„Wir sind breit aufgestellt“ Wachsen, aber sicher! Wie das geht, verrät B+D-Laserworking-Geschäftsführer Achim Dittrich.

Ein sicherer Stand ist Achim Dittrich wichtig. Diesen erreicht er durch die Qualität seiner Teile. Dafür hat er die Edelstahl- von der Baustahlfertigung getrennt.

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„Wir sind breit aufgestellt“

B + D Laserworking zeigt, wie gesundes Wachstum funktioniert. Geschäftsführer Achim Dittrich verrät, welche Strategie dahintersteht und wie seine Visionen für die Zukunft aussehen.


Konstantes Wachstum bietet Chancen, birgt aber auch Risiken. Wie gehen Sie damit um?

Die Risiken lassen sich auch in einem turbulenten Marktumfeld durch ein funktionierendes Risikomanagement beherrschen. So hatten wir bereits in den Anfangsjahren der Unternehmensgeschichte die Prämisse, maximal 15 Prozent des Gesamtumsatzes mit dem größten Kunden zu erzielen. Wenn mehr Umsatz mit einem Kunden realisiert wurde, mussten wir wachsen. Und gewachsen sind wir: von 350 Quadratmeter Produktionsfläche und fünf Mitarbeitern 1991 auf 9.900 Quadratmeter und 220 Mitarbeiter.

Wie können sich Lohnfertiger von der Konkurrenz abheben? Bei B+D hat das gut geklappt …

Die wichtigste Entscheidung war unsere Neuausrichtung. Nach der Firmengründung als Laserschneidbetrieb haben wir uns über Schweiß- und Biegearbeiten weiterentwickelt. Heute steht bei uns die Lieferung kompletter Baugruppen im Vordergrund. Wir unterstützen den Kunden von der Konstruktion über die Materialdisposition bis zur Anlieferung der kompletten Baugruppen. Dies spiegelt sich auch in unserem Leitspruch „Damit aus Ideen Produkte werden“ wider.

Sorgt eine breite Kundenstruktur für gesundes Wachstum?

Das würde ich so sagen. Wir bedienen im Jahr 220 Kunden, aber wir erwirtschaften mit etwa 50 bis 60 Kunden den Hauptumsatz. Auch was Produkte und Branchen angeht, sind wir breit aufgestellt: Das beginnt bei großen Flurförderfahrzeugen oder Baumaschinen und geht bis zu filigranen Bauteilen für die Medizintechnik. Dabei ist uns vor allem Kontinuität wichtig. Die Produkte sollten in einem gewissen Zyklus abgerufen werden und nicht einmalig. Die Komplexität der Teile ist sehr unterschiedlich, wir fertigen pro Jahr über 12.000 verschiedene Produkte. Das können einfache Halter, aber auch komplette Hydrauliktanks für Radlader oder vormontierte Gehäuse für die Labortechnik sein. An reinen Laserzuschnitten produzieren wir schon mal 700.000 Stück jährlich. Das ist ein sehr wichtiges, aber nicht unser Hauptgeschäft.

Wie spiegelt sich die Vielfalt der Teile in Ihrer technologischen Ausrichtung wider?

Wir beginnen ganz klassisch mit dem Laserzuschnitt und setzen dabei ausschließlich auf TruLaser Maschinen. Dann folgen das Richten und der Umformprozess mit TRUMPF Biegemaschinen in unterschiedlichen Größen. Zugunsten einer höheren Flexibilität und kleinerer Losgrößen haben wir uns hier bewusst für einen niedrigen Automatisierungsgrad entschieden. In den anschließenden Fügebereichen erfolgt eine manuelle Fertigung durch 75 geprüfte und zertifizierte Schweißer. Große Serien schweißen wir parallel in einer Produktionsinsel mit drei Robotern.

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Zugunsten einer höheren Flexibilität und kleinerer Losgrößen hat sich Achim Dittrich beim Biegen für einen niedrigen Automatisierungsgrad entschieden.

Mit welchen Herausforderungen sehen Sie sich aktuell konfrontiert?

Derzeit arbeiten wir daran, unsere innerbetrieblichen Abläufe noch besser und transparenter zu gestalten. Die Erweiterung unserer Produktionsfläche um 50 Prozent mit neuen Maschinen sowie 60 neue Mitarbeiter in den letzten zwei Jahren machen das nötig. Dem Thema Lean Management kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Ein gemeinsam mit den Mitarbeitern entwickelter „b+d-Weg“ und unser Produktionsoptimierungssystem „SystOp“ tragen den Lean-Management-Gedanken durch das gesamte Unternehmen.

Unterstreichen Sie Ihren Qualitätsanspruch durch die räumliche Trennung von Edelstahl­ und Baustahlbearbeitung?

Ja, wir bearbeiten „schwarze“ Ware in einer separaten Halle. Von der Einlagerung bis zur Auslieferung trennen wir absolut akkurat und produzieren auf separaten Maschinen, um Verunreinigungen des Materials zu verhindern. Sie finden bei uns in der Edelstahl- und Alubearbeitung kein schwarzes Bauteil. Damit erfüllen wir die hohen Anforderungen der Medizin- und Lebensmittelindustrie.

Was bedeutet das für Ihre Investitionsstrategie?

Für die Bearbeitung setzen wir auf moderne Werkzeugmaschinen von TRUMPF, sowohl mit CO2– als auch mit Festkörperlaser. Aufgrund der hohen Maschinenauslastung und unseres Anspruchs, stets mit modernster Technologie einen Produktivitätsvorsprung zu erzielen, ersetzen wir alle Anlagen bereits nach vier bis fünf Jahren.

