Restgitterfrei stanzen Stefan Büttner und Wolfgang Laib entwickelten joggend ein Konzept für restgitterfreies Stanzen, das diese Bezeichnung auch wirklich verdient.

Beim restgitterfreien Stanzen wird die Blechtafel bis zum Rand mit Gutteilen belegt. Das erhöht die Teileausbeute im Schnitt um mindestens zehn Prozent.

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Nach 400 Kilometern restgitterfrei stanzen

Nicht am Schreibtisch, sondern beim Joggen hatten Stefan Büttner und Wolfgang Laib die zündende Idee für wirklich restgitterfreies Stanzen.

Laufen ist nicht nur gesund, es beflügelt bekanntlich auch den Geist. Eine Tatsache, die Stefan Büttner, Produktmanager für Stanz- und Kombimaschinen, und Wolfgang Laib, Entwickler für Stanzmaschinen bei TRUMPF, nur bestätigen können. Abseits vom Schreibtisch, während ihrer wöchentlichen Joggingrunden, entwickelten die beiden über geschätzte 400 Kilometer buchstäblich Schritt für Schritt ein Konzept für restgitterfreies Stanzen, das diese Bezeichnung wirklich verdient.

Bisher blieb trotz optimaler Teileverschachtelung nach der Bearbeitung prozessbedingt ein L-förmiger Rand von der Blechtafel übrig. Das ließ den beiden Ingenieuren und Freizeitjoggern, die seit 20 Jahren bei TRUMPF als Stanzmaschinenspezialisten tätig sind, keine Ruhe. „Neben der Materialeffizienz stand vor allem die Prozesssicherheit bei unseren Überlegungen im Vordergrund“, erklärt Stefan Büttner. „Stillstandszeiten durch das Verhaken von Restgittern machen unseren Kunden ebenso zu schaffen wie die dadurch resultierende hohe Bedienerquote und die Nebenzeiten für das Beseitigen des unhandlichen Abfalls“, ergänzt Wolfgang Laib.

Viele Schritte zum Ziel

„Auch in der Freizeit können wir das Fachsimpeln nicht lassen“, sagt Stefan Büttner schmunzelnd. Und so feilten die beiden auch während der gemeinsamen Waldläufe Runde um Runde am Problem „restgitterfreies Stanzen“. Aus vielen kleinen Ideen entstand so ein Gesamtkonzept, das jetzt auf der TruPunch 3000 und TruPunch 5000 wirklich restgitterfreies Stanzen ermöglicht. „Teile so zu schachteln, dass gemeinsame Stanzhübe möglich sind, ist nichts Neues“, sagt Stefan Büttner, „aber wir belegen jetzt die gesamte Tafel bis zum Rand mit Gutteilen, was die Teileausbeute im Schnitt um mindestens zehn Prozent erhöht.“ Bei einem Testkunden konnte der Anteil sogar um mehr als 50 Prozent gesteigert und gleichzeitig der Verschnitt um mehr als 20 Prozent reduziert werden.

Die Guten ins Töpfchen…

„Im Prinzip bearbeiten wir das Blech, wie man eine Tafel Schokolade isst: Reihe für Reihe. Das heißt, wir stanzen Gutteile und parallel dazu trennen wir gleich die dazwischen liegenden Abfallteile aus, anstatt sie während der gesamten Tafelbearbeitung stehen zu lassen“, so Wolfgang Laib. Die Teile werden sofort sortiert ausgeschleust. Möglich ist das durch das Arbeiten mit offener Teileklappe und einer darunter installierten Weiche, die Gutteile von Abfallteilen trennt.

„Damit das Ausschleusen auch dann ohne Verhaken gelingt, wenn ein Blechteil aufgrund des Schwerpunkts nicht von allein in die Teileklappe kippen würde, hatten wir die Idee für einen abgesetzten Abstreifer, der auf einer Seite um einen Millimeter abgefräst ist“, erklärt Stefan Büttner. Nach dem Stanzvorgang können die Teile – unabhängig davon, ob Gutteil oder Abfall – mit dem drehbaren Monostanzkopf der TruPunch in die richtige Kippposition gebracht werden. Der Abstreifer klemmt das auszuschleusende Teil mit der erhabenen Fläche ein und ermöglicht durch den gefrästen Teil das Freifahren der Blechtafel. Das Teil kann auf die Teileklappe gedreht werden und fällt prozesssicher. Und das funktioniert eben auch bei noch so kleinen Randstücken.

Material- und Energieeffizient

„Einzeln zu öffnende Pratzen in Verbindung mit dem Drehen von Teilen ermöglichen auch das Ausschleusen des Reststreifens, sodass am Ende wirklich nichts mehr von der Blechtafel übrig bleibt“, resümiert Wolfgang Laib. Auch in gesamtökologischer Hinsicht ist das Konzept der beiden Querdenker bedeutsam. „Bedenkt man, dass die Energie zur Herstellung einer Blechtafel etwa 30- bis 80-mal höher ist als der Energieaufwand für eine Betriebsstunde, erhält die Materialeinsparung noch mal ganz besonderes Gewicht“, erklärt Stefan Büttner. Auf Kombimaschinen lässt sich das Verfahren momentan übrigens noch nicht verwirklichen. Aber das kann noch kommen, denn Stefan Büttner und Wolfgang Laib haben laufend die besten Ideen.

 

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Schreiben Sie uns: Blechhelden@de.trumpf.com

Dieser Artikel erschien erstmals im Frühjahr 2011.



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Auf der TruPunch 3000 und der TruPunch 5000 ist restgitterfreies Stanzen möglich.

Nach dem Stanzvorgang bringt der drehbare Monostanzkopf der TruPunch Gutteil und Abfall in die richtige Kippposition.

Über die Teileklappe wird jedes Teil prozesssicher ausgeschleust – auch die letzten Randstücke.

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