„Wir sind nun doppelt so schnell“ Martin Stamm hat sein Ziel erreicht: Er produziert automatisiert. Wie der Start verlief und was ihn besonders beeindruckt, verrät er im Interview.

Die kurzen Durchlaufzeiten seiner neuen Fertigung imponieren Martin Stamm: "Bei bestimmten Teilen sind wir jetzt bis zu 50 Prozent schneller."

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„Wir sind nun doppelt so schnell“

Nach intensiver Planungs- und Bauphase ist es soweit: Die Stamm Blechtechnik produziert. Über Erfolgskonzepte und Stolpersteine berichtet Geschäftsführer Martin Stamm.


Herr Stamm, Sie haben sich Ihren Traum verwirklicht und eine automatisierte Fertigung gebaut. Wie gefällt Ihnen das Ergebnis?

Ich bin sehr zufrieden. Wir haben unser Ziel, optimierte Produktionsabläufe durch automatisierte Maschinen und moderne Logistiksysteme, erreicht. Verglichen mit einer nicht automatisierten Fertigung, wie ich sie bisher kannte, war das ein großer Fortschritt. Und seit Mitte 2012 sind wir nun richtig im Geschäft und haben erste neue Kunden gewonnen.

Die Vorteile Ihrer automatisierten Fertigung machen sich also schon bemerkbar?

Ja, auf jeden Fall. Ich hätte selbst nicht gedacht, dass die Optimierung so deutlich ausfällt. Bestimmte Teile fertigen wir nun bis zu 50 Prozent schneller als in einer Fertigung ohne Automatisierung. Das hat mich wirklich positiv überrascht. Bei uns versorgt das Lager die Maschine permanent mit Material. Da sieht man erst, wie produktiv die Maschine überhaupt schneiden kann. Der ganze Materialtransport mit dem Stapler entfällt und damit die vielen kleinen Unterbrechungen. So arbeiten wir deutlich effizienter.

Dabei hilft uns auch die automatische Strahlzentrierung. Alle drei Stunden oder nach einer Kollision erfolgt völlig automatisiert die Kontrolle der Düsenmittigkeit und alle acht Stunden eine Prüfung der Linse. Bisher hat das viel Rüstzeit gekostet. Jetzt kann die Maschine in der Spätschicht theoretisch ohne Bediener arbeiten, denn nach einer bestimmten Zeit wird auch die Düse automatisch getauscht.

Stamm Blechtechnik automatisiert - Teil 1: die Planung

Stamm Blechtechnik automatisiert – Teil 1: die Planung

Sie waren immer eng in die Bauphasen eingebunden. Ist diese Strategie auch bei der Maschineninstallation und -inbetriebnahme aufgegangen?

Absolut. Beim Aufbau und der Maschineninstallation war ich immer vor Ort. So bekommt man auch gleich ein Gefühl für die neue Maschine. Außerdem geben die Monteure wertvolle Tipps für den täglichen Gebrauch. Wer selbst nicht dabei sein kann, sollte auf jeden Fall einen Bediener abstellen. Das macht sich im Nachhinein bezahlt.

Wie sahen die letzten Schritte auf dem Weg zur perfekten Fertigung aus?

Nach der Montage des Stopa Hochregallagers und der TruLaser 3030 folgte die Inbetriebnahme. Die Feinabstimmung war mit vielen kleinen Schritten verbunden: Am Anfang stand der erste Auftrag mit der ans Lager angebundenen Maschine. Im nächsten Schritt haben die TRUMPF Techniker TruTops Fab implementiert. Danach konnten wir schon den ersten Auftrag komplett über das System abwickeln.

Zu Beginn produzierten wir erst einmal einige Zeit ausschließlich mit der Laserschneidmaschine.  Im Januar 2013 haben wir dann mit einer TruMatic 6000 die neue Fertigung  erweitert. Auch für die Integration der Kombimaschine erfolgten diverse Probeläufe, bevor wir sie im Alltagsgeschäft einsetzten. Heute kommunizieren die beiden Maschinen mit dem Stopa Lager, dieses stellt das Rohmaterial automatisch bereit und bucht Fertigteile und Resttafeln zurück.

