Geteiltes Licht Masakatsu Matsuo arbeitet gerne effizient. Darum versorgt bei Marujyu ein Laser zwei Maschinen.

Marujyu-Geschäftsführer Masakatsu Matsuo setzt auf moderne Maschinen und die japanische Fertigungsmethode „Monozukuri“.

1 Sterne2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Geben Sie uns Ihr Feedback)
Loading...Loading...

„Zwei Prozesse, eine Strahlquelle — das macht produktiv“

Wirtschaftlicher Erfolg hat für Masakatsu Matsuo zwei Grundlagen — die richtige Philosophie und effiziente Maschinen. Darum arbeiten bei Marujyu zwei Maschinen mit einem Laser im Netzwerk.


Welchen Herausforderungen begegnen Sie derzeit auf dem japanischen Markt?

Der japanischen Blechbranche werden schwere Zeiten vorausgesagt. Die Zahl der Blech verarbeitenden Unternehmen nimmt rapide ab. Was unsere Kunden fordern, sind kurze Lieferzeiten, eine hohe Wertschöpfung, eine integrierte Produktion und höchste Qualität. Darum ist es für uns unverzichtbar, stets die neueste Technologie einzubinden und konsequent in moderne Maschinen zu investieren.

Moderne Maschinen sind für Sie ein Wettbewerbsvorteil?

Absolut. Außerdem versuchen wir, uns als Systempartner zu etablieren und dadurch zu differenzieren. Wir erhalten viele Anfragen, ob wir nicht auch das Lackieren und die Montage übernehmen können. Dafür haben wir ein integriertes Produktionssystem eingerichtet, das auch Galvanisierung, Oberflächenbehandlung, Elektrik und Montage umfasst. Außerdem arbeiten wir daran, ein Netzwerk um Marujyu aufzubauen, über das wir die Wünsche der Kunden durch Kooperation mit anderen Spezialfirmen umfassend erfüllen können.

Sie arbeiten mit dem LaserNetwork von TRUMPF. Ist die Technologie ebenfalls Teil dieser Strategie?

Ja — und sie hat zu einem wahren Produktivitätsschub geführt. Seit 2011 teilen sich bei uns die neue TruMatic 3000 fiber und eine Laserschweißzelle einen gemeinsamen TruDisk Festkörperlaser mit drei Kilowatt Leistung. Beim Stanzen, Schneiden und Biegen hatten wir bereits einen hohen Automatisierungsgrad erreicht. Am Laserschweißen waren wir interessiert, aufgrund der Investitionskosten aber noch etwas unschlüssig. Denn zu diesem Zeitpunkt war die Zahl der Schweißaufträge noch vergleichsweise gering. Das TRUMPF LaserNetwork stellte für uns die ideale Lösung dar, da beide Prozesse — Schneiden und Schweißen — mit einer Strahlquelle erledigt werden. Das verschafft uns einen klaren Kostenvorteil. Durch das Hin­ und Herschalten des Laserstrahls zwischen den beiden Maschinen können wir das Werkzeug Laser effizient nutzen. Nun sind wir in der Lage, komplexe Laserteile zu stanzen und zu schneiden und gleichzeitig in die Massenfertigung beim Laserschweißen einzusteigen.

Welche Vorteile haben sich durch die Einführung des Systems konkret ergeben?

Zunächst einmal eine erstaunliche Bearbeitungsgeschwindigkeit — gerade beim Schweißen. Außerdem benötigen wir im Vergleich zum konventionellen Handschweißen weniger Zeit und die Nachbearbeitung entfällt. Das reduziert die Anzahl der Prozesse und erhöht die Produktivität enorm. Mittlerweile verzeichnen wir bei den Schweißaufträgen ein deutliches Plus: Während Schneiden und Schweißen bisher im Verhältnis 9 : 1 zueinander standen, beträgt es nun 6 : 4. Durch die Spezialisierung beim Laserschweißen verspreche ich mir klare Wettbewerbsvorteile.

Welche Materialien bearbeiten Sie im Lasernetzwerk?

Wir bearbeiten ein bis vier Millimeter starkes Stahlblech und 0,8 bis drei Millimeter dickes Aluminium. Und was bisher nicht möglich war: Messing können wir mit dem Festkörperlaser nun ebenfalls schneiden.

Für Sie spielt Flexibilität also eine wichtige Rolle?

