Weiblich, 36, Firmenchef An der Spitze ihres Unternehmens steht Katja Hof täglich ihren Mann.

Katja Hof ist seit 2006 Geschäftsführerin der Franz Hof GmbH und hat schon viel verändert.

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Weiblich, 36, Firmenchef

Katja Hof sorgt für Aufsehen – das hat sie ihrer Position zu verdanken: Die junge Frau steht seit 2006 an der Spitze der Franz Hof GmbH.

Wenn Katja Hof mit ihrem Ehemann auf der Euroblech unterwegs ist, weiß sie eines sicher: Die Aussteller werden immer zuerst ihren Mann ansprechen. „Wenn er dann klarstellt, dass ich die Geschäftsführerin bin, machen die Leute große Augen!“, erzählt sie und lacht.

Anrufer bei der Franz Hof GmbH, die die junge Chefin noch nicht kennen, fragen grundsätzlich erst mal nach „Herrn Hof “ oder „dem Geschäftsführer“. Das sei kein Wunder, meint die 36-Jährige, denn weibliche Führungskräfte in der Metallbranche seien nun mal eine Seltenheit. „Ich nehme das mit Humor. Die Gesprächspartner merken schnell, dass ich kompetent bin, und erkennen das auch an.“ Ihre Ausnahmestellung bringe schließlich auch Vorteile mit sich: Ihr Unternehmen werde stärker wahrgenommen und man verhandle gern mit ihr. „Männer haben nun mal von Natur aus gern mit Frauen zu tun!“

Moderne Maschinen

Vor sechs Jahren hat Katja Hof den Betrieb für CNC-Blechbearbeitung von ihrem Bruder übernommen — und eine ganze Menge verändert. „Der Maschinenpark war nicht konsequent erneuert worden, es gab einen Investitionsstau.“ Gleich im ersten Jahr als Geschäftsführerin erweiterte sie den Maschinenpark. Die TruLaser 5030 classic mit sechs Kilowatt Leistung wurde angeschafft. Seither investiert Katja Hof jährlich in CNC-gesteuerte Maschinen zum 2-D-Laserschneiden, Stanzen und Abkanten. 2008 ließ sie eine dritte Fertigungshalle bauen. Außerdem stellte sie neue Mitarbeiter für Konstruktion und Fertigung ein, die Zahl der Beschäftigten wuchs von 40 auf 70. Das spiegelt sich in den Umsätzen wider.

Gleich im ersten Jahr als Geschäftsführerin erweiterte Katja Hof den Maschinenpark um eine TruLaser 5030 classic.

Kleine Stückzahlen, kurze Reaktionszeiten

Als Lohnfertiger konstruiert und produziert die Franz Hof GmbH im hessischen Haiger-Rodenbach Platinen und Baugruppen aus Stahl, Edelstahl und Aluminium. Das Produktspektrum reicht von Prototypen bis hin zur Serienfertigung. Bearbeitet werden Blechgrößen bis zu 4.000 mal 2.000 Millimetern. Auf Wunsch werden Werkstücke bis hin zur kompletten Baugruppe mit Oberflächenfinish gefertigt. Einzelteile und kleine Serien machen vier Fünftel des Geschäftes aus.

Durch die starke Arbeitsvorbereitung ist das Unternehmen in der Lage, die vielen Aufträge mit kleinen Losgrößen effizient abzuarbeiten, um kürzeste Lieferzeiten zu erzielen. Viele Kunden sind Firmen aus der Region. „Kurze Wege sind wichtig“, erklärt Katja Hof. „Manchmal bemerkt einer unserer Kunden auf seiner Baustelle plötzlich, dass ihm ein wichtiges Teil fehlt. Wir können es fertigen und noch am selben Tag liefern. Flexibilität ist unsere Stärke.“ Das umfangreiche Rohmateriallager mit etwa 500 verschiedenen Blechsorten diverser Güten und Formate ermöglicht dies.

Frauen für Technik

Katja Hof legt viel Wert darauf, dass Frauen in technischen Berufen gefördert werden. In diesem Bereich und in der Verwaltung ist inzwischen mehr als ein Drittel der Mitarbeiter weiblich. „Die Vorteile der Frauen sind emotionale Intelligenz und guter Teamgeist“, sagt die Unternehmerin. Der gute Zusammenhalt unter den Mitarbeitern, von denen einige Katja Hof noch aus der Zeit kennen, als sie auf dem Kettcar quer durch das Werk kurvte, ist ihr sehr wichtig. „Ich möchte ein Umfeld schaffen, das die Mitarbeiter motiviert, damit sie gern zur Arbeit kommen. Wir haben eine flache Hierarchie und alle duzen sich.“ Den Mitarbeitern werde im täglichen Miteinander deutlich gemacht, dass jeder Einzelne zählt und keiner bloß eine Nummer ist. Eine klare Führung sei dennoch unverzichtbar.

