Blech im Takt Im Mittelpunkt des ganzheitlichen Produktionssystems SYNCHRO stehen nicht nur aufgeräumte Arbeitsplätze. Die komplette Optimierung von Abläufen macht die Fertigung zudem nachweislich effizienter.

Mit SYNCHRO kann die Flächenproduktivität mehr als verdoppelt werden.

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Alles im Fluss

Eine optimale Synchronisation von Mensch, Maschine, Material und Markt setzt auch im Werkzeugmaschinenbau große Potenziale frei. Bernhard Stalder, Leiter der TRUMPF SYNCHRO Consulting, und sein Team bringen mit ihrem Know-how in interessierten Unternehmen Produkte zum Fließen und Skeptiker zum Umdenken.

Wer bei ganzheitlichen Produktionssystemen wie SYNCHRO an aufgeräumte Werkzeugkästen, penibel saubere Arbeitsplätze und Fließbandarbeit denkt, sieht nur eine kleine Facette des Gesamtprojekts. Die Umorganisation und Optimierung von Abläufen innerhalb der Produktion ist nur ein Teilaspekt und erst der Beginn eines umfassenden Veränderungsprozesses. SYNCHRO ist, so Bernhard Stalder, eine Philosophie, die vom gesamten Unternehmen verinnerlicht und gelebt werden muss. Es erfordert in sämtlichen Bereichen die Abkehr von Gewohntem, ein radikales Umdenken und daher den unbedingten Willen zur Veränderung.

Bei TRUMPF ist die SYNCHRO Philosophie seit 1998 fest verankert. Damals begann das Unternehmen, Maschinen in getakteter Fließmontage zu fertigen. Was bis dato nur mit Massenproduktion in Verbindung gebracht wurde, funktionierte, wie sich schnell zeigte, auch bei kleineren Stückzahlen. Vier Jahre nach der Einführung von SYNCHRO am Hauptsitz Ditzingen errang das damals im Werkzeugmaschinenbau einmalige Produktionssystem einen Doppelsieg im Wettbewerb „Fabrik des Jahres 2002“.

Heute arbeiten alle 18 TRUMPF Produktionsstätten auf der Basis von SYNCHRO. Dieser Erfolg und das Interesse von Kunden, Lieferanten und Firmen bewog TRUMPF dazu, das Produktionssystem auch anderen Betrieben anzubieten. Die Beratungsgesellschaft TRUMPF SYNCHRO Consulting im schweizerischen Baar unterstützt sie mit Erfahrung und Know-how bei der Implementierung.

Keine Verschwendung

Nach dem Leitsatz „Lernen von den Besten“ nahm TRUMPF für sein speziell für den Werkzeugmaschinenbau entwickeltes Produktionssystem Augenmaß bei der Automobilindustrie. Wesentliche Elemente von SYNCHRO sind die Beseitigung jeglicher Verschwendung und die Abkehr von der Standmontage hin zur Fließmontage. Die für den Werkzeugmaschinenbau charakteristische Kleinserienproduktion komplexer Teile ist dabei keineswegs ein Hindernis. „Mithilfe von klar definierten Standards kann in kürzester Zeit und zu deutlich niedrigeren Kosten überragende Qualität geliefert werden“, so Bernhard Stalder.

Konkret sieht das so aus: In kleinen, in sich abgeschlossenen und in Eigenverantwortung handelnden Produktionseinheiten werden Endprodukte oder klar abgrenzbare Baugruppen gefertigt. Wichtig dabei ist, dass sämtliche für die Fertigung notwendigen Werkzeuge, Materialien und Teile immer dann zur Hand sind, wenn sie gebraucht werden – nicht zu früh und erst recht nicht zu spät. Exakt getaktet stellt jede Produktionseinheit sicher, dass von ihr gefertigte Teile, Baugruppen oder Maschinen zu einem bestimmten Zeitpunkt in bester Qualität nach dem Pull-Prinzip an den internen oder externen Kunden weitergereicht wird. Die schlimmste Verschwendungsart, die Überproduktion, wird durch die „Just-in-time-Produktion“ vermieden.

Dazugelernt

Aber die Montage ist nur ein Rädchen im großen System. Denn SYNCHRO heißt, sämtliche Prozesse eines Unternehmens zu optimieren und aufeinander abzustimmen. „Wir beginnen zwar immer noch grundsätzlich in der Montage mit dem Veränderungsprozess, denn da sind Erfolge sofort spürbar. Unter Umständen haben Probleme ihren Ursprung aber bereits viel früher, beispielsweise beim Vertrieb, in der Entwicklung und beim  Einkauf “, so Stalder. Daher hat sich SYNCHRO im Lauf der Jahre zu einem ganzheitlichen Veränderungssystem entwickelt. Nur wenn alle Prozesse und ihr Zusammenspiel auf den Prüfstand gestellt werden, bringt das auf Dauer Erfolg.

Vertrauen schaffen

Für solch grundlegende Eingriffe in betriebliche Strukturen und Abläufe ist die Hauptvoraussetzung, dass die Vision im gesamten Unternehmen, von der Unternehmensleitung über alle Hierarchiestufen hinweg, spürbar ist und verstanden wird. Wenn Bernhard Stalder heute Interessenten besucht, ist es für ihn wichtig, sich so gut wie möglich in die vorhandenen Strukturen hineinzuversetzen. „Ich stelle gezielt Fragen, schaue mir alles an und überlege gemeinsam mit Führungskräften und Mitarbeitern, wo es Verbesserungspotenziale gibt“, erläutert er.

Die Kommunikation, der Austausch, die umfangreiche Aufklärung sind es, die den gesamten Implementierungsprozess durchgängig begleiten. „Menschen haben naturgemäß Angst vor Veränderungen. Am nachhaltigsten sind sie zu überzeugen, wenn sie die Sinnhaftigkeit dessen verstehen, was auf sie zukommt, und wenn ihnen klar wird, welche bedeutende Rolle sie dabei spielen“, ist Stalder überzeugt.

Seine Rolle als Berater definiert Bernhard Stalder in erster Linie als „Augenöffner“. Er unterstützt Kunden dabei, möglichst schnell einen Blick für Verschwendung und Veränderungspotenziale im eigenen Unternehmen zu entwickeln. „Meine Mitarbeiter und ich waren dann erfolgreich, wenn wir den Kunden in möglichst kurzer Zeit alleine laufen lassen können und das von uns erlernte Wissen auch ohne uns weiter gelebt wird.“

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com



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