Natura — Elizabeth Titton 2007“ zeigte sie einen Wald aus 35 übermannshohen Stahlbäumen. „Schon damals, wie auch bei der aktuellen Skulptur, hat mich bei der Herstellung der Lohnfertiger Merpe aus meiner Heimatstadt Curitiba unterstützt, der mit TRUMPF Maschinen arbeitet“, erzählt Titton. Denn das Fertigen jeder Stahlskulptur bedarf einer anspruchsvollen technischen Planung. Eine von Titton gezeichnete Skizze dient als Grundlage für die technische Zeichnung. Vorher gilt es, das Material, die Dicke und die Plattengröße festzulegen. Auch die Witterungs­beständigkeit und Kratzerresistenz muss bei Skulpturen für den öffentlichen Raum gewährleistet sein. Alles Weitere läuft  dann wie die Herstellung eines gewöhnlichen Bauteils: Die Schneiddaten werden programmiert und der Laser schneidet passgenau aus, was die Künstlerin sich für das jeweilige Werkstück gewünscht hat.

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Bereits in ihrer Einzelausstellung „In Natura — Elizabeth Titton 2007“ zeigte die Künstlerin einen Wald aus 35 übermannshohen Stahlbäumen.

Bei der Sanepar-Skulptur wurden die Platten  anschließend  zu  Rohren  gebogen,  abgekantet und mit Schraubverbindungen fixiert. Beim Anbringen der Vögel hat die Künstlerin, die während des gesamten Herstellungsprozesses in der Produktion dabei war, dann wieder selbst Hand angelegt. „Es ist etwas anderes, die Vögel auf einer Zeichnung anzuordnen, als sie plastisch vor sich zu haben. Vor dem Schweißen ist auf die Gesamtwirkung der Einzelelemente zu achten“, betont sie.

Heute steht die Skulptur auf dem Sanepar-Firmengelände  und  von  der  Kälte  des Stahls  ist  nichts  mehr  zu  spüren. Die  filigranen  Aussparungen spielen  mit  Licht  und  Schatten und die Leichtigkeit der Vögel verleiht der Säule Grazie.  Der  matte  Schimmer des  Edelstahls  erinnert  an ein kühles Gewässer und ist damit ein Sinnbild dafür, was Sanepar seit 50 Jahren antreibt. Ganz so, wie Elizabeth Titton es sich gewünscht hat.

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Winter 2014.


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Sagen sie mal, Frau Titton …

… was halten Sie für Ihre größte Stärke? Was für Ihre größte Schwäche?

Die Fähigkeit, andere zu verstehen, auch wenn ich ihre Meinungen und Ansichten nicht teile. Zudem bin ich in der Lage, zu akzeptieren, dass das Leben ständige Veränderung bedeutet.

… wie würden Sie sich in wenigen Worten charakterisieren?

Ich bin eine leidenschaftliche Person, die immer an ihre Träume glaubt.

… woraus beziehen Sie Ihre Energie?

Ich glaube fest daran, dass wir alle Teil eines großen Ganzen sind, und ich hoffe, dass ich die positive Energie dieses Universums anziehe und sie meinerseits weitergeben kann.

… was würden Sie mit auf die sprichwörtliche einsame Insel nehmen?

Den Samen eines Obstbaums, den ich pflanzen und pflegen würde. Der daraus gewachsene Baum gäbe mir durch sein Blühen und seine Früchte die Möglichkeit, die Jahreszeiten zu verfolgen, und mithilfe seiner neuen Samen könnte ich die Insel begrünen.

www.galeriatitton.com.br

 

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