Aufstrebend HAWEE und HISA haben es geschafft: Mit ihrer Blechfertigung sind sie in Vietnam auf dem Weg nach oben.

Wichtigstes Fortbewegungsmittel der 87 Millionen Vietnamesen: das Moped. Jeder Haushalt besitzt mindestens eines.

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Willensstark

Blechbearbeiter haben es auf dem vietnamesischen Markt nicht leicht. HAWEE und HISA zeigen, wie man trotzdem erfolgreich ist.

Erfolg ist für Trinh Van Ha eine Frage des Engagements, und das nimmt er durchaus persönlich. „Wenn es hart auf hart kommt, bin ich jederzeit vor Ort, um Probleme zu lösen“, betont er. Wohin ihn diese Strategie gebracht hat? In den Chefsessel seines eigenen Unternehmens HAWEE, mit mehr als 1.500 Mitarbeitern einer der größten Anbieter von Gebäudetechnik in Vietnam. Hier sitzt er nun im sechsten Stock des Firmengebäudes in der Hauptstadt Hanoi.

Unten rasen Mopeds über die Kreuzung. Wer hupt, hat Vorfahrt. Oben herrscht Ruhe, vom Straßenlärm ist nichts zu hören. Unruhige Zeiten kennt Unternehmer Ha aber gut. Zwei Mal hat ihn die Krise gebeutelt: 2008 und 2011. Doch HAWEE hat sie gemeistert — Ha bewies Mut. „Wir haben auch während des Abschwungs umfangreich in Forschung und Entwicklung investiert. Nur mit sehr guten Produkten lassen sich wirtschaftlich schwierige Zeiten überstehen“, sagt er.

Auf Wachstumskurs

Leicht war es nicht, die Wirtschaftskrise traf das Unternehmen, als es in einem komplizierten Markt nach neuen Branchen suchte. Ha wählte die Flucht nach vorn und definierte mithilfe von Marktanalysen neue Potenziale. Für seine Aufträge benötigt er immer häufiger spezielle Bauteile: „Anstatt unsere Produktion auszulagern, entschieden wir uns, in eigene Maschinen zu investieren und unseren Geschäftsbereich damit zu erweitern.“

Neues Unternehmen, moderne Maschinen

Im Mai 2011 eröffnete er darum eine zweite Firma in Tu Son Town, 16 Kilometer außerhalb von Hanoi, orderte eine Stanzmaschine, zwei Biegemaschinen und eine Tafelschere — alle von TRUMPF. „Die Maschinen sind zuverlässig. Nur so können wir erstklassige Produkte fertigen. Service, Instandhaltung und Software haben uns ebenfalls überzeugt. Damit haben wir eine effiziente Produktion aufgebaut.“ Unter anderem für die Fertigung von Kabelkanälen und Schaltschränken.

Dabei hatte er an eigene Produkte eigentlich gar nicht gedacht, als er HAWEE 2004 gemeinsam mit seiner Frau gründete. Das Unternehmen startete als reines Vertriebsbüro für Trinkwasserrohre. „Mitte 2006 erkannte ich, welches Potenzial die Gebäudetechnik uns bot. Wir begannen mit Rohrinstallationen für private und industrielle Gebäude.“ Heute übernimmt HAWEE sämtliche Gewerke in diesem Bereich bei großen Bauprojekten.

Komponenten für Gebäudetechnik fertigt Trinh Van Ha lieber selbst.

Made in Vietnam

„Wir produzieren lokal, das ist ein großer Vorteil“, ist Ha überzeugt. „So sparen wir unseren Kunden hohe Importsteuern und liefern beste Qualität zu einem vernünftigen Preis.“ Mit einem engagierten Management, modernen Maschinen und einer zufriedenen und qualifizierten Belegschaft als Basis. Ingenieure und Programmierer bildet er in Einzeltrainings und kurzen Kurseinheiten weiter. „Und dann lernen sie voneinander“, sagt Ha.

Als „wahrer Partner“ für Mitarbeiter und Kunden will er sich weiterhin behaupten — auch wenn es noch den einen oder anderen Stolperstein zu überwinden gibt. Mit einer Inflation von annähernd 20 Prozent fallen auch kleinere Anschaffungen ins Gewicht. „Benötigen wir einen Bankkredit für Neuinvestitionen oder Projekte, dann müssen wir Zinsen zwischen 22 und 25 Prozent pro Jahr zahlen. Es ist also wichtig, hohe Gewinne zu erwirtschaften, um die hohen Kapitalkosten zu decken“, berichtet er. Doch Ha bleibt optimistisch: Die Wirtschaft wächst – die Asiatische Entwicklungsbank erwartet mittelfristig eine Steigerung des BIP von sieben Prozent jährlich. Allerdings gehen Experten von Germany Trade & Invest davon aus, dass Vietnam das offizielle Ziel, bis 2020 den Status eines Industrielands zu erreichen, verfehlen wird.