Ähnlich wie auf der Kundenseite streben wir auch mit unseren Lieferanten langfristige, auf Vertrauen basierende Beziehungen an. Für uns kam daher nur TRUMPF als Systemlieferant in Betracht. Wir setzen auch bei Neu- und Ersatzinvestitionen voll auf innovative Technologien aus dem Hause TRUMPF. Hier stimmt das gesamte Paket: Technologie, Service und Finanzierungskonzepte. Darum haben wir Ende 2012 auch in einen TruMark Beschriftungslaser investiert. Damit kennzeichnen wir Bauteile und versehen sie mit den Logos unserer Kunden — und das nicht nur im Blech: Auch Keramik lässt sich mit dem Laser gut bearbeiten. Beim Laserschweißen vertrauen wir mit der TruLaser Robot 5020 ebenfalls auf ein Produkt von TRUMPF.

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Beim Laserschweißen setzt B+D auf eine TruLaser Robot 5020 von TRUMPF.

Vor dem Einstieg ins Laserschweißen schrecken viele ja noch zurück…

Uns haben Kundenanfragen animiert — und natürlich das Interesse an neuen Technologien. Bei der Umstellung von Produkten auf das robotergestützte Laserschweißen ist vor allem der Vorrichtungsbau gefordert. Unsere Kunden haben wir in einem Workshop mit TRUMPF hier im Haus über die Möglichkeiten der Technologie informiert und sehen schon erste Ansätze für Produkte, die wir künftig mit dem Laser schweißen können.

Das heißt, Sie übernehmen als Lohnfertiger auch immer mehr Zusatzaufgaben? Gibt es weitere Bereiche, in denen das der Fall ist?

Die Logistik ist in der Tat zu einer wichtigen Säule geworden. Unsere Kunden sehen sich zunehmend einer stark schwankenden Nachfrage sowie kleinen Losgrößen ausgesetzt. Dies hat natürlich auch auf vorgeschaltete Lieferkettenelemente wie Lohnfertiger erhebliche Auswirkungen. Aus diesem Grund haben wir gerade unser neues Logistikzentrum mit 4.100 Lagerplätzen in Betrieb genommen. Das verschafft uns einen Wettbewerbsvorteil, denn wir sind in der Lage, Produkte für unsere Kunden einzulagern und auf Abruf zu liefern. In Kombination mit einer dynamischen Sicherheitsbestandsoptimierung können wir auch bei schwankenden Abrufen den Wünschen unserer Kunden nachkommen.

Zusätzlich verfügen wir über einen eigenen Fuhrpark. Wir können so auch komplexeste Lieferabrufsysteme einrichten und eine geschlossene Lieferkette sicherstellen. Als weitere Dienstleistung im Bereich der Logistik unterstützen wir unsere Kunden bei der Entwicklung intelligenter Transportvorrichtungen und bei der Lieferkettenoptimierung.

Wie geht es in Zukunft mit B+D weiter?

Wir sind gerade dabei, unsere geografische Ausrichtung zu verbreitern. Momentan konzentrieren wir uns auf den deutschsprachigen Raum mit einigen Kunden in Osteuropa und den USA. Zusätzlich orientieren wir uns nun verstärkt Richtung Skandinavien und wollen im ersten Schritt in Dänemark Fuß fassen. Wir haben bereits einen Partner vor Ort.

Sie haben Ihre Strategie langfristig festgelegt?

Unsere Pläne reichen bis zur fünften Expansionsstufe 2025. Wir streben einen Umsatz von 70 bis 86 Millionen Euro und eine Belegschaft von 650 bis 750 Mitarbeitern an. Hierfür stehen uns weitere 45.000 Quadratmeter Grundfläche am Standort in Garbsen zur Verfügung. Meine Nachfolge habe ich bereits geregelt: Mein Sohn ist ins Unternehmen eingestiegen, er wird es fortführen und weiterentwickeln. Als er mir seine Entscheidung mitteilte, habe ich ihn gefragt: „Warum?“ Seine Antwort lautete: „Weil ich soziale Verantwortung übernehmen möchte.“ Auf dieser Aussage lässt sich aufbauen. Denn soziale Verantwortung gehört für mich zu den herausragenden Aufgaben eines Unternehmers.

 

Sie haben Fragen?

Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Sommer 2013.



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Breiter Stand für
sicheres Wachstum

Wer:

B+D Laserworking GmbH, Garbsen. Gegründet 1991, 220 Mitarbeiter. www.laserworking.com

Was:

Von der Idee über die Bearbeitung bis zur Lieferung von Laserzuschnitten und kompletten Baugruppen an die Fertigungslinie seiner Kunden übernimmt der Lohnfertiger sämtliche Prozessschritte

Womit:

5 x TruLaser 5030, TruLaser 5030 fiber, TruMatic 3000 fiber, TruLaser Robot 5020, TruBend 7036, 3 x TruBend 5230, TruBend 5170, TruBend 5085, TruBend 5050, TruMark Station 5000

In der Fertigung von B+D stehen Werkzeugmaschinen sowohl mit CO2- als auch mit Festkörperlaser.


Dem Thema Lean Management kommt bei B+D eine zentrale Bedeutung zu.


Mit dem TruMark Beschriftungslaser kennzeichnet das Unternehmen Bauteile und versieht sie mit den Logos der Kunden — auch auf Keramik.

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