Stamm Blechtechnik automatisiert - Teil 2: die Installation

Stamm Blechtechnik automatisiert – Teil 2: die Installation

Und wo hat es gezwickt? Welche Knackpunkte gab es während der Fertigstellung?

Das waren eher kleinere Probleme, nichts Schwerwiegendes. Man muss im Vorfeld einfach sehr viele Entscheidungen treffen, die man dann später  schwer wieder korrigieren kann. Ein Beispiel: Unser neues Hochregallager ist auf Großformatbleche mit einem Maximalgewicht von drei Tonnen ausgelegt. Entsprechend darf die Beladehöhe der Paletten nicht mehr als 90 Millimeter betragen. Unser Lieferant hat uns die Blechpakete wie bisher geliefert, das überschritt aber die maximale Höhe und wir bekamen das Material nicht an die Maschine. Zum Glück gibt es aber für alles eine Lösung: Wir bekommen jetzt für unsere automatisierte Fertigung optimierte Blechpakete.

Welche Tipps können Sie anderen Lohnfertigern geben, die eine neue Fertigung planen?

Ich denke, grundsätzlich sollte jeder bei einem Projekt in dieser Größe einfach von vornherein etwas mehr Zeit einrechnen.

Wir haben zum Beispiel während der Inbetriebnahme auch noch die Chance genutzt, neue Technologien wie den automatischen Düsenwechsler mit integrierter Strahlzentrierung an der TruLaser 3030 nachzurüsten. Die Option war  serienreif und wir konnten sie gleich einsetzen.

Stamm Blechtechnik automatisiert - Teil 3: der Abschluss

Stamm Blechtechnik automatisiert – Teil 3: der Abschluss

Wie geht es für die Stamm Blechtechnik weiter?

Wir möchten unsere Produktpalette weiter ausbauen, damit wir unseren Kunden das ganze Spektrum der Blechtechnik anbieten können: angefangen vom einfachen Laserzuschnitt, bis zur komplexen Baugruppe. Der nächste größere Technologieschritt wird das Biegen sein. Auf lange Sicht ist der Festkörperlaser für uns natürlich ebenfalls ein Thema. Mit der hohen Geschwindigkeit im Dünnblechbereich ist dieser einfach unschlagbar. Was die Effizienz angeht, bietet diese neue Lasergeneration mit geringem Stromverbrauch weitere Vorteile.

Jede neue Investition hängt aber auch von dem Bedarf der Kunden ab: Wofür haben wir aktuell Aufträge? Was wird mehr angefragt, was weniger? Außerdem möchten wir uns genügend Zeit lassen und jede Technologie in Ruhe anfahren, produzieren und erst weiterdenken, wenn sie sicher läuft.

Würden Sie im Rückblick irgendetwas völlig anders machen?

Nein. Wir müssen natürlich erst einmal sehen, wie sich das auf lange Sicht entwickelt. Derzeit fertigen wir lediglich 50 Prozent unseres späteren Portfolios. Aber ich denke, wenn wir unserer Linie treu bleiben und prozessoptimiert und strukturiert weiterarbeiten, stellt sich der Erfolg so ein, wie wir das geplant haben.

 

Sie haben Fragen?

Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com



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Effizienter Partner

Wer:

STAMM Blechtechnik, Sonneberg. Gegründet 2010, 4 Mitarbeiter. www.stamm-blechtechnik.de

Was:

Der Lohnfertiger liefert Laserzuschnitte und Stanz-Laserteile aus Baustahl, Edelstahl und Aluminium für die Möbel- und Automobilindustrie, die Medizintechnik sowie den Metall- und Sondermaschinenbau.

Womit:

TruLaser 3030 mit LiftMaster, TruMatic 6000 mit SheetMaster, Stopa Hochregallager

Nach einer zwölfmonatigen Vorbereitungsphase rollten im Frühjahr 2011 in Sonneberg die Bagger an.


„Wir wollten ein Konzept aus einer Hand“, sagen Heinz und Martin Stamm.


Die neue Fertigung nimmt Form an. Beim täglichen Besuch auf der Baustelle überzeugt sich Martin Stamm, dass alles nach Plan läuft.


Beim Aufbau und der Maschineninstallation war er ebenfalls vor Ort und erhielt von den Monteuren wertvolle Tipps für den täglichen Gebrauch.

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