Mit Aufzügen hoch hinaus

Dass es trotzdem aufwärtsgeht, ist auch für To Van Nghiep eine klare Sache — und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Er ist der Mann der Aufzüge, seit er sich im Juli 2002 mit HISA in Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden Vietnams selbstständig gemacht hat. „Anfangs mussten wir unsere Teile fremdvergeben und haben einen Aufzug pro Monat gebaut“, erinnert er sich. Dann kaufte er eigene Maschinen und startete durch. „Heute produzieren wir mit 150 Mitarbeitern monatlich 100 Aufzüge“, sagt er nicht ohne Stolz.

60 Prozent seiner Aufzüge verkauft HISA im privaten Sektor, der Rest geht beispielsweise an Bauunternehmen für Hotels oder Bürogebäude vor allem im heimischen Markt. Das benachbarte Laos und Kambodscha sollen bald folgen. Denn HISA expandiert: „Wir bauen derzeit eine neue Fertigung auf der grünen Wiese. Damit wollen wir die Fertigungszahlen auf 500 Aufzüge pro Monat erhöhen“, erläutert Nghiep.

Mit seinen HISA-Aufzügen ist To Van Nghiep im Aufwärtstrend.

„Schätze deine Mitarbeiter“

Nach seinem Wettbewerbsvorteil gefragt, antwortet der Unternehmer: „Moderne Maschinen! Nur damit können wir Hightech in der gewünschten Qualität liefern. Das ist in Vietnam eine große Herausforderung.“ In seiner Fabrik stehen darum bereits eine TruLaser 1030, eine TruBend 5130 und eine TruMatic 500 R. Sein Besuch bei TRUMPF im schweizerischen Grüsch im Oktober 2011 hat ihn in seiner Wahl bestärkt.

„Aber natürlich sind auch die Mitarbeiter der Antrieb für ein zuverlässiges und erfolgreiches Unternehmen“, betont der Geschäftsführer. Er motiviert sie mit guten Konditionen und Bonuszahlungen. „Schätze deine Mitarbeiter“, nennt er das. Eine Philosophie, die in Vietnam entscheidend ist: Die Firmen haben eine hohe Fluktuation — zahlt die Konkurrenz besser, wechseln die Angestellten schnell. Nghiep setzt auf die fachliche Ausbildung. „Nur wenn die Mitarbeiter unsere Maschinen korrekt bedienen können, produzieren wir hochwertige Produkte und können die Prozesse weiter verbessern“, sagt er.

Schritt halten

Mit dieser Strategie will er Schritt halten, in einem wachsenden Markt. „Die Gebäude werden immer höher und unsere Aufzüge müssen dem gerecht werden — größeren Personenzahlen müssen wir mit geräumigeren Kabinen und schnellerer Aufzugstechnologie begegnen“, erläutert Nghiep. Außerdem sei das Design nicht zu vernachlässigen, betont er. Die Arbeit geht HISA so schnell also nicht aus, die Nachfrage ist da und wird weiter steigen. Nghiep ist bereit. Bald steht die neue Fertigung.

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Frühjahr 2012.



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Vietnam – Daten und Fakten
auf einen Blick

  • Von 100 vietnamesischen Haushalten besaßen 2010 1,3 einen Pkw, 17 einen Computer und 18 eine Waschmaschine – aber annähernd jeder ein Moped.
  • Vietnam hat eine junge Bevölkerung: 25,2 Prozent sind zwischen 0 und 14 Jahre alt, 69,3 Prozent zwischen 15 und 64 Jahre und gerade einmal 5,5 Prozent 65 Jahre oder älter.
  • Zwei Drittel der Arbeiter in Vietnam verdienen weniger als 111 Euro im Monat. Für Konsumgüter geben sie im Schnitt 47 Euro aus, die Hälfte davon für Lebensmittel.

An seiner schmalsten Stelle ist Vietnam gerade einmal 50 Kilometer breit. Von Norden nach Süden erstreckt es sich über 1650 Kilometer.

Gebäudetechnik aus einer Hand

Wer:

HAWEE, Hanoi, Vietnam. Gegründet 2004, mehr als 1.500 Mitarbeiter. www.hawee.com.vn

Was:

Als Vertriebsbüro für Trinkwasserrohre gegründet, ist das Unternehmen heute einer der größten Anbieter von Gebäudetechnik in Vietnam und fertigt zudem Kabelkanäle und Schaltschränke

Womit:

TruPunch 3000, TruBend 3066, TruBend 3120, TruBend 7036, TruShear 3103

Mit Aufzügen hoch hinaus

Wer:

HISA, Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam. Gegründet 2002, 150 Mitarbeiter. www.hisaelevator.com

Was:

Hersteller von Aufzügen vor allem für den heimischen Markt

Womit:

TruLaser 1030, TruBend 5130, TruMatic 500 R

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