Auch im japanischen Markt geht der Trend in der Blechbearbeitung derzeit zu einer Mischung aus kleinen, variantenreichen Losgrößen und mengenvariablen Serienabrufen. Um die Ansprüche der Kunden erfüllen zu können, setzen wir in unserer Fertigung neben modernen Maschinen zudem auf „Monozukuri“. Das japanische Wort, eine Zusammensetzung aus „Mono“ für „Produkt“ und „zukuri“ für „fertigen“, ist schwer zu übersetzen. Monozukuri steht für die Kunst der Industrieproduktion, für die Fähigkeit, sorgfältig und schnell zu produzieren. Ziel ist das perfekte Produkt, das völlig den Kundenbedürfnissen entspricht und das auf die bestmögliche Art und Weise ohne Verschwendung gefertigt wurde. Alle Herstellungsprozesse von der Entwicklung über Design, Produktion und Beschaffung greifen dazu ineinander. Viel haben wir hier durch intelligente Software in der Fertigung erreicht. Unsere Mitarbeiter bringen sich mit ihrem handwerklichen Geschick und ihrer Kreativität ein. Ideenreichtum und das stete Streben nach Perfektion machen das Wesen von „Monozukuri“ aus. In jedem unserer Produkte stecken viel Know-how und originelle Ansätze.

Handwerkliche Fertigkeiten und moderne Maschinen gehören für Sie zusammen?

Ja, wir sind immer bemüht, unsere Mitarbeiter weiterzuentwickeln und unsere technologische Basis weiter zu verbessern. Das sehen wir als untrennbare Einheit, als großes Gesamtsystem. So haben wir beispielsweise beim Bau unseres neuen Firmengebäudes den Büros und Besprechungsräumen eine künstlerische Note gegeben, die inspiriert und die Kreativität anregt. Auf der anderen Seite benötigen wir natürlich modernste Technologien, um die Wünsche unserer Kunden erfüllen zu können. Darum arbeiten wir seit mittlerweile 20 Jahren mit Anlagen von TRUMPF. Sie haben uns überzeugt — mit hohen Bearbeitungsgeschwindigkeiten und bester Qualität, niedrigen Betriebskosten und einem hervorragenden Preis­Leistungs­Verhältnis. Wer diesen technologischen Standard mit „Monozukuri“ zu verbinden versteht, kann sich sicher sein, dass er seine Aufträge nicht an die aufstrebenden Länder Asiens verliert.

 

Sie haben Fragen?

Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Herbst 2012.

 



Schreiben Sie einen Kommentar

*

Bitte füllen Sie folgende Felder aus: Name, E-Mail-Adresse, Kommentar (Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht).

Raum für Ideen

Wer:

Marujyu Co., Ltd., Kakogawa, Japan. Gegründet 1931, 80 Mitarbeiter. www.kk-marujyu.co.jp

Was:

Der japanische Lohnfertiger produziert unter anderem Teile für Fahrzeuge und Mautautomaten, Radarantennen für Schiffe, Sitzbankrahmen für Eisenbahnwagen oder medizinische Geräte

Womit:

TruMatic 3000 fiber und Schweißzelle mit einem TruDisk Laser im TRUMPF LaserNetwork, TruMatic 6000, TruMatic 7000, TruLaser 5030, TruBend 5130, TruBend 7036

In Millisekunden schaltet der TruDisk Scheibenlaser von einer Anwendung zur anderen.

Einer für zwei

Im TRUMPF LaserNetwork bei Marujyu teilen sich zwei Maschinen einen TruDisk Scheibenlaser. Mit einer Stanz-Laser-Kombimaschine TruMatic 3000 fiber und einer TruLaser Robot 5020 lässt sich die Technologie besonders effizient nutzen. Denn der Laser ist oft nur zu einem geringen Teil der Bearbeitungszeit wirklich aktiv. Die restliche Zeit wartet er auf seinen Einsatz, weil die Kombimaschine stanzt oder gerüstet wird. Dasselbe gilt für die Laserschweißzelle während der Rüstphasen.

Im Lasernetzwerk lassen sich diese bisher unproduktiven Nebenzeiten nutzen: Sind die Maschinen einsatzbereit, holen sie sich den Laserstrahl automatisch. Das Umschalten von einer Anwendung zur anderen erfolgt innerhalb von Millisekunden. Wird die Laserzelle gerüstet, überlässt sie den Laser einfach der Kombimaschine, und während diese stanzt, kann der Laser in der TruLaser Robot 5020 schweißen. Das erhöht die Strahl-ein-Zeiten und damit die Wirtschaftlichkeit.

Masakatsu Matsuo ist davon überzeugt, dass handwerkliche Fähigkeiten und moderne Maschinen wie die TruMatic 3000 fiber zusammengehören.


Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern strebt Masakatsu Matsuo nach dem perfekten Produkt.


Komplexe Gehäuseteile fertigt Marujyu auf der neuen TruMatic 3000 fiber.


Mit dem Festkörperlaser kann Marujyu nun auch Buntmetall wie Kupfer oder Messing schneiden.

zur Übersicht aller Werkzeugmaschinen von TRUMPF