Mutig durch die Krise

Nach der Betriebsübernahme ist Katja Hof den Lieferanten treu geblieben und hat den bisherigen Kundenstamm durch gezielte Marketingaktionen erheblich erweitert. Regelmäßig besucht sie ihre Auftraggeber, lädt sie zu regionalen Messen ein und ermuntert sie, sich ihren Betrieb anzuschauen.

„Wenn die Kunden mit eigenen Augen sehen, was wir alles können, entstehen daraus oft neue Aufträge.“ Wichtige Erfolgsfaktoren sind die Akquise und die Pflege persönlicher Kundenkontakte. Im Krisenjahr 2009 entschied sie sich für die Flucht nach vorn: Der Umsatz brach um ein Drittel ein. Statt Kurzarbeit einzuführen, beschleunigte sie noch die Lieferzeiten. „Dadurch haben wir 2009 erfolgreich abgeschlossen und alle Mitarbeiter halten können.“

Installationsmeister und Namengeber des Unternehmens Franz Hof übernahm bereits von seinem Vater einen kleinen Blechbearbeitungsbetrieb, in dem Aschekästen für Haushaltsöfen gefertigt wurden. Franz Hof schaffte 1984 die erste Maschine von TRUMPF an und investierte später als einer der ersten Unternehmer der Region in Lasertechnik. Heute kommt der 78-Jährige immer noch fast täglich ins Werk und hilft bei der Auslieferung an die Kunden.

Gemeinsam besser beraten

Auf die Beratung mit ihrem technikbegeisterten, stets optimistischen Vater und mit ihrem Ehemann Kay-Uwe Zöllner, mit dem sie gemeinsam das Unternehmen führt, legt Katja Hof sehr großen Wert. Die wichtigsten Entscheidungen über Strategie, Personal und Investitionen treffen sie gemeinsam. Letztlich sei das Bauchgefühl entscheidend, erzählt sie: „Wenn ich kein gutes Gefühl bei einer Sache habe, mache ich sie nicht. Ich bin ein sehr gläubiger Mensch, das gibt mir Halt und Sicherheit für alle Entscheidungen.“

Katja Hof hat die größte Technikinvestition der Firmengeschichte gewagt: Seit Juni 2011 steht eine TruMatic 7000 mit Anbindung an das neue Stopa-Hochregallager in ihrer Fertigung.

Jetzt hat Katja Hof die größte Technik-Investition der Firmengeschichte gewagt: den Kauf eines Stopa-Hochregallagers mit einem Fassungsvermögen von 800 Tonnen kombiniert mit einer TruMatic 7000 Stanz-Laser-Maschine. Beides wurde im Juni 2011 in Betrieb genommen. „Wir haben vor dieser Investition lange hin und her überlegt“, sagt sie. „Ich bin überzeugt, dass das der Weg in die Zukunft ist. Für Dienstleister wie uns ist es entscheidend, mit innovativer Technik die Produktivität zu erhöhen und so den Standort zu sichern.“

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Sommer 2011.



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Systemanbieter für
Massives und Filigranes

Wer:

Franz Hof GmbH, Haiger-Rodenbach. Gegründet 1960, 70 Mitarbeiter. www.hof-cnc.de

Was:

Platinen und Baugruppen in kleinen bis mittleren Losgrößen für die Medizin- und Verkehrstechnik, Elektronikindustrie, den Fahrzeug-, Maschinen- und Anlagenbau

Womit:

TruMatic 7000, 2 x TruLaser 5030 classic, TruLaser 7040, TruPunch 5000, TruMatic 6000, TrumaBend V 85, TrumaBend V 85 S, TruBend 7036, TrumaBend V 130, TrumaBend V 130 X, TrumaBend V 50, TrumaBend V 230, Stopa-Hochregallager

Flexible Fertigung: Bei Technologien und Materialien setzt Hof auf Vielfalt.


Wichtige Entscheidungen trifft Katja Hof gemeinsam mit Ehemann Kay-Uwe Zöllner.


Katja Hof setzt auf moderne Technik und motivierte Mitarbeiter.

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